Ein Jahr und einen Tag – genau so viel älter als ich ist das „Gesetz über den Beruf des Logopäden“. Am 1. Oktober 1980 trat es in Kraft. Für alle, die wie ich damals noch nicht dabei waren: Da gab es noch die DDR und die D-Mark, bloß drei Fernsehprogramme, Raucherzimmer in Kliniken und noch lange kein Pflegeversicherungssystem.Klingt wie aus der Zeit gefallen?! Ja, das ist es und gilt eben auch für das Gesetz, das noch immer die Grundlage meines Berufs darstellt. Der Blick hinüber in die Physiotherapie und in die Ergotherapie macht das Ganze nicht besser. Die Gesetze sind auch oll oder noch oller.
Gucken wir uns im (europäischen) Ausland um, werden viele von uns wehmütig und wundern sich, warum Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften weltweit und angesichts des demografischen Wandels die Zeichen der Zeit auch beim Thema Heilmitteltherapie nach wie vor aussitzt. Dabei ist allen und zwar wirklich allen Beteiligten klar, dass sich da jetzt echt mal etwas ändern muss!
Seit 2016 fordert der Arbeitskreis Berufsgesetz als Zusammenschluss aller maßgeblichen Verbände in der Logopädie/Sprachtherapie ein bundeseinheitliches Berufsgesetz für alle in diesem Heilmittelbereich tätigen Berufsgruppen. Da bietet es sich doch total an, dass uns der Gesetzgeber zum 10-jährigen Jubiläum im kommenden Jahr einen zukunftsfähigen Vorschlag für ein neues Berufsgesetz vorlegt, um beispielsweise endlich die 12 unterschiedlichen Ausbildungsprofile in der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie zu vereinen. Falls die Zeit bis 2026 zu knapp erscheint: Der Arbeitskreis kann da helfen – mit einer Berufsgesetzvorlage.
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