Ausgabe up 01-2017 | Rubrik Lymphkampagne

Zwischenstand zur Lymph-Kampagne, Episode IV: Eine neue Hoffnung

vom: 23.12.2016

Die Unterschriftenaktion war schon zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe ein voller Erfolg. Das lässt hoffen, dass sich die Situation der Lymphdrainage-Patienten verbessern könnte.

Wir haben allen Grund, zu gratulieren – Sie haben sich und uns mit Ihrem Engagement ein wunderbares Weihnachtsgeschenk bereitet. Zum Redaktionsschluss am 23. Dezember 2016 zählt die Petition der Lymph-Kampagne mehr als 66.000 Unterzeichner. Schon lange war unsere Petition jene mit den meisten Unterzeichnern auf der Plattform – am 23. Dezember rangierte auf Platz zwei „Höhere Strafen für nicht beachten der Rettungsgasse“ mit gut 28.000 Unterschriften. Der Betreiber der Plattform suchte zudem kurz vor Weihnachten das Gespräch mit uns, weil er unsere Kampagne als „Muster-Petition“ sieht.

Petition läuft bis zum 23.12.2016

Nur noch heute kann online unterschrieben werden bzw. können die Unterschriftenlisten noch hochgeladen werden! 

Die Therapiebranche schlägt zurück

Das erfreuliche Ergebnis der Kampagne verdeutlicht, dass viele Menschen sich gegen die schlechte wirtschaftliche Situation von Lymphdrainage-Therapeuten wehren wollen. Unsere Hoffnung ist, dass es ebenso zeigen wird, wie ein Schulterschluss von Patienten und Therapeuten Einfluss auf Entscheidungen des Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) nehmen kann.

Möge das Gesundheitsministerium mit uns sein

Grund für die Lymph-Kampagne war eine Änderung der Heilmittel-Richtlinie, die der GKV-Spitzenverband angestoßen und der G-BA im Sommer 2016 nebenbei als „Klarstellung“ durchgewunken hat. Sie „stellt klar“, dass Therapeuten Kompressionsbandagen erst im Anschluss an die Manuelle Lymphdrainage durchführen dürfen. Bezahlen werden die Kassen die Bandagierung nicht. Es bleibt bei der Vergütung für die Bandagen – die oft nicht einmal deren Kosten deckt.

Mit der Petition fordern wir Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf, seine Rolle als Rechtsaufsicht über die GKV zu nutzen. Gröhe kann GKV-Spitzenverband und G-BA dazu bewegen, die Änderung zurückzunehmen. Er und seine Regierung können sich zudem dafür einsetzen, dass die MLD und andere Zertifikatsleistungen endlich fair vergütet werden.

Achtung: Solange die Politik nichts daran ändert, gilt die Änderung der Heilmittelrichtlinie zum 1. Januar. Wenn Patienten ihrer Kasse berichten, dass ihr Therapeut beispielsweise die letzten zehn der 45 Minuten MLD für die Bandagen genutzt hat, kann es passieren, dass die Kasse die Behandlungseinheit nicht vergütet.

Mehr: Wie es mit der Petition weitergeht, erfahren sie stets aktuell auf www.up-aktuell.de/mld. In der Februarausgabe von up | unternehmen praxis berichten wir im Detail darüber.

Bildnachweis: www.openpetition.de

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