Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen 2025 erneut einen kräftigen Ausgabenanstieg: Die Leistungsausgaben stiegen im vorläufigen Rechnungsergebnis um 7,9 Prozent bzw. 24,6 Mrd. Euro, die Verwaltungskosten um 4,7 Prozent (602 Mio. Euro). Damit setzt sich die überdurchschnittliche Dynamik der vergangenen Jahre fort.
Haupttreiber sind Krankenhaus- und ärztliche Leistungen sowie Arzneimittel
- Krankenhausbehandlungen: +9,6 Prozent bzw. +9,7 Mrd. Euro
- Ambulant-ärztliche Behandlungen: +7,6 Prozent bzw. +3,8 Mrd. Euro
- Arzneimittelausgaben: +5,9 Prozent bzw. +3,2 Mrd. Euro
Heilmittel: Starkes Wachstum, aber kein Ausgabentreiber
Die Ausgaben für Heilmittel (Physio-, Ergo-, Logo- und Podologiepraxen) sind 2025 erneut deutlich gestiegen:
- Heilmittel insgesamt: +10,4 Prozent bzw. +1,4 Mrd. Euro
- Seit 2019: +5,9 Mrd. Euro bzw. +68 Prozent
Damit wachsen die Heilmittelausgaben zwar prozentual stärker als der Durchschnitt, liegen aber absolut deutlich unter den Ausgabenzuwächsen z. B. im Krankenhaus- oder Arzneimittelbereich – und haben nur einen Anteil von vier Prozent an den Gesamtausgaben.
Einen wichtigen Anteil am Anstieg haben die Heilmittel mit erweiterter Versorgungsverantwortung (Blankoverordnung). 2025 entfallen darauf rund 557 Mio. Euro in der Physiotherapie und 439 Mio. Euro in der Ergotherapie.
Finanzierung und Zusatzbeiträge
Auf Basis der GKV-Prognosen wurde für 2026 ein durchschnittlicher ausgabendeckender Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent festgelegt (2025: 2,5 Prozent). Tatsächlich liegt der von den Kassen zum 1. Januar 2026 erhobene durchschnittliche Zusatzbeitrag mit 3,13 Prozent darüber. Grund ist vor allem, dass viele Kassen ihre durch die starke Ausgabenentwicklung nahezu aufgebrauchten Finanzreserven wieder auffüllen müssen und teils noch nicht das gesetzlich geforderte Mindestniveau erreicht haben.
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1 Kommentar
Jurgis Tolkmitt
Ich unterstelle mal, dass die bezeichneten Steigerungen im Heilmittelbereich die Erhöhungen der Vergütungen im letzten Jahr auch enthalten. Wenn ich annehme, dass alle Heilmittelerbringer*innen eine Steigerung der Vergütung hatten, sind die benannten 10,4% wohl hauptsächlich auf die Erhöhungen der Vergütungen zurückzuführen und können nicht nur im Zusammenhang mit den Blankoverordnungen verortet werden. Da mir keine weiteren exakten Zahlen vorliegen möchte ich geschätzt annehmen, dass der eigentliche Anstieg im Heilmittelbereich ca. 2,4% beträgt und ca. 8% die Vergütungserhöhungen ausmachen.
Ich unterstelle mal, dass die bezeichneten Steigerungen im Heilmittelbereich die Erhöhungen der Vergütungen im letzten Jahr auch enthalten. Wenn ich annehme, dass alle Heilmittelerbringer*innen eine Steigerung der Vergütung hatten, sind die benannten 10,4% wohl hauptsächlich auf die Erhöhungen der Vergütungen zurückzuführen und können nicht nur im Zusammenhang mit den Blankoverordnungen verortet werden. Da mir keine weiteren exakten Zahlen vorliegen möchte ich geschätzt annehmen, dass der eigentliche Anstieg im Heilmittelbereich ca. 2,4% beträgt und ca. 8% die Vergütungserhöhungen ausmachen.