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iStock: Paperkites

Preisbremse für Heilmittel?

Yvonne Millar Yvonne Millar
0 3 Minuten Lesezeit

Den Krankenkassen geht das Geld aus, denn die Ausgaben steigen stärker als die Einnahmen. So weit, so bekannt. Um nun zu verhindern, dass die Zusatzbeiträge immer weiter zunehmen, hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge zum Sparen erarbeiten soll. Diese FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat in dieser Woche ihren ersten Bericht vorgelegt. Zu ihren insgesamt 66 empfohlenen Maßnahmen zählen auch solche, die den Heilmittelbereich betreffen.

Kurz zusammengefasst: Für 2027 soll es – nicht nur, aber auch für Heilmittel – ein Preismoratorium geben. Das heißt, die Preise von 2026 werden eingefroren, es würde im kommenden Jahr keine Vergütungserhöhungen geben. Insgesamt hat die Kommission die Preisentwicklung der vergangenen Jahre als größten Kostentreiber bei den Heilmitteln identifiziert und empfiehlt daher zusätzlich ab 2028 eine Rückkehr zur Anbindung an die Entwicklung der Grundlohnrate. Weiterhin schlägt die Kommission vor, in der Ergo- und Physiotherapie die gesonderten, verordnungsbezogenen Pauschalen je Blankoverordnung sowie die Pauschale für Bedarfsdiagnostik in der Physiotherapie abzuschaffen.

Noch sind die Empfehlungen der Kommission genau das: Empfehlungen. Zudem übersteigen die im Bericht empfohlenen Maßnahmen die bis 2030 prognostizierte Deckungslücke bei Weitem. „Die Politik hat damit einen großen Ermessensspielraum und kann entscheiden, welche Empfehlungen umgesetzt werden sollen“, heißt es im Bericht. Die Karten liegen auf dem Tisch, jetzt wird gepokert.

Sollte es zu einem Preismoratorium 2027 kommen, wissen die meisten Berufsgruppen bereits, wie die Vergütung 2027 aussehen wird. Die Ergotherapeut:innen jedoch nicht, denn die Preisverhandlungen in der Ergotherapie laufen noch bzw. werden wohl vor der Schiedsstelle fortgesetzt. Wie der BED mitteilt, ist die „Verhandlungslage festgefahren und schiedsreif“. Damit wurde das Ziel, bis zum 1. April 2026 eine Einigung auf neue Preise zu erreichen, verfehlt. Es bleibt also abzuwarten, wie die Vergütungsänderung für 2026, die dann auch für 2027 gelten könnte, aussehen wird.

Nicht nur die FinanzKommission Gesundheit hat die Blankoverordnung im Blick, wenn es um Einsparpotenzial geht, auch die Krankenkassen schauen hier natürlich ganz genau hin. Schließlich stecken in einer Blankoverordnung viele Behandlungen und damit auch entsprechend hohe Kosten. Da kommt es dann auch zu der einen oder anderen Wirtschaftlichkeitsprüfung, um zu sehen, ob die Ausgaben denn gerechtfertigt sind.

Grundsätzlich sind Wirtschaftlichkeitsprüfungen nicht schlimm – wenn denn die Behandlungsentscheidungen aus therapeutischen Gründen getroffen wurden und, das ist mindestens genauso wichtig, Ihr das entsprechend dokumentiert habt. Wenn Ihr beim Thema Wirtschaftlichkeit, Wirtschaftlichkeitsprüfung, Dokumentation und Umgang mit den Krankenkassen ein wenig unsicher seid oder nochmal prüfen wollt, ob Ihr alles richtig macht, empfehle ich Euch das Online-Seminar Wirtschaftlichkeit in der Heilmittelpraxis am 20. April 2026. Ralf, Lisa und Svenja kennen sich bestens mit dem Thema sowohl aus therapeutischer als auch organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Sicht aus.

Mein Highlight der Woche hat gar nichts mit Zahlen und Prüfungen zu tun, aber schon etwas mit Organisation. Ich habe diese Woche einen Frühjahrsputz auf meinen Laptop und meinem Schreibtisch durchgeführt. Das hat sich richtig gut angefühlt. Wenn auch Ihr Lust auf Frühjahrsputz habt, haben wir hier ein paar Tipps für die Praxis für Euch. Wenn Ihr mögt, schickt uns hinterher ein Bild vom Ergebnis an redaktion@up-aktuell.de.

Oder schickt direkt ein paar Bilder mehr, dann stellen wir Eure Praxis im Hausbesuch vor – so wie NeuroHand Berlin in dieser Woche. Die Ergotherapeutin Inga Zabost hat uns diesmal die Türen zu ihrer Praxis geöffnet und erzählt, warum sie sich ganz auf Neurologie und Handtherapie spezialisiert hat.

Habt ein schönes Osterwochenende.

Herzliche Grüße

Eure Yvonne Millar

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