Ausgabe up 09-2016 | Rubrik Schwerpunkt: Lymph-Kampagne

Fallbeispiel: Das passiert, wenn MLD nicht mehr angeboten wird

vom: 30.08.2016

Physiotherapeuten, die ihre MLD-Abrechnungserlaubnis zurückgegeben haben, aber die Lymphdrainage-Patienten trotzdem nicht therapeutisch im Stich lassen wollen, werden sich in Zukunft vielleicht an dem Beispiel eines Kollegen aus Frankfurt am Main orientieren.

Dort lassen sich ganz wenige Patienten anstelle der MLD einfach Physiotherapie/Krankengymnastik verordnen, gerne auch als Doppelbehandlung, wenn es die Diagnose hergibt. Was der Kollege während der Behandlung konkret macht, kann außer ihm niemand  wirklich beurteilen. Die Anwendung von Massagetechniken, die den Methoden der MLD ziemlich nahe kommen, ist gemäß Leistungsbeschreibung der Krankengymnastik nicht ausgeschlossen. So gelingt es dem Kollegen, diejenigen Patienten, deren Nichtbehandlung er nicht verantworten kann, trotzdem angemessen zu versorgen.

Dieses Beispiel zeigt, wie es manche Praxen auch ohne ausdrückliche Lymphdrainagezulassung schaffen, ihren Patienten zu helfen, und dabei auch nicht gegen aktuelle Rahmenverträge oder Zulassungsvereinbarungen verstoßen.

Allerdings ist so ein Vorgehen unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung kaum sinnvoll. Denn mit solchen Methoden können auch nicht qualifiziert Therapeuten arbeiten. Das wäre weder im Sinne der Patienten noch im Sinn der gut ausgebildeten Lymphdrainagetherapeuten. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wohin das Honorardumping der Krankenkassen unter Umständen führen kann.

Bildnachweis: iStock, KatazyrnaBialasiewicz

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  • es ist schon schlimm wenn zu solchen methoden gefriffen werden muss, schon echt traurig. niemand begibt sich doch freiwillich 2x die woche für 60 minuten in eine behanlung wenn sie nicht notwendig wäre. sollten sich die kassen mal überlegen

  • wann endlich gehen die Physiotherapeuten auf die Strasse?
    Ärzte sind sich nicht zu schaden Forderungen auf dies Weise durchzusetzen.
    Wir brauchen in diesem Staate die Öffentlichkeit und deren Protest gegen eine verlogene Regierung.
    Wenn Politiker nur daran denken sich zu versorgen und vor der Wahl Schein- Verbesserungen zu versprechen oder in
    kleinstem Maße zugestehen, dann gehört sie weg. Wir sind nicht dafür da, dass es unseren Politikern sehr gut geht sondern wir bezahlen unsere Steuern, damit ein Volk vernünftig regiert wird. Wir sind keine moderne Sklaven von moralisch verkommen Politikern

    • Richtig, genauso ist es, wir müssen alle handeln: Ärzte und Physios
      Man bedenke, dass auch viele an Krebs erkrankte Patienten nach Operation und z. B. Chemotherapie (sehr teuere Medikamente) oder Bestrahlung zu den Betroffenen gehören, warum verweigert man ihnen die nützliche und nicht sehr teure Lymphdrainage? Dieser Beschluss kommt von Funktiopnären ohne medizinische Kenntnis der wichtigen Zusammenhänge. Also kämpfen für unsere Patienten denn das gehört auch zu unseren Berufsbildern!

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