Hessen: Orthopädische Versorgung beschleunigt

vom: 22.05.2005

Die AOK Hessen schließt landesweiten Orthopädie-Vertrag. Damit soll die Versorgung von Patienten effizienter werden. Hier zeigt sich, wie rasch sich die Strukturen der Zuweiser für Heilmittel ändern können.

Mit ihrem ersten hessenweiten Einzelvertrag zur Integrierten Versorgung betritt die AOK Hessen Neuland. Für Patienten mit orthopädischen Erkrankungen, die operativ behandelt werden müssen, entfallen die langen Wartezeiten bis zum Eingriff und der Rehabilitation. Ermöglicht wird das durch ein Spezialistennetzwerk aus über 250 niedergelassenen Orthopäden und Chirurgen, Physiotherapeuten, Sanitätshäusern und Reha-Einrichtungen.
„Therapiepausen haben wir hiermit abgeschafft“, sagt Matthias Grün, Verantwortlicher für die Integrierte Versorgung bei der AOK Hessen. Innerhalb von 72 Stunden nach der Diagnosestellung kann der Patient operiert werden. Normalerweise dauert der gesamte Prozess von der Überweisung vom Haus- zum Facharzt bis zum Radiologen und einem OP-Termin vier bis fünf Wochen – wenn man Glück hat. „Das besondere ist, dass wir die Qualität gleichzeitig steigern können. Nur die besten Orthopäden nehmen am Vertrag teil“, ergänzt Grün. Der behandelnde Arzt und der Operateur sind ein und dieselbe Person. Über den gesamten Zeitraum hat der AOK-Versicherte somit einen einzigen Ansprechpartner. Neu ist außerdem, dass es einen festgelegten Therapieplan gibt (Behandlungspfade) und der Patient immer im Bilde ist, was als nächstes passiert. Die medizinische Betreuung soll insgesamt intensiver und deutlich beschleunigt werden.
Dass das funktionieren kann, zeigt eine aktuelle Fehlzeiten-Studie des Instituts für Gesundheits- und Pflegeökonomie an der Hochschule Bremen. Auf der Basis einer ähnlichen Vertragskonstruktion wird die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage bei einer Schulter-Dekompression um fast 50 Prozent reduziert (in der Altersgruppe der 40- bis 49-jährigen).

Der Übergang in die Rehabilitation soll ohne Verzögerung stattfinden. Es ist sogar möglich, dass einzelne Komponenten zu Hause beim Versicherten stattfinden. Grün: „Die AOK-Kunden profitieren hier in einem Ausmaß wie in keinem anderen Vertrag, und zwar ohne dass sich die Behandlungskosten verteuern.“

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