Ausgabe up 11-2016 | Rubrik Politik

Der Verband der Osteopathen argumentiert unehrlich – das ist nicht im Sinne der physiotherapeutischen Osteopathen

vom: 19.10.2016

Ein Kommentar von Ralf Buchner

Die physiotherapeutische Ausbildung soll Osteopathie vermitteln – damit Therapeuten sie später nach einer Zusatzausbildung ohne Heilpraktikerprüfung ausüben können. Das sieht ein Gesetzesentwurf der Großen Koalition vor. Während Ärzte- und Therapeutenvertreter den Entwurf begrüßen, betreibt ein Osteopathie-Verband Lobbyarbeit dagegen – mit irreführenden Argumenten.

Hiermit schlage ich den Verband der Osteopathen e.V. (VOD) für den deutschen Theaterpreis vor. Und zwar für die Inszenierung der „Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages am 17.10.2016“. Thema des Stücks: Die Integration der Osteopathie in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Physiotherapeuten. Hauptdarsteller: Kein geringerer als Herbert Landau, Bundesverfassungsrichter a. D. In seiner mündliche Stellungnahme baute er eine gewaltige Drohkulisse gegen die geplante Gesetzesänderung auf. Sogar einen Verfassungsbruch sah er in dem Gesetzesentwurf. Ein Mitglied des Ausschusses wies ihn schließlich darauf hin, dass sie schon wissen, was sie täten und „mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz“ stünden.

Doch derartiger Theaterdonner wirkt. Schon munkelt man in Berlin, dass das Gesundheitsministerium überlegt, die Gesetzesänderung zurückzuziehen. Die Angst, sich eine Klage vor dem Verfassungsgericht einzufangen, ist offensichtlich groß.

Dabei hat sich sogar die Bundesärztekammer für die geplante Gesetzesänderung ausgesprochen, die Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin ebenso, die Physiotherapieverbände sowieso. Bundesärztekammer und Therapeutenverbände vertreten vermutlich mehr als 400.000 Ärzte und Therapeuten – Osteopathen gibt es vielleicht 10 oder 15 Tausend. Trotzdem dominiert die deutlich kleinere Gruppe immer wieder die öffentliche Debatte. Ein schönes Lehrstück in Sachen Lobbyarbeit.

Ausbildungsstandard wird nicht sinken

Der VOD stellt die Sachlage folgendermaßen dar: Der Gesetzgeber wolle die Osteopathie-Ausbildung in ihrer jetzigen Form von 1.350 Stunden durch eine 60-stündige Schmalspurausbildung im Rahmen der Physiotherapieausbildung ersetzen.

Das ist jedoch schlicht und ergreifend falsch – niemand versucht, Ausbildungsstandards zu senken. Ganz im Gegenteil zielt die Gesetzesänderung darauf ab, die osteopathischen Verfahren so zu vermitteln, dass jeder Physiotherapeut anschließend die Rahmenbedingungen der Methode innerhalb seines Fachgebietes einschätzen kann. Um sie anwenden zu können, müssen die Therapeuten dann nach wie vor eine osteopathische Zusatzausbildung absolvieren – brauchen aber keine Heilpraktikerprüfung mehr.

Die 60 Stunden in  der Ausbildung sollen also den Fachhorizont der angehenden Physiotherapeuten erweitern. Genauso funktioniert es bei der Methode Manuelle Therapie in der Ausbildung, die aus einem Physiotherapeuten noch keinen Manualtherapeuten macht. Auch das Fach Chirurgie in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung befähigt Therapeuten nicht dazu, Operationen durchzuführen.

Dem VOD geht es um das „eigenständige Berufsbild“

Das ist auch dem VOD klar. In Wirklichkeit es geht ihm nicht um die Physiotherapeuten, sondern darum, dass der VOD im Gesetzesentwurf die „Eigenständigkeit des Berufsbilds der Osteopathen negiert“ sieht. Der Verband verfolgt sein langfristiges Ziel, die Osteopathie als Berufsbild neben Ärzten und Therapeuten zu etablieren. Nun lässt sich grundsätzlich nichts dagegen sagen, wenn ein Verband pointiert die Interessen seiner Mitglieder vertritt – nur wessen Interessen sind das im Fall des VOD genau? Die eigene Mitgliederliste des VOD und die Untersuchungen anderer Verbände zeigen, dass vermutlich über zwei Drittel der in Deutschland tätigen Osteopathen von Haus aus Physiotherapeuten sind.

Osteopathie ohne überflüssige Heilpraktikererlaubnis

Weil die Rechtslage unklar ist, sind diese osteopathisch ausgebildeten Physiotherapeuten entweder gezwungen, die inhaltlich vollkommen überflüssige Heilpraktikerprüfung abzulegen. Oder sie hoffen darauf, dass niemand sie dabei ertappt, wenn sie ohne formale Erlaubnis „Heilkunde“ betreiben. Denn ein Physiotherapeut, so hat das OLG Düsseldorf entschieden, dürfe nicht einmal auf ärztliche Verordnung hin Osteopathie ausüben – eben weil sie nicht in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Physiotherapeuten eingebunden ist.

Genau an dieser Stelle greift der vorliegenden Gesetzesentwurf, der vielen osteopathischen Physiotherapeuten das Leben erleichtern würde. Durch ihn müssten osteopathische Physiotherapeuten keine unsinnige Ausbildung zum Voll-Heilpraktiker mehr machen.

Physiotherapeuten haben die Osteopathie erst groß gemacht

Doch der VOD will das nicht. Es müsse, so der VOD, verhindert werden, dass „nicht dazu befähigte Therapeuten, wie Physiotherapeuten, Behandlungsmethoden der Osteopathie anwenden“. Diese Trennung ergibt aber keinerlei Sinn, schließlich geben Osteopathen nach ihrer Zusatzausbildung ihren Status als Physiotherapeut nicht ab. Warum spielt der VOD also die Fähigkeiten seiner eigenen Mitglieder herunter?

Die Osteopathie in Deutschland hat jedenfalls maßgeblich davon profitiert, dass tausende von Physiotherapeuten ihre knappen Honorare dafür nutzten, an Fortbildungen der Osteopathen teilzunehmen. Außerdem bezuschusste die GKV die von Physiotherapeuten durchgeführte Osteopathie mit mehreren Hunderten von Millionen Euro.

Dieses Geld scheint der VOD nun herzunehmen, um teure Gutachter zu bezahlen, die Physiotherapeuten bescheinigen, nicht „befähigt“ zu sein. Das ist unehrlich – und auf keine Fall im Sinne der ostepathischen Physiotherapeuten!

Bildnachweis: iStock, aerogondo

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  • irgendwie wird die ganze debatte missverstanden.es geht den physios doch gar nicht um darum das “berufsbild” des osteo
    kaputtzumachen und um die blödsinnige diskussion wer nun besser therapiert.lediglich darum,dass eine abglegte hp-prüfung zur ausübung der osteo(nach abschluss der osteoausbildung natürlich) berechtigt,aber eine physiotherapieausbildung die wesentlich umfangreicher ist,nicht!ist doch nen witz,dass evtl jmd der aus ner komplett anderern branche kommt u zb hp als fernstudium macht und niemals hand an einem patienten hatte,besser qualifiziert sein soll,als nen physio mit 3 jahren vollzeitausbildung,wahrscheinlich zig zusatzqualifikationen u jahren berufserfahrung!und dieses ewige sektenmässige”ganzheitliche…die philosophie der osteo…”man man…haltet doch mal den ball flach,wer das als wesentlichen unterschied zur physio nimmt,hat überhaupt nichts von physiotherapie verstanden.

