Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz in Kraft getreten

vom: 18.09.2006

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nimmt auch Inhaber von kleineren Praxen in die Pflicht.

Gerade ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten. Dabei lassen viel Bürokratie für die Chefs und wahrscheinlich wenig Auswirkungen auf die einzelnen Mitarbeiter die Frage nach dem Aufwand-Nutzen-Verhältnis aufkommen. Trotzdem bleibt Praxisinhabern nichts anderes übrig, als sich mit den Anforderungen des neuen Gesetzes auseinanderzusetzen. Dazu folgende Kurzübersicht:
Das neue AGG verbietet die Benachteiligung in Beschäftigung und Beruf aus Gründen

  • der Rasse oder der ethnischen Herkunft,
  • des Geschlechts,
  • der Religion oder der Weltanschauung,
  • einer Behinderung,
  • des Alters oder
  • der sexuellen Identität.

Die neuen Regelungen gelten für alle öffentlichen und privaten Arbeitgeber und alle Bereiche des Arbeitslebens wie zum Beispiel Stellenausschreibungen, Arbeitsverträge und berufliche Weiterbildungen sind betroffen. 
Erfüllt ein Arbeitgeber die gesetzlich auferlegten Pflichten, ist er vor Haftung geschützt.

  1. Neutrale Stellenausschreibungen: Sowohl interne als auch externe Stellenausschreibungen müssen diskriminierungsfrei ausgeschrieben werden.
    Beispiel: Ein Praxisinhaber sollte darauf achten, dass die zu besetzende Stelle sowohl für Therapeutinnen als auch für Therapeuten ausgeschrieben wird.
  2. Beschwerdemanagement einführen: Der Arbeitgeber muss eine Beschwerdestelle im Betrieb festlegen. Das dürfte in kleinen Praxen der Chef sein, kann aber auch delegiert werden.
  3. Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter: Der Arbeitsgeber ist verpflichtet, alles Erforderliche zu tun, um Beschäftigte im bestehenden Arbeitsverhältnis vor Benachteiligung wegen eines Diskriminierungsmerkmals zu schützen.

Mehr Hinweise zum AGG und Tipps für Sofortmaßnahmen in der Praxis lesen Sie in der nächsten Print-Ausgabe.

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