Ende September: Bekanntgabe der neuen Fortbildungspflicht

vom: 21.09.2006

Die Verhandlungen über die Fortbildungspflicht für Praxisinhaber und fachliche Leiter biegen langsam in die Zielgerade ein. Die Auswirkungen werden erfreulich undramatisch sein.

Im Zuge der letzten Gesundheitsreform (GMG) am 1. Januar 2004 wurde die Erarbeitung eines formalen Fortbildungskonzepts festgeschrieben. An diesem Fortbildungskonzept arbeiten Berufsverbände und Spitzenverbände der Krankenkassen seitdem intensiv.
Nun ist es endlich soweit: Die Spitzenverbände der Krankenkassen treffen sich am 25.9.2006, um der Vereinbarung zuzustimmen, so dass am 26.9.2006 wahrscheinlich die neue “Anlage 4 zu den Rahmenempfehlungen nach § 125 Abs. 1 SGB V” veröffentlicht wird. Anschließend müssen die Rahmenverträge auf Landesebene entsprechend ergänzt werden, damit die Fortbildungspflicht rechtzeitig zum 1.1.2007 in Kraft treten kann.

Was bedeutet die neue Regelung für den Inhaber einer therapeutischen Praxis?

Punktesammeln nur für die Chefs

Die neue Fortbildungspflicht gilt nur für den zugelassenen Inhaber bzw. fachlichen Leiter der Praxis. Für alle Angestellten und freien Mitarbeiter bleiben die bestehenden Regeln erhalten, in denen eine externe berufliche Fortbildung mindestens ein Mal alle zwei Jahre zu erfolgen hat.

2 Tage Fortbildung im Jahr sind ausreichend

Der Praxisinhaber ist verpflichtet, 60 Fortbildungspunkte in vier Jahren zu erwerben, davon möglichst 15 Punkte pro Jahr. Ein Fortbildungspunkt entspricht einer Unterrichtseinheit von 45 Minuten. Das bedeutet, dass mit zwei Fortbildungstagen den Anforderungen Genüge getan ist. Da die Teilnahme an einem Kongress unter bestimmten Voraussetzungen sechs Punkte bringt, ist es sogar denkbar, dass 1 ½ Tage Fortbildung pro Jahr ausreichend sind, um die Rahmenempfehlungen einzuhalten.

Sanktionen frühestens 2011

Sollte ein Inhaber sich wider Erwarten nicht fortbilden, treten Sanktionen in Kraft. Eine Rechnungskürzung von 7,5% wäre dann denkbar. Wenn man die zeitlichen Vorgaben betrachtet, dann wird es frühestens 2011 das erste Mal dazu kommen können, dass Fortbildungsverweigerern eine solche Kürzung droht. Und auch dann wird noch zu klären sein, ob eine Pauschalkürzung aller Umsätze einer Praxis möglich ist, wenn die Fortbildungspflicht nur eines einzelnen Therapeuten nicht erfüllt wurde. Insofern hat die neue Fortbildungsregelung keine wirklich dramatischen Auswirkungen.

Ärzte benötigen mehr Punkte
Ärzte erhalten ebenfalls Fortbildungspunkte, und zwar auch für betriebswirtschaftliche Fortbildungen, Online-Learning und Supervisionsteilnahme. Das ist bei Therapeuten nicht der Fall. Deswegen ist die Zahl der Fortbildungspunkte, die ein Therapeut erbringen muss, wesentlich geringer als bei Ärzten. Die Ärzte müssen in fünf Jahren 250 Punkte erarbeiten im Gegensatz zu den 60 Punkten, die ein Therapeut in vier Jahren sammeln muss.
Praxiswissen24-Kunden können sich die “Anlage 4 zu den Rahmenempfehlungen nach § 125 Abs. 1 SGB V” auf Wunsch zuschicken lassen.

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