  • Im Namen aller Osteopathen, die über eine fundierte Ausbildung verfügen und die Heilpraktikerprüfung abgelegt haben, möchte ich zu diesem Artikel Stellung nehmen. Für jeden, der die lange Ausbildung zum Osteopathen durchlaufen hat, ist die Heilpraktikerprüfung eine lächlerliche leichte Formalität, denn dort werden differentialdiagnostische Fähigkeiten abgefragt, welche zur Ausübung der Osteopathie elementar sind. Da geht in der Heilpraktikerprüfung um Grundkenntnisse in Pathophysiologie und das Erkennen von Kontraindikationen und der Grenzen des eigenen Handelns, z. B. wenn eine schulmedizinische oder notfallmäßige Intervention erforderlich ist, elementare Fähigkeiten, die der Patientensicherheit dienen.
    Eine rechtliche Grauzone zur Ausübung der Osteopathie gab es nie. Alle anderen, die illegal ohne Heilpraktikererlaubnis Osteopathie ausüben, können meiner Ansicht nach entweder nicht lesen, denn dies ist eine fundamentale Tatsache, die nicht erst durch das Urteil des OLG geschaffen wurde, oder verfügen nicht über die ausreichende fachliche Qualifikation eine Heilpraktikererlaubnis zu erlangen und folglich, da es sich dabei wirklich um sehr basales Grundwissen handelt, auch nicht über die Fähigkeit im Primärkontakt zu arbeiten. Wieso die Osteopathieverbände ein eigenes Berufsbild wollen, liegt auf der Hand, denn im Umkehrschluss sollte es auch nicht möglich sein, dass jeder Heilpraktiker, der nur ein Wochenendseminar zur Osteopathie besucht hat, diese Position abrechnen darf. Für die Patienten ist es nämlich nicht ersichtlich, welche Qualifikation der Therapeut hat. Des Weiteren darf man erst mit 25 Jahren HP werden, Vollzeitosteopathiestudenten sind aber vor Erreichen dieses Lebensalters bereits mit ihrem Studium fertig.
    Osteopathie ist keine Leistung, die man delegieren kann, der Begriff osteopathische Techniken ist irreführend. In der Osteopathie gilt ein ganz andere Philosophie, und ein anderer Ansatz und Zugang zum Patienten wie in der Schulmedizin und der Physiotherapie, die Salutogenese, die Selbstheilungskräfte stehen in diesem resourchenorientieren biopsychosoziale Ansatz deutlich im Vordergrund.
    Eine Eingliederung in die Physiotherapie ist nicht sinnvoll, dies wäre der erste Schritt zu weniger Autonomie. Osteopathie auf Rezept durch den Arzt als Kassenleistung und der PT als Ausführender von Techniken, so funktioniert Osteopathie nicht!!!! Und es kann auch nicht im Sinne der Berufsverbände der PT’s sein, die sich so vehement für Primärkontakt einsetzen und mit ihren Aussagen zur Osteopathie alle PT’s beleidigen und diskreditieren, die sich über die Osteopathieausbildung und Heilpraktikerprüfung von den Ärzten emanzipiert haben und selbständig, eigenverantwortlich, hochqualifiziert mit viel Zeit für Anamnese und Untersuchung (nicht im 15 Minuten Takt oder 2-7 wie beim Arzt), ihre Patienten schneller fit bekommen und so viel weniger Kosten für das Gesundheitswesen produzieren.
    Das Problem auch liegt in der mangelnden Transparenz und der Vielzahl von Anbieter von Fortbildungen, die suggerieren Osteopathie könne man auch mit einem Wochenendseminar anwenden und abrechnen, diesen Sumpf müßte man ausheben, denn diese Anbieter produzieren PT’s die denken, sie könnten mir ihren so erworbenen Fähigkeiten osteopathisch tätig werden und dabei noch satt abkassieren. So geht das aber nicht, erst wer das Ganze erfasst hat, kann den Patienten richtig behandeln.
    Zu Ihrem Rechenbeispiel, klar sind die Osteopathen eine kleinere Gruppe als die Ärzte und die PT’S, aber deren Interessen decken sich nicht mit denen der weit größeren Mehrheit von 81 Mio. Patienten, die ein Recht auf qualifizierte Behandlung haben, und das geht nur mit klaren Regelungen, einheitlichen Ausbildungsstandards, langer Ausbildungsdauer und Studienabschlüssen und einem Kontrollgremium/Kammer wie es bereits in anderen Ländern etabliert wurde.

    • Warum nur decken sich so auffallend häufig die Aussagen der “Osteopathen” zu diesem Thema? Ich werde einfach den Eindruck nicht los, daß auf diesen Kursen teilweise eine Gehirnwäsche stattfindet.
      Ihr sprecht immer wieder von Studenten, Studium, Semestern, von einer Philosophie… (man könnte doch glatt den Eindruck gewinnen, dass es sich bei der Osteopathie um ein universitäres Hochschulstudium handelt. Hört sich doch schon mal super an…)
      Und auch bei Ihnen kann man in Ihren Zeilen ein erstaunliches Selbstbewusstsein feststellen, wer PatientInnen adäquat behandeln kann und wer nicht.
      Aus meiner Sicht ist es absolut nachvollziehbar sich aus den Fängen des Gesundheitssystems lösen zu wollen und nicht auf die Bezahlung der gesetzlichen Krankenkassen angewiesen zu sein-aber nicht auf Kosten der Physiotherapeuten! Ich begreife die Osteopathie einfach mal als das, was sie letztendlich ist: eine Weiterbildung für Ärzte, Physiotherapeuten oder Heilpraktiker, wenn auch eine sehr umfangreiche…
      Etwas mehr Demut und Respekt vor anderen Therapieformen, Ausbildungsstandards (z. Bsp. OMT), Berufsgruppen und das Erkennen der eigenen Grenzen würde uns allen in dieser Diskussion sicher gut zu Gesicht stehen…

  • Es gilt grundsätzlich mal zu unterscheiden was die deutschen Osteopathieverbände (egal ob ärztlich, nicht ärztlich, HP) unternehmen und was die Physio-Verbände seit vielen Jahren unterlassen.
    Die Osteo-Verbände machen wenigstens auf sich aufmerksam, um für ihre Positionen auch auf bundespolitischer Ebene Aufmerksamkeit zu erfahren. Jedoch derzeit vielleicht etwas zu kompromisslos. BVO, VOD und wie sie alle heißen, hätten sich nie auf die sog. Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie einlassen dürfen. Der Verbandsname und die Sicherung einer “Marke”, macht den Braten auch nicht fett. Schon gar nicht, wenn man recherchiert wie dieser Verband bzw. diese BAO-Sache so “groß und einflussreich” werden konnte.

    Die Physio-Verbände spielen seit Jahrzehnten mit schlechter Berufspolitik Duckmäuschen und machen sich stattdessen (in Kooperation mit dem deutschen Kassenwesen) über teils überteuerte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen die Taschen voll. Leider auch ein Trend der sich zunehmend auch in der Osteo breit macht. Ein Prof. meines ehemaligen Studienganges bezeichnete diesen Umstand schmunzelnd als Fort- und Weiterbildungsmafia. VPT und Co machen es sich aktuell viel zu einfach, indem nun im Rahmen des aktuellen Vohabens lauthals applaudiert wird, um sich nach vielen Jahren endlich mal im Gesundheitswesen zu profilieren bzw. vermeindlich aufzuwerten.

    Dass die Bundespolitik den Weg des geringstens Widerstandes gehen möchte, war absolut absehbar. Die Bundespolitik sollte sich vor allem auch dafür einsetzen, schlecht bzw. nicht voll ausgebildete Osteo-Ärzte und Osteo-HPs in ihrem Handeln einzuschränken, wenn schon immer über Patientensicherheit debattiert wird.

