Ausgabe up 02-2017

Verordnungen außerhalb des Regelfalls: Bei diesen Krankenkassen müssen Sie derzeit eine Genehmigung einholen

vom: 20.01.2017

Seit dem 1. Januar 2017 gelten Verordnungen im Rahmen des langfristigen Heilmittelbedarfs grundsätzlich als genehmigt. Steht eine Diagnose auf der zugehörigen Liste, ist kein Antrag an die Krankenkasse mehr nötig.

In allen anderen Fällen besteht nach wie vor der Genehmigungsvorbehalt, wenn Patienten eine Verordnung außerhalb des Regelfalls benötigen. Die meisten Krankenkassen haben mittlerweile erklärt, dass sie auf eine solche Genehmigung verzichten – doch eben nicht alle.

Der GKV-Spitzenverband aktualisiert regelmäßig die Liste der Krankenkassen, die  entweder vollständig oder teilweise auf dem Genehmigungsverfahren bestehen oder sich einfach nicht zum Thema geäußert haben. Dabei handelt es sich um 21 von insgesamt 113 Gesetzlichen Krankenversicherungen (Stand 1. Januar 2017). Diesen 21 Kassen sollten Sie Verordnungen außerhalb des Regelfalls also stets zur Genehmigung vorlegen, bevor Sie mit der Behandlung beginnen.

Wir haben Ihnen die betreffenden Krankenkassen in der folgenden Tabelle zusammengestellt. Zu jeder Krankenkasse finden Sie auch die Fax-Nummer. So lässt sich der Antrag problemlos per Fax übermitteln. Denken Sie daran, das Fax-Protokoll als Nachweis auszudrucken und abzulegen. So können Sie später beweisen, dass Sie den Antrag auf Genehmigung rechtzeitig gestellt haben.

Name der Krankenkasse Kassenart Hinweise/Besonderheiten Faxnummer
AOK Bremen / BremerhavenOrtskrankenkasseGenehmigungsverfahren für sämtliche Sachverhalte0421 / 1761-91991
AOK – Die Gesundheitskasse in HessenOrtskrankenkasseGenehmigungsverzicht bis auf Widerruf für Logopädie sowie Physiotherapie ZN1, LY2, LY3, AT3, EX4; Genehmigungsverfahren für alle übrigen Sachverhalt069 / 85 091-7920
AOK Nordost – Die GesundheitskasseOrtskrankenkasseGenehmigungsverzicht bei Physiotherapie (außer KG-Gerät, KG-ZNS-Bobath und KG-Muko, KG-Bewegungsbad, D1; Genehmigungsverfahren für Logopädie und Ergotherapie (außer Gruppenbehandlungen)0800 / 2650900
AOK Rheinland/HamburgOrtskrankenkasseGenehmigungsverfahren für Physiotherapie (außer ZN1, AT3, EX4, LY2 und LY3) und Ergotherapie; Genehmigungsverzicht bis auf Widerruf für Logopädie0211 / 8791-1125
AOK Sachsen-AnhaltOrtskrankenkassekeine Angabe0391 / 2878-47878
Bahn-BKKBetriebskrankenkassekeine Angabe0180 /500 800 4
BKK FirmusBetriebskrankenkasseGenehmigungsverfahren für sämtliche Sachverhalte0421 / 6434451
BKK GRILLO-WERKE AGBetriebskrankenkassekeine Angabe07431 / 10-2019
BKK ScheuffelenBetriebskrankenkassekeine Angabe07021 / 89 2799
BKK Stadt AugsburgBetriebskrankenkassekeine Angabe0821 / 324-3203
BKK VitalBetriebskrankenkasseGenehmigungsverfahren für sämtliche Sachverhalte0621 / 5709585
BKK Werra-MeissnerBetriebskrankenkassekeine Angabe05651 / 7451-999
BKK Wirtschaft & FinanzenBetriebskrankenkassekeine Angabe0234 / 479 1999
BMW BKKBetriebskrankenkassekeine Angabe08731 /76-29955
Debeka bkkBetriebskrankenkasseGenehmigungsverzicht in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen bis auf Widerruf; Genehmigungsverfahren im restlichen Bundesgebiet0261 / 9414320
Ernst & Young BKKBetriebskrankenkassekeine Angabe05661 / 70767-49
IKK gesund plusInnungskrankenkasseGenehmigungsverzicht bis auf Widerruf für Physiotherapie EX4, ZN1, ZN2, LY2, LY3, AT3; Genehmigungsverfahren für alle übrigen Sachverhalte0391 / 2806 – 6839
IKK NordInnungskrankenkasseGenehmigungsverzicht bis auf Widerruf für Physiotherapie; Genehmigungsverfahren für Logopädie und Ergotherapie04331 / 345708
Novitas BKKBetriebskrankenkasseGenehmigungsverfahren für sämtliche Sachverhalte0180 / 263 63 56
Südzucker-BKKBetriebskrankenkasseGenehmigungsverfahren für sämtliche Sachverhalte0621 / 32858-49
WMF BKKBetriebskrankenkassekeine Angabe07331 / 258050

Bildnachweis: Fotolia, Stauke

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  • Hallo
    ich habe eine frage mein Opa ist bei der AOK ..er leidet an Schluckbeschwerden war an Kieferkrebs erkranke er muss sein ESSEN pürieren die ganze linke Gesichtshälfte hält ein …ihm helfen Lymphdrainage usw,, damit das alles besser durchblutet wird …ihm wurde das vom Hausarzt und Zahnarzt nicht mehr genehmigt bzw verordnet,,Jetzt meine FRAGE so ein Patient braucht doch eine Dauerverordnung …..?????
    Bitte um Antwort
    Mfg Bley

