Die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich bei den Honorarverhandlungen auf eine Erhöhung des Orientierungswerts um 2,2 Prozent für 2027 geeinigt. Das heißt, die Honorare in der ambulanten vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung werden im kommenden Jahr um 2,2 Prozent steigen. Für die Heilmittelbranche hat das Auswirkungen auf die TI-Pauschale. Denn diese wird jährlich analog zum Orientierungswert angepasst – und wird darum zum 1. Januar 2027 ebenfalls um 2,2 Prozent steigen.
Auf die Vergütung von Heilmittelleistungen hat der Orientierungswert der Ärzte jedoch keine Auswirkungen. Hier gilt für das kommende Jahr nur die durch das GKV-Spargesetz eingeführte Regelung, dass die Vergütung der GKV-Leistungen maximal in der Höhe der Grundlohnsummensteigerung minus einem Prozentpunkt steigen darf. Das heißt, es sind 2027 Preissteigerungen von bis zu 3,42 Prozent möglich.
Um durchschnittlich 7 Prozent sind im vergangenen Jahr die Gehälter in der Podologie gestiegen. Das zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Damit liegt die Podologie bei der Steigerung im Berufsvergleich vorn, gleichzeitig liegen die Gehälter der Podolog:innen mit durchschnittlich 2.798 Euro am niedrigsten. Die Nase vorn haben die Ergotherapeuten mit einem durchschnittlichen Entgelt von 3.695 Euro.
Doch auch in den Heilmittelberufen gibt es weiterhin einen Gender Pay Gap. Männer verdienen also durchschnittlich mehr als Frauen. Die gute Nachricht: Zumindest in der Ergo- und Physiotherapie sind die Gehälter der Therapeutinnen im vergangenen Jahr stärker gestiegen als die der Therapeuten. Damit schließt sich die Lücke ein wenig. Wie sieht es in Eurer Praxis aus? Verdienen Therapeutinnen und Therapeuten unterschiedlich? Und wo liegen Eure Gehälter im Vergleich zu den durchschnittlichen Angaben im Entgeltatlas? Schreibt uns an redaktion@up-aktuell.de.
Während steigende Gehälter für die Angestellten gute Nachrichten sind, machen sie einigen Praxisinhaber:innen auch Sorgen. Durch den bestehenden Fachkräftemangel haben viele Praxen ohnehin Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen. Wir hören verstärkt aus der Branche, dass sich mehr oder weniger seriöse Personalvermittler dies zunutze machen. Die Versprechen sind dann oft groß, die Kosten auch, das Ergebnis am Ende jedoch enttäuschend. Wir haben von Praxen gehört, die viel Geld in die Hand genommen haben, ohne am Ende auch nur eine einzige Bewerbung zu erhalten. Kennt Ihr das auch? Habt Ihr Erfahrung mit seriösen oder unseriösen Anbietern gemacht?
Apropos unseriös, noch eine kurze Info zum Schluss: Rund um das Thema TI-Anschluss sind viele Halbwahrheiten und Falschaussagen unterwegs. Zum Beispiel wird behauptet, dass Heilmittelerbringende die elektronische Patientenakte noch nicht nutzen können. Das stimmt nicht. Tatsächlich könnt Ihr, wenn Ihr an die Telematikinfrastruktur angeschlossen seid, mit Einverständnis der Patient:innen über deren ePA auf für die Therapie relevanten Informationen zugreifen. Lasst Euch also nichts erzählen und überprüft solche Behauptungen, z. B. auf up-aktuell.de/telematikinfrastruktur. Oder schreibt uns Eure Frage einfach direkt an redaktion@up-aktuell.de.
Herzliche Grüße
Eure Yvonne Millar
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