Ein neues Versorgungskonzept kann ältere Menschen mit Vorerkrankungen vor Komplikationen bei einer orthopädischen Operation schützen und ihre Mobilität nachhaltig fördern. Bei der sogenannten „Speziellen orthopädischen Geriatrie“ (SOG) geht die Behandlung Hand in Hand. Das heißt konkret: Die begleitende internistisch-geriatrische Betreuung und Therapie in Absprache mit den Hausärzt:innen der Patientinnen und Patienten beginnt schon im Vorfeld des Eingriffs und ist auch fester Teil der postoperativen Betreuung durch ein multiprofessionelles Team.
Entwickelt wurde das Projekt am Universitätsklinikum Regensburg. Die Wirksamkeit von SOG hat die Hochschule in einer Studie untersucht, an der 278 Menschen ab 70 Jahren mit geriatrietypischer Multimorbidität teilnahmen. Im Vergleich zur Standardversorgung erhielten die Teilnehmer:innen schon vor der OP eine 30-minütige physiotherapeutische Einheit mit Schwerpunkt Unterarmgehstützen-Training und Patientenberatung (Prähabilitation). Nach dem Eingriff wurden sie zweimal täglich physio- und einmal täglich ergotherapeutisch behandelt. Laut Studie ließ sich die Gesamtkomplikationsrate um 76 Prozent reduzieren.
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