    • Hallo, es ist zwar schon lange her, dass sie gefragt haben und ich bin Ergotherapeutin, aber ich kann dennoch etwas dazu sagen.
      Eine Dauerverordnung wird nicht einfach so ausgestellt. Es wird viel mehr der Regelfall durchlaufen. Und das ist alles im Ermessen des Arztes. Ich empfehle ganz oft den Facharzt noch hinzuzuziehen. Oft möchte der Hausarzt nicht verschreiben, dann kann der Facharzt dafür eintreten.
      Sie können im Heilmittelkatalog die Diagnose ihres Opas nachlesen und dann dadurch erfahren was der Regelfall zur Therapiemenge besagt. Ist der Regelfall ausgeschöpft liegt es im Ermessen des Arztes (ein Therapeut kann seine Meinung dazu in einem Bericht darlegen) ob weiter verordnet wird. Eine Pflicht besteht nicht. Wird nicht weiter verordnet, so findet nun eine Therapiepause statt, dürften 12 Wochen sein, wenn ich mich gerade nicht irre …. Ist diese beendet kann der Regelfall von neuem gestartet werden. Die Therapiepause hat oft ihren Sinn. Denn sie dient dem Überprüfen, ob die Krankheit fortschreitet, wie es sich mit Symptomen ohne Therapie verhält und so manch ein Patient ist auch dankbar, einmal nicht zur Therapie zu müssen.

      Bezüglich der Lymphdrainage haben sie geschrieben, dass es um eine bessere Durchblutung geht, das wundert mich. Denn bisher kannte ich das lediglich als Steigerung des Lymphabflusses und der Reduktion von Schwellungen – sollte hier ein Physio mit Lymphdrainage-Fobi mit lesen und ich schreibe Blödsinn, dann korrigiert mich unbedingt, denn ich kann nur berichten was ich so von Physios mit Lymph kenne.
      Warum wurde eigentlich keine Logopädie verschrieben, um die Schluckbeschwerden einzuschätzen und gegebenenfalls zu abzutrainieren? Soweit ich das weiß sind hier Logopäden Ansprechpartner Nummer eins. Die Lymphdrainage hat sicher auch ihren Sinn, das kann ich ja so aus der Ferne und als Ergotherapeutin nicht beurteilen, aber im ersten Moment, würde ich das als Zusatz sehen und den eigentlichen Schluckvorgang an erster Stelle.

      Wenn kein Arzt eine Logopädie verschreiben möchte, so greifen Sie doch einmal selbst in Ihre Tasche und lassen sich von einem Logopäden beraten und gegebenenfalls einen Bericht ausfertigen. Manche sind auch so nett und nehmen nicht ganz so viel Geld, wobei das alles unbezahlte Zeit ist, die wir Therapeuten für einen anderen Patienten auf der Warteliste nutzen könnten …
      Leider wissen manche Ärzte nicht so genau was wir Therapeuten leisten können. Das liegt einfach daran weil wir uns alle in zu vielen Bereichen fortbilden und fortbilden könnten. Deswegen ist es hilfreich auch selbst Dinge zu erfragen, zum Beispiel direkt bei uns Therapeuten.

      Ich hoffe ich konnte damit ein wenig helfen.

      Gruß Nina

  • Hallo,
    ist die mhplus Betriebskrankenkasse Ludwigsburg und Marklkofen auch beteiligt?
    Kann man die Heilmittelverordnungen auch per Mail senden?
    Bitte um kurze Antwort! LG

  • Die AOK Plus (für Sachsen und Thüringen) scheint auch wieder eine Genehmigungspflicht eingeführt zu haben. Jedenfalls haben wir in unserer Ergotherapiepraxis 2 Patienten, die ein Formular bekommen haben und die Verordnung außerhalb des Regelfalles nun beantragen müssen.

  • Guten Morgen,

    Ihre Liste ist mit den zugehörigen Faxnummern ausgestattet. Ist es denn möglich eine Verordnung einfach per Fax an die zuständige Kasse zu schicken ? Und wie erhalte ich die entsprechende Genehmigung nach der Prüfung ….auch per Fax ?

    In der Vergangenheit musste immer das Original zur Genehmigung geschickt werden.

    Freundliche Grüße
    Tanja Fröhlich

    • Nein, Fax reicht aus. Das ist in § 8a der Heilmittel-Richtlinie ausdrücklich so geregelt. Ja, schreiben Sie dazu, dass Sie die Antwort an ihre Faxnummer haben möchten, das klappt in der Regel. Unter Umständen könnte die Krankenkasse eine Vollmacht des Patienten anfordern, ob Sie überhaupt berechtigt sind, das Genehmigungsverfahren für den Patienten durchzuführen. Denn Antragsteller des Genehmigungsverfahrens ist immer der Patient.

  • Mh, sind Sie sicher, dass die Liste der genehmigungspflichtigen Kassen korrekt ist? Ich weiß aus zuverlässiger Quelle das die Bahn BKK NICHT an der Genehmigungspflicht teilnimmt.

    • Hallo Frau Schmitz,
      wir nutzen die Liste des GKV-Spitzenverbandes als Quelle. Hier wird für Bahnn BKK „keine Angabe“ vermerkt. Und in diesem Fall sollte zur Sicherheit die Verordnung zur Genehmigung vorgelegt werden.
      Herzliche Grüße
      Ulrike Stanitzke

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