    Bevor der Aufschrei hier nun groß ist. Ich bin selbst Physio und gleichzeitig Osteopath. Physio ist nicht Osteo und umgekehrt. Beides sehr gute und vor allem wichtige Professionen, die zwar eigene Wege einschlagen, sich aber in Zukunft gemeinschaftlich dafür einsetzen sollten, den Ärzten weiterhin und offensichtlich die Butter vom Brot zu nehmen. Wer kennt nicht den Blick auf “sehr allumfassende” ärztliche Diagnosen wie etwa LWS-Syndrom. Primärkontakt wäre gerade deshalb für beide Berufsgruppen sinnig, da wir (egal ob Physio oder Osteo) letztendlich die tatsächlichen Beschwerden der Patienten ergründen.

    Und dieses unverständliche Rumgejammere (wie oben immer wieder zu lesen)..weshalb manche Physios trotz guter Physioausbildung mehr oder weniger in Richtung Osteopathie abwandern…es geht nicht darum ein besserer Physio zu werden wenn man sich der Osteo widmet. Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass Pyhsio zwar super ist, sich über die Osteo jedoch neue Wege und Möglichkeiten eröffnen. Sowohl fachlich wie auch finanziell.

  • Auch ich bin Physiotherapeutin mit Leib und Seele!!! und befinde mich in einer Osteopathieausbildung. Im Gegensatz zu den Kollegen (wenn ich manche jetzt überhaupt noch so nennen darf), halte ich mich jetzt nicht für etwas anderes. Ich bin und bleibe THERAPEUTIN die ihre Behandlungen um osteopathische Techniken erweitert und damit einen ganzheitlicheren Ansatz hat. Der Physiotherapeut THERAPIERT seine Patienten mit den Händen und auch der Osteopath THERAPIERT mit seinen Händen. Ich persönlich habe manchmal den Eindruck (ich möchte da niemanden zu nahe treten, es ist einfach mein Eindruck), da die 5jährigen Ausbildung und HP-Prüfung jedem einiges abverlangt: körperlich, familiär, finanziell… können es manche nur schwer ertragen, dass es jetzt einen etwas anderen und eventuell “leichteren” Weg geben soll. Vielleicht steckt auch in den Köpfen drin, dass die meisten osteopathischen Verbände das Ziel hatten, Osteopathie zu einem eigenständiger Beruf zu machen. Heilkundeberuf!!! In einem Satz mit Ärzten genannt zu werden, schmeichelt natürlich mehr als mit einem Physiotherapeuten ins Boot gesetzt zu werden. Leider, muss ich anmerken.
    Ich habe mir die interessanten Stellen der Anhörung auch angesehen. Uns Physios nach 4500 h Ausbildung als Gefährdung für Patienten hinzustellen, fand ich unverschämt. Mir fällt dazu nur der Begriff “Beleidigung” ein. Jedenfalls VOD-Mitglied werde ich NIE!!!

  • Prinzipiell ist ja gegen diesen Gesetzesentwurf als solches nicht viel einzuwenden. Für mich stellen sich diesbezüglich grundsätzliche Fragen. Warum wir Physiotherapeuten unsere eigene Stellenbeschreibung nicht erfüllen wollen. Wieso wird man Physio wenn man hinterher heilpraktisch oder osteopathisch tätig sein will? Warum wildern wir in anderen Berufsbildern herum? Reicht uns unsere eigene Expertise etwa nicht mehr? Weil jeder ein ganzheitlicher Supertherapeut werden will der alles ein bisschen kann, aber nichts gescheit.
    Sportwissenschaftler und PersonalTrainer eignen sich physiotherapeutische Techniken an, weil es von uns anscheinend niemand mehr machen will. Unser Beruf zerfliest unter lauter HP’s, Osteopathen und Sportwissenschaftlern zu einem Schatten seiner selbst. Meiner Meinung nach wird mit diesem Gesetzesentwurf dieser Entwicklung Vorschub geleistet. Mehr Selbstbewusstsein wäre angebracht, und kein Einblick in ein Berufsbild welches wir in der Praxis dann sowieso nicht ausüben dürfen ohne wiedermal eine weitere Fortbildung machen zu müssen.
    Ich hoffe ich schiesse hiermit nicht übers Ziel hinaus. beste Grüße

  • Sehr geehrter Herr Buchner, wenn mit diesem Vorhaben, über 60 Unterrichtsstunden Einblick in die Osteopathie zu gewähren, nicht einmal sichergestellt ist, das Physiotherapeuten tatsächlich ohne HP osteopathisch tätig werden dürfen, wo ist dann der Sinn an der Sache?
    Sie behaupten auch, das der VOD die Physiotherapie schlecht redet. Sie tun das aber nicht weniger! Warum sonst sollten Physioschüler Einblick in die Osteopathie bekommen? Damit se dann was gescheites lernen? Schwächen Sie nicht den Berufsstand der Physiotherapie wenn sie schon während der Ausbildung, Werbung für die Osteopathie machen? Mit 60 zusätzlichen Stunden könnte man doch eins der vielen Zertifikatspositionen in die Ausbildung integrieren! Warum setzen Sie sich nicht dafür ein? Damit würde der Beruf der Physiotherapie wenigstens wieder ein bisschen attraktiver werden. Es fehlen Physios an allen Ecken und Enden und Sie wollen schon auf der Schule die Werbetrommel für Osteopathie rühren, warum?

    • Mit der geplanten Gesetzesänderung wird sichergestellt, das Physiotherapeuten auf ärztliche Verordnung Osteopathie erbringen können, wenn sie die notwendigen Weiterbildung im Anschluss an ihre Ausbildung absolviert haben. Und mit der Gesetzesänderung wird sichergestellt, das ein sektoraler HP dann auch für Osteopathie genutzt werden kann, solange man sich auf den Bereich der Physiotherapie beschränkt.
      Ich behaupte nicht, dass der VOD die Physiotherapie schlecht redet, sondern der Rechtsvertreter des VOD hat vor den Physiotherapeuten gewarnt. Und was spricht dagegen, das PTs Einblick bekommen? Dass das Berufsgesetz dringend renoviert werden muss, ist vollkommen richtig, das sprechen Sie wohl allen Therapeuten aus der Seele.

      • Sehr geehrter Herr Buchner,
        1. diese geplante Gesetzesänderung, wann soll die denn kommen, und wer garantiert denn bitte einen eventuellen Erfolg dieser Änderung, oder ist das wieder etwas das “vielleicht oder auch wahrscheinlich, bestimmt bald” kommt? Und wer garantiert, dass diese Initiative tatsächlich dazu führt dass PT’s Osteopathie ausüben dürfen mit einem sektoralen HP bzw. ohne den vollen HP machen zu müssen?…. 2 Widersprüche bzw. Argumente in Ihrer Antwort oben lassen mich mehr als stark zweifeln: “…Physiotherapeuten auf ärztliche Verordnung Osteopathie erbringen können…” ist de facto nicht möglich, durch ein Urteil eines OLG bestätigt, da Osteopathie HEILKUNDE ist und diese NICHT delegierbar ist, und dabei kann ich mir auch nicht vorstellen dass dieser Fakt geändert wird. “…sektoraler HP dann auch für Osteopathie genutzt werden kann, solange man sich auf den Bereich der Physiotherapie beschränkt.” Man kann die Osteopathie nicht auf den Bereich der Physiotherapie beschränken da die Osteopathie einen ganzheitlichen Aspekt bietet, die PT beschränkt sich auf das parietale System (ein Führerschein für einen Roller ermächtigt auch nicht zum Fahren eines Autos auf 2 Räder…) Möglich wäre vielleicht einzig zu sagen, man kann die Physiotherapie respektive die Behandlung des parietalen Systems, als einen Teilbereich der Osteopathie sehen, aber auch dies würde der Osteopathie nicht gerecht werden, natürlich auch nicht der Physiotherapie. Die Osteopathie ist eine Grundhaltung gegenüber dem menschlichen Körper und seiner Physiologie und darüber, einem Körper wieder zu helfen sich selbst zu behandeln/ heilen – und nun das wichtigste – in seiner Gesamtheit!…
        2. Vor was hat denn der Vertreter des VOD nun wirklich gewarnt? Ich bin der Meinung dass er vor Therapeuten warnt, die sich denken “ich hab’s in der Ausbildung ja gehabt, ich probiere das jetzt einfach mal…” Davor würde ich auch warnen! Wer hat denn alles VOR der Fobi MT schon mal Techniken aus der Manuellen Therapie am Patienten probiert und eingesetzt? Theoretisch nicht zulässig, mindestens ein Graubereich, aber das wurde zumindest im Staatsexamen geprüft… Nochmals, die Osteopathie ist ein Konzept, keine lose Aneinanderreihung von Techniken……. Warnen nicht auch Vertreter der Physioverbände davor, MT ohne Zertifikat auszuüben? Frage ich mich warum wohl…

