Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat kürzlich Zahlen zur Altersstruktur der Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen in der vertragsärztlichen Versorgung veröffentlicht. Vergleichen wir die Jahre 2013 und 2022, so stellen wir fest, dass der Anteil der Mediziner:innen über 60 Jahre in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen ist. In fast allen Berufsgruppen liegt der Anteil der Ärzt:innen, die kurz vor dem Renteneintritt, stehen bei rund einem Drittel oder darüber.
Werfen wir einen Blick auf die Ärztinnen und Ärzte, die besonders viele Heilmittelverordnungen ausstellen, so sehen wir, dass bei den Hausärzten der Anteil der über 60-Jährigen bei 36,6 Prozent liegt (+5,8 gegenüber 2013). Bei den Nervenärzt:innen sieht es nicht besser aus. Hier sind 31,5 Prozent über 60 Jahre (+5,1 Prozent) – bei den Chirurg:innen und Orthopäd:innen sind es 28,9 Prozent (+9 Prozent).
Einen besonders hohen Anteil an Ärztinnen und Ärzten kurz vor der Rente haben die ärztlichen Psychotherapeut:innen mit 56 Prozent (+21,7 Prozent). Geradezu jung sind die Kinderärzt:innen. Hier liegt der Anteil der Ü60er „nur“ bei 26,6 Prozent (+4,8 Prozent).
In den kommenden Jahren werden viele dieser Verordnerinnen und Verordner in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Bekannt ist, dass wir auch im ärztlichen Bereich einen erheblichen Fachkräftemangel haben. Die Frage ist: Wer stellt dann noch Heilmittelverordnungen für all die Patient:innen aus, die dringend Therapie benötigen? Wie soll eine Akuttherapie funktionieren, wenn doch schon jetzt die Wartezeit in manchen Arztpraxen Wochen oder gar Monate beträgt? Fakt ist: Wir werden in Zukunft kaum um einen Direktzugang für Heilmittelpraxen herumkommen, wenn die Versorgung unserer Patient:innen gewährleistet bleiben soll. Dafür brauchen wir jedoch neue Berufsgesetze und eine Akademisierung. Welche Gründe noch für eine Vollakademisierung in der Heilmittelbranche sprechen, lest Ihr hier.
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