        Ich schließe mich Simon Traut an, warum nicht diese 60 Stunden nutzen um Zertifikatspositionen in die Ausbildung zu integrieren? Oder noch besser, endlich und ehrlich den direct access voranzutreiben, denn laut Studien würden 40 Unterrichtsstunden reichen um die PT’s zu befähigen, differentialdiagnostisch zu arbeiten. Übrigens, welche 60 Stunden sollen denn in der Ausbildung ersetzt werden? Gibt es da so viel “ersetzbares”…?

        Ich selbst bin übrigens PT und im vierten Jahr der Osteopathie Ausbildung und hoffe inständig, dass dieser Gesetzesentwurf NIEMALS durchkommt, m.E. würde dies alles nur dazu führen, dass sich die gesetzlichen Krankenkassen die Osteopathie irgendwann in irgendeiner Art und Weise einverleiben und sich die Osteopathen damit alles reglementierenden und bestimmenden Verbänden ausliefern müssen…

  • Ich hoffe nur im Sinne aller Osteopathen, dass dieser Gesetzesentwurf nicht durchkommt. Ich selbst bin Physiotheapeutin und Kinderosteopathin und habe gerade meine schrifltiche HP-Prüfung abgelegt. Auch wenn viele meinen, diese Ausbildung und Prüfung wäre am Thema vorbei kann ich nur sagen, dass ich in der Ausbildung zur Heilpraktikerin sehr viel dazu gelernt habe was weder in den Ausbildungen zum Physiotherapeut noch zum Osteopath vermittelt wurde. Auch werde ich diese Dinge in meinem beruflichen Leben sicherlich sinnvoll anwenden können. Wenn ich hoffentlich demnächst in der Lage bin in Firstkontakt mit dem Patienten zu treten, kann ich zum einen meine Preise selber gestalten und nach entsprechenden Zusatzfortbildungen auch andere Dinge anbieten als Osteopathie. Dass die Ärztekammern zufällig mal den Verbänden der Physitherapeuten zustimmen, liegt für meine Meinung nach eher daran dass sie damit verhindern wollen, dass Patienten zuerst zum Arzt müssen und der Stand der Heilpraktiker insgesamt geschwächt wird. Weiterhin schonen die Ärzte durch die Empfehlung von Osteopathie weiterhin schön ihr Budget. Den Krankenkassen ist daran gelegen, die Kosten für Osteopathie möglichst gering zu halten. Dies lässt sich schon an der Begrenzung der Anzahl und der Höhe der Kostenerstattung erkennen. Auch haben die Krankenkasse Mitglieder gewonnen indem sie anfingen die Osteopathie zu erstatten. Jetzt fehlen den Krankenkassen die befugten Osteopathen und ein Osteopath kann den für sich errechneten Lohn fordern. Auf dem Differenzbetrag bleibt dann der Patient sitzen, was sicherlich auch schon einige Quängelein bei der Krankenkassen zur Folge hatte. Sollte die Osteopathie wirklich durch Physiotherapeuten durchgeführt werden dürfen, gäbe es meiner Meinung nach in kurzer Zeit eine Abrechnungspostion dafür, deren Preis von der Krankenkassen unterirdisch wäre, so dass sich die mindestens 4-5 jährige Aubildung überhaupt nicht mehr rentiert. Dass die Berufsverbände der Physiotherapeuten der Angelenheit freudig entgegensehen hat zur Folge, dass genau diese Verbände demnächst ihren Mitgliedern wieder eine mindestens 60 stündige Fortbildung verkaufen können. Ich kann nur hoffen, dass sich die Gesundheitsämter die Prüfung nicht aus den Händen mehmen lassen, da viele Therapeuten der Meinung sind: “Ich habe diese Fortbildung bezahlt – und muss sie auch bestehen.” Allgemein kann ich die Klagerei der Physiotherapeuten und Osteopathen nicht verstehen. Sicherlich hängen die langen Wartezeiten auf einen Prüfungstermin damit zusammen, dass viele Kollegen über Jahre illegal gearbeitet haben und jetzt auf einmal alle Leute gleichzeitig die Prüfung machen wollen. Damit schnell eine Heilpraktikerprüfung abgelegt werden kann werden die Gesundheitsämter sie demnächst Säle anmieten, damit jeder der sich zur Prüfung anmeldet auch geprüft werden kann. Wenigstens ist dies in Dortmund so. Abschließend kann ich nur sagen, jeder Physiotherapeut mit Osteopathieausbildung sollte sich überlegen ob dieser Gesetzesentwurf für sein weiteres berufliches Fortkommen und vor allen Dingen für seine eigene Preisgestaltung wirklich erstrebenswert ist.

  • Ich finde es eine Frechheit was die Physiotherapieverbände sich jetzt in die Osteopathie einmischen! Das eine hat mit dem anderen nur gemeinsam, dass man einem Patienten helfen möchte und einige Techniken ähnlich oder gleich sind. Jedoch in JEDER osteopathischen Behandlung durch weitere Techniken, die mit der Physiotherapie gar nichts zuvtun haben, ergänzt werden! Die Behandlungsansätze sind komplett verschieden. Als Physiotherapeut bin ich rein im parietalen Bereich unterwegs. Die einzigen Organe die ich behandle sind die Lunge und das Herz.
    Die Physuotherapieverbände sehen hier nur eine Marktlücke in die man sich probiert reinzudrängen oder auf den Zug aufzuspringen. Natürlich möchte die Osteopathie alleinstehend bleiben. Ich habe auch keine Lust mir von den Lullipulli Physioverbänden die Preise für odteopathische Behandlungen und die ausgiebige therapieziet kaputt machen zu lassen. Wie ihr schreibt, kommt ihr ja noch nicht einmal gegen die Minderheit der Osteopathen an! Wie wollt ihr uns dann gegenüber den Ktankenkassen vertreten?Und, dass gerade ihr hier schreibt, dass der VOD nicht die Interessen seiner Mitglieder vertritt ist wirklich nur lächerlich bei den vielen Skandalen von Physuopolitikern in den letzten Jahren, die ihre eigenen Mitglieder schlecht gemacht haben und die Preise immer weiter drücken.
    Auch das Argument, dass man ja seinen Physiotitel nach erfolgreicher Osteopathieausbildung nicht ablegt ist beschheuert! Warum sollte ich das auch machen? Ein Arzt der die Osteopathieausbidung macht, wird dann auch nicht seinen Stuhl abgeben!
    Ich bin ganz klar dagegen, dass die Osteopathie zur Physiotherapie gehört. Die Verbände würden alles nur schlecht machen. Am besten neben Arzt und Heilpraktiker oder ich mache halt eine unsinnige Heilpraktikerprüfung. Meinem Horizont würde es nicht schaden!

  • Damit ein vollständig ausgebildeter Osteopath seine Arbeit ausüben darf, ohne den Heilpraktiker machen zu müssen, muss nur das völlig veraltete Heilpraktikergesetz von 1939 geändert werden.
    Das hat mit der Physiotherapie überhaupt nichts zu tun.

  • Meiner Meinung nach kann eine Heilkunde, die ihre eigenen Herangehensweisen und Philosophien besitzt, international
    anerkannt und erfolgreich ist, nicht zu einer Fortbildung eines anderen Berufs gemacht werden.
    Natürlich ergänzen sich Techniken aus der manuellen Therapie und aus der parietalen Osteopathie.
    Aber hier fehlen eben noch 75% der anderen osteopathischen Techniken, die dem jetzigen physiotherapeutischen
    Berufstand dann doch eher fremd sind. Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass Physiotherapie dafür steht,
    Organe manuell zu behandeln oder urogenitale Untersuchungen durchzuführen. Ebenso sind Manipulationen in der Physiotherapie auch eine Grauzone, in der Osteopathie werden sie für quasi jedes Gelenk gelehrt. Um dabei die Sicherheit zu gewährleisten, muss der Osteopath seine manuellen Fähigkeiten aber auch enorm schulen und täglich mit den Manipulationen arbeiten. Dies ist meiner Meinung nach nicht sichergestellt, wenn ein Physiotherapeut nur bei entsprechenden Rezepten die Chance bekommt Osteopathie anzuwenden.
    Die Osteopathie muss also weiter unabhänig von der Physiotherapie bleiben und noch weiter gestärkt werden. Dann könnte man sich mehr auf die Zusammenarbeit mit der Physiotherapie kozentrieren um ein gutes Gesamtmanagement für die Patienten herzustellen anstatt zwei Berufs zu vermischen.
    So finde ich, dass die Osteopathie es schon seit langem verdient hat einen eigenen
    Berufsstand zu erhalten. Das jetzige Vorhaben des Bundestages wird der internationalen Entwicklung
    der Osteopathie in anderen Ländern nicht gerecht. Finnland, Großbritanien, Malta, Island, Schweiz und Frankreich
    haben es in Europa bereits vorgemacht, dass Osteopathie staatlich geregelt stattfinden kann ohne es in die Physiotherapie
    zu integrieren. Weltweit sind hier Neuseeland, Australien, Kanada und die USA als Beispiele zu nennen. Wenn wir also doch bereits mit der jetzigen Situation in der Osteopathie und auch in der Physiotherapie weltweit hinterhinken: Wie können wir dann in der Osteopathie guten Gewissens noch einen weiteren Schritt zurückgehen?

    Ich bin übrigens selbst Physiotherapeut, befinde mich in der Osteopathie Ausbildung und hätte natürlich Vorteile dadurch,
    dass ich auch ohne HP Osteopathie anwenden dürfte. Aber ich bevorzuge ganz ehrlich den Weg einen eigentlich
    überflüssigen HP zu machen dafür dann aber von Krankenkassen unabhängig zu bleiben.

    Der einzig richtige Weg um den überflüssigen HP loszuwerden kann also nur ein eigener Berufsstand mit Direktzugang
    sein.

    • …und schon wieder findet eine “Verguruisierung” der Osteopathie statt! Hier am Beispiel der Manipulationen. Wenn es darum geht kann ich Ihnen sehr gerne die Maitland-Kurse, Kaltenborn-Evjenth Manipulationskurse Extremitäten, sowie die OMT-Ausbildung in beiden Systemen empfehlen. Dieser Behauptung fehlt jegliche Grundlage und eine Aussage, dass für die Physiotherapeuten zu wenig Übung besteht ist mit Verlaub einfach Quatsch!

      • Lesen Sie doch erstmal was er schreibt. Es fehlen nicht nur Söder Manipulationen, sondern auch alle visceralen und craniosacralen Techniken.
        Es möchte doch keiner uns Physios etwas schlechtes, aber das passt einfach nicht zusammen. Es sind ganz unterschiedliche Behandlungsansätze

      • Habe selber Mailand absolviert. Aber darum ging es auch überhaupt nicht. Sondern darum, dass viele osteopathische Techniken kein Bestandteil der Physiotherapie sind und es sicherlich auch gut ist gewisse Dinge weiterhin zu trennen. Man kann hier nicht einfach zwei Berufe vermischen nur um ein Gerichtsurteil zu umgehen. Soll Ergotherapie dann demnächst auch mit 60 Stunden in die Physio Ausbildung einfließen und danach als Weiterbildung absolviert werden?

  • Sehr geehrte Teilnehmer dieser Diskussion.
    Herr Buchner ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen für Ihre Stellungnahme und den Versuch einigen Teilnehmern dieser Diskussionsrunde zu erklären, dass es absolut hilfreich und absolut notwendig für uns osteopathischen Physios wäre, wenn eine derartige Gesetzesänderung käme. Ich arbeite nun seit 1998 in dieser Branche und habe es mittlerweile aufgegeben manch einen Kollegen vom wirtschaftlichen Denken in unserer Branche zu überzeugen. Ich habe vor meiner Physioausbildung Ökonomie studiert und daher vielleicht einen anderen Hintergrund.
    Die Osteopathie wurde, wie sie richtig sagen, von uns Physiotherapeuten, in den letzten Jahren verbreitet. Daher brauchen wir in Zukunft eine Rechtssicherheit in unserem Arbeiten, die wir durch den vorgeschlagenen Gestzesentwurf erhalten würden. Mit den 60 Std. soll ein Physio in Ausbildung erste Einblicke in das Thema Osteopathie erhalten. Möchte er osteopathisch behandeln, muß er wie bei anderen Zertifikatskursen auch, für die Osteopathie die 1350 Std. Ausbildung absolvieren. Die Osteopathie sollte von den Krankenkassen bezuschußt, allerdings nicht in den HM Katalog mit aufgenommen werden. Ich hoffe, dass mit der Zeit immer mehr Teilnehmer dieser Diskussion, das verstehen.
    Herzliche Grüße nach Kiel.

    • Danke für den ersten sachlich kompetenten Beitrag😊😊😊👍🏻
      Vielleicht wäre es einmal an der Zeit sämtliche Zugangsvoraussetzungen,Inhalte und Ausbildungszeiten für alle diskutierten Ausbildungen ob Physio, Osteo ,Ergo, HP zu überdenken…. egal für wie schlau wir uns alle halten oder tatsächlich sind – Medizin haben wir meist nicht studiert, Ökonomie leider auch nicht🤔.. und als Physio und Osteo wehre ich mich einfach mal dagegen auch noch einen HP zu absolvieren und meinem eigentlichen Berufsbild davonzulaufen um höhere Honorare abrechnen zu dürfen … schön wäre ein eigenes Berufsbild für die Zukunft der Osteopathen aber dann bitte als Studiengang … und bis dahin gerne eine Regelung die uns einen rechtssicheren Raum bietet.

  • Herr Buchner stellt in diesem Bericht mehrere falsche Behauptungen auf:
    1. Behauptung: Ausbildungsstandards werden nicht sinken
    Diese Aussage ist falsch: Es werden lediglich 60 Stunden Weiterbildung im Gesetz verankert. Wenn Herr Buchner behauptet, dass „jeder Physiotherapeut anschließend die Rahmenbedingungen der Methode innerhalb seines Fachgebietes einschätzen kann“, ist dies absurd und vor dem Hintergrund der 60 Stunden nicht nachvollziehbar. Und: Osteopathie ist keine Methode innerhalb des Fachgebietes der Physiotherapie, wie der Autor schreibt.
    Herr Buchner behauptet weiter: „Um sie (die Osteopathie) anwenden zu können, müssen die Therapeuten dann nach wie vor eine osteopathische Zusatzausbildung absolvieren – brauchen aber keine Heilpraktikererlaubnis mehr“.
    Auch diese Aussage ist falsch: Eine weitere Zusatzausbildung ist nicht vorgeschrieben und muss daher auch nicht absolviert werden.

    2. Behauptung: Die Gesetzesänderung löst das durch das OLG Düsseldorf geschaffene Problem der Physiotherapeuten

    Im nächsten Absatz mutmaßt der Autor, dass das Problem der Physiotherapeuten nach dem Urteil des OLG Düsseldorf von 2015, wonach sie die Heilkunde Osteopathie nur mit Heilpraktikererlaubnis ausüben dürfen, durch die Einverleibung der Osteopathie mit 60 Stunden Fortbildung als „krankengymnastische Behandlungstechnik“ gelöst werden könne: „Denn ein Physiotherapeut, so hat das OLG Düsseldorf entschieden, dürfe nicht einmal auf ärztliche Verordnung hin Osteopathie ausüben – eben weil sie nicht in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Physiotherapeuten eingebunden ist.“
    Auch dies ist falsch: Das OLG Düsseldorf hat in seinem Urteil Osteopathie als Heilkunde in Form der vollumfänglichen, am Standard der BAO-Richtlinien gemessenen Ausbildung zum Gegenstand gehabt. Dieses Urteil wird nicht umgangen, in dem durch einen Gesetzestrick Osteopathie im Umfang von 60 Stunden der Physiotherapie angehängt wird. Auch in Zukunft wird daher für den Physiotherapeuten eine Heilpraktikererlaubnis erforderlich sein, um Osteopathie auszuüben.
    Nur durch eine gesetzliche Regelung, die alle Osteopathen umfasst – d.h. sowohl diejenigen, die im Grundberuf Physiotherapeut sind, als auch die grundständig ausgebildeten – kann das Problem gelöst werden. Dies ist der Grund, warum VOD und BVO sowie alle übrigen der Konsensgruppe Osteopathie angeschlossenen Fachorganisationen, sich für das Berufsgesetz einsetzen.
    Damit ist auch die Aussage falsch, dass der VOD verhindern wolle, dass Physiotherapeuten die Osteopathie anwenden. Das Gegenteil ist der Fall: Sie sollen Osteopathie anwenden dürfen, die dem internationalen und nationalen Standard entspricht.
    Und last but not least: Inwieweit der VOD davon profitieren soll, dass Physiotherapeuten Fortbildungen an Instituten besuchen, dafür bezahlen und davon, dass GKV Behandlungen bezuschussen, bleibt ebenfalls das Geheimnis von Ralf Buchner.

    • Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, meine Artikel zu kommentieren.
      Inhaltlich haben Sie mich leider nicht richtig zitiert, deshalb erlaube ich mir, diese Punkte richtig zu stellen.
      Zu 1. Ich habe in meinem Kommentar nicht behauptet, das Ausbildungsstandards besser oder schlechter werden. Meine Ausführung bezogen sich auf die Aussage des VOD, dass aus 1350 Stunden nun 60 Stunden werden sollen (siehe schriftliche Stellungnahme zum Anhörungsverfahren). Hilfreich in diesem Zusammenhang ist vielleicht auch, dass die 1350 Stunden von Osteopathieverbänden festgelegt wurden und keinesfall eine bundeseinheitliche Richtlinie darstellen. Ich höre von vielen Physiotherapeuten immer wieder, wie gut die Osteopathieausbildung ist. Darum werden die Osteopathieverbände ihre eigenen Richtlinien nicht in Frage stellen wollen. Und was bitte genau ändert sich am Ausbildungstandard der Osteopathen durch den Gesetzesentwurf? Genau: Überhaupt NICHTS! Was soll also bitte die Polemik?
      Zu 2. Ja, in der Tat gehe ich davon aus, dass mit der geplanten Gesetzesänderung sich die rechtliche Lage für osteopathische Physiotherapeuten verbessert. Sie dagegen gehen nach Ansicht ihres Rechtsvertreters davon aus, dass die geplante Änderung Verfassungswidrig ist. Da prallen einfach zwei Vermutungen aufeinander. Wer dann “Recht” hat entscheidet sich irgendwann vor Gericht. Und wie die Abgeordnete des Bundestages in der Anhörung schon formuliert hat: Die Ausschussmitglieder stehen mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz, das glaube ich auch.
      Zu Ihren weiteren Ausführung lässt sich feststellen, dass ich überhaupt kein Problem damit habe, dass der VOD und/oder die Konsensgruppe Osteopathie ein eigenes Berufsbild anstreben. Aber bitte nicht auf Kosten der Physiotherapeuten. Wenn hier eine Gesetzesänderung zugunsten der Physiotherapeuten vorgeschlagen wird und Sie als VOD verhindern das aus Eigeninteresse, dann finde ich das ziemlich erschütternd. Es geht hier nicht darum was der VOD verliert, sondern was die Physiotherapeuten gewinnen. Die Mitglieder des VOD kommen mehrheitlich aus dem Bereich der Physiotherapie. Der Aufstieg der Osteopathie zu einer bekannten Methode ist ja nicht nur der sicherlich hervorragenden Behandlungsqualität geschuldet, sondern ganz wesentlich durch die Physiotherapeuten und die GKV Millionen finanziert worden. Das sollte man nicht vergessen, wenn man durch seinen Rechtsvertreter erklären lässt, dass Physiotherapeuten eine Gefahr für die Patienten darstellen.

  • Die Reaktion meiner “ehemaligen” Berufskollegen ist an Arroganz wirklich nicht zu überbieten. Wie kann ein Verband wie der VDO von seinen Mitgliedern unterstützt werden, die in der überwiegenden Anzahl “ehemalige” Physios sind und sich dann von dessen Vertreter, einem ehemaligen Verfassungsrichter, als Gefahr für die Gesundheit der Patienten bezeichnen zu lassen? Und das, während der VDO auf seiner Internetseite die momentane Gesetzeslage u.a. so beschreibt, dass Physios mit einer abgeschlosseneren Osteopathieausbildung u. a. auf ärztliche Verordnung tätig sein dürfen und auch auf diesem Wege osteopathisch tätig werden dürfen? (obwohl genau jene eine Gefahr für das Patientenwohl darstellen)?????
    Versteht denn hier niemand, dass der Versuch unternommen wird die Osteopathie für Physios aus der rechtlichen Grauzone herauszubewegen ohne dass dafür die äußerst fragwürdige “Voll”-HP-Prüfung abgelegt werden muss?
    Wieso wird hierbei nicht die Chance erkannt künftigen Physioschülern die Möglichkeiten in der Osteopathie als Therapieform analog z. Bsp. der Manuellen Therapie aufzuzeigen und den jeweils Interessierten für eine komplette Ausbildung zu begeistern, damit Diese sich dann (Ironie kommt immer dann ins Spiel, wenn Argumente entweder unehrlich oder völlig absurd sind) auch als “ehemalige” Physiotherapeuten und dann “studierte” Osteopathen bezeichnen zu dürfen?
    Vor allem u.a. der VDO, sowie die Fortbildungszentren könnten dann davon profitieren und sich hoffentlich über potentielle, neue, zahlende Mitglieder bzw. Kunden freuen!
    Also wäre aus meiner Sicht “anpacken”, sich positiv, sowie argumentativ in eine Diskussion über ein sinnvolles Entwickeln eines Curriculums “Einführung in die Osteopathie” an den Physioschulen viel sinnvoller, als ein einseitiges, angstbedingtes Blockieren einer Legalisierung der Osteopathie für Physiotherapeuten, die die Absurdität einer HP-Prüfung ablehnen!

    Großes Lob an Sie Herr Buchner! Sie haben das Thema hervorragend dargestellt! Und sehr gut dass die Rede des VDO-Vertreters via Internet zur Verfügung gestellt wird. Dadurch erübrigt sich normalerweise jeder weitere Kommentar…

  • Sehr geehrter Herr Buchner
    Ich selbst bin Physiotherapeut und Osteopath. Die Forderung, dass Osteopathie ein Teil der Physiotherapie wird können leider nur Personen fördern und fordern, die das Prinzip und die Philosophie der Osteopathie nicht verstanden haben.
    Die Grundlage jeder osteopathischen Behandlung ist eine umfangreiche Diagnostik, die nicht nur den Bewegungsapparats betrifft sondern auch alle anderen Systeme des Körpers. Es geht auch nicht nur um Schmerzen im Bewegungsapparat, auch um Funktionsstörungen von Organen.
    Die Schweiz macht vor wie es richtig funktioniert.
    Es entstehen im Moment immer mehr Vollzeitstudiengänge über 5 Jahre mit B.Sc. oder M.Sc. Abschlüssen in Deutschland, die kompletten von medizinischen Einsteigern besucht werden. Diese Abschlüsse sind zum Großteil so ausgelegt, dass eine Anerkennung in der Schweiz, England und Frankreich möglich sind.
    1. Was passiert mit den Vollzeitabsolventen? Sind diese dann Physios oder benötigen diese Absolventen dann, wie jetzt, immer noch den HP?
    2. Was ist mit einer Annäherung an unsere europäischen Nachbarländer? Damit wir im Ausland, aber auch unsere Kollegen aus diesen Ländern bei uns tätig sein können und dürfen.
    Die Osteopathie hat einige Überschneidungspunkte im Bereich der parietalen Osteopathie mit der Physiotherapie deswegen ist diese jedoch noch lange kein Teil der Physiotherapie, eher andersherum.
    Die meisten der GKV die Osteopathie bezuschussen, bezuschussen auch HP Osteopathen oder Ärzte, die bei den einschlägigen Verbänden gelistet sind…
    Der VOD hat mit der BAO schon immer den eigenen Berufsstand gefordert und haben in der Mehrheit der Osteopathen absoluten Rückhalt, Zumindest ist mir noch keiner persönlich untergekommen, der die Eingliederung in die Physiotherapie begrüßt hätte. Mit Lobbyismus hat dies nichts zu tun, es ist eine ehrliche Meinungsvertretung des Berufsstandes. Natürlich sprechen sich die Konkurrenten der Osteopathie, Ärzte, Manualtherapeuten und Physios für die Eingliederung aus, somit fällt ein konkurrierender Berufsstand im hart umkämpften medizinischen Bereich weg. Durch die Verordnungspflicht in der Physiotherapie durch die Ärzte wird auch noch der freie Zugang für Patienten eingeschränkt. Wer also betreibt Lobbyismus im eigenen Sinne?
    Leider ist Ihr Artikel sehr parteiisch und beleuchtet das Thema einseitig, eine absolute Stimmungsmache.
    Wo wird denn unehrlich argumentiert?
    Das ist meine Meinung als Physiotherapeut, der auch schon vor einigen Jahren an einem Artikel Ihrer Zeitschrift beteiligt war.

    • Vielen Dank für Ihr sehr ausführliche Stellungnahmen!
      Unehrlich ist die Argumentation des VOD, die Ausbildung würde von 1350 Stunden auf 60 Stunden verringert. Das ist offensichtlicher Unfug! Und unehrlich ist es, Physiotherapie und GKV zu verdammen, und gleichzeitig Geld – sowohl von Physiotherapeuten als auch von der GKV in Millionenhöhe einzustreichen.

      Zu Ihren beiden Fragen:
      1. In Deutschland benötigt man zur Ausübung der Heilkunde entweder eine Approbation oder eine “Zulassung” als Heilpraktiker. Das ist vollkommen unabhängig davon, wo man welche Ausbildung gemacht hat. Es wird also niemand gezwungen Physio zu werden, sondern Physios könnten es zukünftig einfach haben, beschränkt auf ihr Fachgebiet Osteopathie legal anwenden zu können.
      2. Die fachliche Angleichung der Ausbildungsgänge und Erlaubnisse der nicht ärztlichen Heil- und Hilfsberufe auf europäischer bzw. internationaler Ebene ist dringend notwendig. Daran ändert auch die vorgeschlagenen Gesetzesänderung nichts.
      In der Hoffnung, dass Sie uns als Leser und Mitgestalter erhalten bleiben, grüße ich Sie herzliche aus Kiel

  • Wie Sven schon schrieb , hat der Beruf Osteopath mit dem des Physiotherapeuten nur noch rudimentär etwas zu tun. Es muss einen anderen Weg geben , daß Physiotherapeuten mit Osteopathie-Ausbildung (mind.1350h) legal als osteopath arbeiten dürfen.
    Wenn die Osteopathie in die PT-Ausbildung integriert wird mit 60 Stunden , wird die Osteopathie zur GKV-Kassenleistung und dann beginnt das Honorar-Dumping und Vorschriften wie und wie lange eine “Osteopathische Behandlungseineheit” zu sein hat. DAS kann NIEMAND hier wollen! Wer es trotzdem möchte , hat anscheinend das Prinzip Osteopathie nicht verstanden. ICH als Osteopath entscheide wie lange eine Sitzung dauert und was ich in dieser mache – sonst NIEMAND! Weder eine GKV , noch ein Arzt der mir eine Verordnung dafür dann ausstellen soll.
    Ich “war” auch Physiotherapeut und “bin” jetzt Osteopath. Etwas sehr differentes. Gerade deswegen MUSS die Osteopathie ein eigener Beruf in Deutschland werden , weil es so different ist.
    Zu Ihrem Artikel: Ich finde ihn auch übertrieben. Insbesondere den Vorschlag des VOD für den Theaterpreis. Sachlich fundiert sieht anders aus…..

    • Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die Erweiterung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Physiotherapeuten um osteopathische Techniken bedeutet keinesfalls, dass damit Osteopathie in den Heilmittel-Katalaog der GKV aufgnommen wird.
      Und beim Thema Honoar-Dumping können sich viele Osteopathen an die eigene Nase fassen: Es gibt erstaunlich viele Osteopathen, die leider nicht das Honorar abrechnen, das dafür angemessen ist. Und einerseits die Zuschüsse der GKV zur Osteopathie in Millionenhöhe einzunehmen und gleichzeitig auf die GKV-Dumping-Tarif zu schimpfen ist ein wenig widersprüchlich. Schließlich ist der Aufstieg der Osteopathie auch ganz entscheidend der Finanzierung durch die GKV zu verdanken!

      • In der täglichen Ostoepathie-Praxis ist inzwischen die Patienten, die einen GKV-Zuschuss erhalten, eher die Minderheit. Entsprechend ist der Vorwurf, die Osteopathen würden sich an den GKV-Zuschüssen bereichern, schlichtweg lächerlich.
        Aber selbstverständlich besteht von entscheidenden Seiten her ein großes Interesse daran, die Osteopathie als “verordnungspflichtig” zu halten.
        Die GKVs können über die Schiene der Verordnungspflicht en Umfang der Leistungen begrenzen und natürlich, egal ob freiwillige Leistung oder vielleicht irgendwann doch Regelleistung, die Vergütung festzulegen.
        Ärzte können sich damit die Hoheit bewahren, festzulegen, ob ein Patient die Osteopathie in Anspruch nimmt.
        Dem Patienten wird die Freiheit genommen, sich eigenverantwortlich für eine osteopathische Behandlung zu entscheiden.
        Was soll das und aus welchen Beweggründen lassen Sie sich so vor diesen Karren spannen, Herr Buchner.
        Eine Idee von der Osteopathie bekommen inzwischen fast alle Physio-Schüler, weil es an jeder Schule Lehrkräfte gibt, die Grundlagen vorstellen. Als Physio fände ich es aber viel wichtiger, dass den Schülern auch wieder vermittelt wird, wie wichtig die “klassisch physiotherapeutischen” Weiterbildungen für die Physiotherapie sind!
        Die vollständige Osteopathie hat definitiv nicht viel mit der Physiotherapie zu tun und einen komplett anderen Ansatz.
        Die Freiheit, mit dem Patienten zu erarbeiten, an welchen Problemen gearbeitet werden soll und welcher zeitliche Umfang dafür nötig ist, darf der Osteopathie nicht verloren gehen.
        (Diese ist aber bei einer Integration der Osteopathie in den Beruf der Physiotherapie absolut in Gefahr!!!! – So, wie die Gesundheitspolitik seit Jahren auf eine “Einheits-Physiotherapie” – kurz, standardmäßig, zu ersetzen mit Übungsblättern,…. überflüssig – hin arbeitet – und die Physio-Verbände dabei zusehen.)
        Viele Patienten suchen genau diese Freiheit, selbst mit zu bestimmen, wie sie ihre gesundheitlichen Probleme angehen! Patienten sollte das Recht erhalten bleiben, sich für die Osteopathie zu entscheiden – hierfür muss die Ausbildung so ausgelegt sein, dass ein “first contact” möglich ist. Ob mit HP oder als eigenständiger Beruf!!!

      • Es tut mir leid, wenn der Eindruck entsteht, ich würde mich vor irgendeine Karren spannen lassen.
        Was hier leider immer wieder miteinander verwoben wird ist der rechtlich/formale Aspekt mit einer inhaltlichen Beurteilung. Inhaltlich/fachlich kann und will ich mich nicht darüber unterhalten, ob Osteopathie eine eigenständiger Beruf ist oder nicht – wie die Abgrenzung zu anderen Berufen etc. ist. Das ist hier definitiv nicht das Thema.
        Hier geht es schlicht darum, ob es für die Physiotherapeuten sinnvoll sein könnte, dass die Osteopathie einen gewissen Stellenwert in der Ausbildung bekommt. Und das haben Sie hier gerade ausdrücklich gewünscht. Was ist dann das Problem.
        Alle Szenarien, die darauf abheben, dass die Kassen die Osteopathie bald als Pflichtleistung in den Heilmittel-Katalog aufnehmen sind nicht mit Fakten zu belegen. Zum einen müsste die Studienlage zur Osteopathie so beschaffen sein, dass die ziemlich harten Kriterien der EBM erfüllt wären. Allein diese Prüfung würde Jahre dauern. Zum anderen ist nicht zu erkennen, wer an einem solchen Verfahren Interesse hätte. Niemand, aber wirklich gar kein Leistungserbringer kann aktuell oder in Zukunft Interesse daran haben, dass die Osteopathie Standard-Kassenleistung wird. Warum warnen so viele Osteopathen vor einem Szenario, das niemand anstrebt?

  • Sehr geehrter Herr Buchner,
    wenn die Physiotherapieverbände zeitlebens nicht so eine unglaubliche schlechte Berufspolitik machen würden und dadurch den großartigen Beruf des Physiotherapeuten zu einem der schlecht bezahltesten Berufe des Landes haben verkommen lassen, hätten sie bestimmt keinen Anlass zu Versuchen die Osteopathie für sich und ihre Interessen zu vereinnahmen. Den diese beiden Berufe haben lediglich “Drücken” und “Ziehen” gemeinsam, sonst nichts!

  • Der Verband macht das was er soll und denkt an seine Mitglieder. Etwas von dem wir in der Physiotherapie nur träumen können. Denn der nächste Schritt ist das das sich die Osteopathie für 15€ pro 20min im Heilmittelkatalog wiederfindet. Dafür macht keiner eine Teure, 5 jährige Ausbildung. Sondern weil er raus will aus dem kranken System der Krankenkassen um seine Familie ernähren zu können.
    Mal abgesehen davon, dass dir Zeit in der Ausbildung dann für etwas anderes fehlt, oder die Ausbildung länger dauert und am Ende wohl alles wieder teurer wird.
    Danke VOD!

    • Ja, der VOD macht ohne Zweifel gute Lobbyarbeit. Trotzdem darf man sich Fragen, ob das auf Kosten der Physios gehen muss.
      Zu der immer wieder thematisierten Angst davor, dass Osteopathie im Heilmittel-Katalaog auftauchen könnte: In den vergangenen 15 Jahren hat es keine einziges Heilmittel gegeben, das es neu in den HMK geschafft hätte. Die Hürden in diesen Katalog aufgenommen zu werden sind extrem hoch, da brauchen Sie wirklich keine Angst zu haben.

  • Wenn ich mir anschaue wie hier Wahrheiten verdreht werden, dann wird mir einiges klar. Gottseidank gibt es noch Physiotherapeuten die ihr Gehirn nicht beim Verband abgegeben haben.

  • Ein Physiotherapeut der seine 5 jährige Ausbildung mit 1350 Std absolviert hat, sieht sich mehr als Osteopath, denn als Physiotherapeut und will auch osteopathisch arbeiten. Deswegen sind wir für ein eigenes Berufsbild. Denn Osteopathie ist Heilkunde und Physiotherapeutie ein Heilmittel. Das sind zwei ganz verschiedene medizinische Arbeitsfelder. Es gibt Techniken, die sich natürlich ähneln aber die Behandlung ist eine ganz andere, denn das Denken und Wissen ist deutlich mehr aber vor allem das Ziel ist ein anderes. Ich finde es unmöglich, dass jemand der kein Osteopath ist (überhaupt Physiotherapeut?) sowas schreibt. Es zeigt das er absolut keine Ahnung hat. 60 Std sind zur Anregung ganz gut aber für mehr auch nicht. Und ja, der große Heilpraktiker ist eine Last aber er ist notwendig solange Osteopathie nicht anerkannt ist.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar. Erlauben Sie mir anzumerken, dass auf dieser Seite jeder seine freie Meinung äußern darf, unabhängig davon, welche Berufsausbildung er hat.
      Der von Ihnen bemängelte Kommentar bezieht sich auf den rein rechtlich-formalen Aspekt der Debatte und bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Inhalte oder Wirkung der Osteopathie.
      Ihr Hinweis, dass Physiotherapie keine Heilkunde sei, ist so nicht richtig. Selbstverständlich ist Physiotherapie in den meisten Fällen Heilkunde – und zwar auf Verordnung (und fiktiv) unter Aufsicht des Arztes. Daraus resultiert auch die diesbezügliche Umsatzsteuerbefreiung für Physiotherapie.
      Mit der Einführung der Osteopathie in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Physiotherapeuten könnten PTs dann ebenfalls auf Verordnung durch den Arzt Osteopathie als Heilkunde ausüben.

  • Vielen Dank für den Artikel. Leider haben Sie nicht verstanden, dass der Beruf des Osteopaten nicht viel mit dem Beruf eines Physiotherapeuten zu tun hat. Philosophie und Herangehensweise sind völlig verschieden. Das ist wie mit dem berühmten Äpfel und Birnen. Natürlich wollen die Physiotherapeuten wieder mehr in den Vordergrund rücken, die Ärzte ihre Kompetenz nicht abgeben und die Krankenkassen den Preis einer osteopathischen Behandlung diktieren…..
    Und das schreibe ich als Osteopath, Heilpraktiker und ehemaliger Physiotherapeut. Nicht ohne Grund möchte ich nicht mehr als Physiotherapeut arbeiten und unter dem Kommando von Ärzten stehen (abgesehen von dem Hungerlohn, die man als Physiotherapeut verdient).

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar. Selbstverständlich sehe ich, dass Osteopathen sich von Physiotherapeuten absetzen wollen. Und ich bin sicherlich nicht in der Lage den fachlichen Unterschied zwischen Osteopathie und Physiotherapie zu würdigen.
      Was ist allerdings beurteilen kann, ist eine unehrliche Argumentation. Und nur die habe ich in diesem Fall angeprangert. Ich finde, dass die Osteopathen gern für ein eigenes Berufsbild kämpfen dürfen, aber bitte nicht auf Kosten der Physiotherapie, aus deren Berufsstand sich die überwiegende Mehrheit der Osteopathen rekrutiert.
      Machen wir uns doch nichts vor: Die Anerkennung der Osteopathie als eigenständiges Berufsbild scheitert bestimmt nicht an den Physiotherapeuten – der richtige Ansprechpartner wären die Ärzteverbände, die sicherlich alles tun werden um das zu verhindern!

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