Ausgabe up 04-2017 | Rubrik Praxisführung

up|Umfrage: Wie hältst du es mit Handtüchern?

vom: 20.03.2017

Schon Kleinigkeiten können einen großen Effekt auf die Außenwirkung einer Praxis, aber auch auf deren Organisation, haben. Ein Beispiel dafür sind Handtücher.

Stellt die Praxis sie für ihre Patienten, ist das guter Service: Die Patienten müssen sich um nichts kümmern. Auf der anderen Seite bringt das aber einen gewissen organisatorischen Aufwand mit sich. Denn die bereitgestellten Handtücher müssen gewaschen, getrocknet, gelagert und unter Umständen mit Namen versehen werden. Aus diesem Grund hören wir uns diesmal in Deutschlands Praxen um und fragen: Wie hältst du es mit den Handtüchern?

Vorgehen 1: Bei uns ist der Patient (und der Kunde) König. Handtücher stellt deshalb die Praxis.

Unsere Unternehmensphilosophie besagt: Patienten sollen sich in unserer Praxis rundum wohlfühlen. Dementsprechend stellen wir auch jedem Patient sein eigenes Handtuch. Das passt zu unserem Gesamtkonzept und sorgt dafür, dass wir uns von anderen Praxen abheben.

  • Vorteil

    Klare Regeln sorgen für klare Verhältnisse: Die Patienten können ihre Handtücher nicht vergessen. Dementsprechend sparen Therapeuten sich Diskussionen mit Patienten, die ständig ihr Handtuch nicht dabei haben. Außerdem ist es für die Klienten schlichtweg bequem: Sie brauchen nichts mitzubringen, sondern müssen einfach nur zur Sitzung erscheinen.

  • Nachteil

    Die Praxis muss für jeden Patienten die Handtücher, die im Gebrauch sind, entweder irgendwo aufbewahren und mit Namen versehen oder für jede Behandlung ein frisches Handtuch verwenden. Das Lagern von Handtüchern mit Namensschild wird ab einer gewissen Anzahl von Patienten zur logistischen Herausforderung. Die Variante der frisch gewaschenen Handtücher wiederum kann rasch teuer werden: Das viele Waschen kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld für Waschmittel, Wasser, Energie.

Vorgehen 2: Unsere Patienten bringen alle ihre eigenen Handtücher mit.

Was gibt es da groß zu überlegen? Handtücher waschen kostet Geld, Zeit und Energie. Deswegen informieren wir jeden Patienten schon bei der ersten Terminvergabe darüber, dass er zur Behandlung immer ein eigenes Handtuch mitbringen soll.

  • Vorteil

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Praxis spart sich das lästige und kostspielige Waschen, Trocknen und Lagern der Handtücher. Wenn Chefs ihren Mitarbeitern klare Regeln an die Hand geben, um das zu kommunizieren, weiß auch jeder Patient, was er zu tun hat.

  • Nachteil

    Es gibt immer wieder Patienten, die einfach schusselig sind und ihr Handtuch vergessen – da hilft auch keine noch so geschickte Kommunikation. Für diese Personen muss die Praxis dennoch einen „Notfall-Vorrat“ an sauberen Handtüchern bereithalten. Außerdem sorgt das Thema Handtücher dann vermutlich regelmäßig für Diskussionen mit unbelehrbaren Patienten, die sich einfach nicht an die Regel halten wollen.

Vorgehen 3: Praxishandtücher sind ein spezieller Service für unsere Selbstzahler und Privatpatienten

Unser Berufsethos verbietet es uns natürlich, bei der Behandlung Unterschiede zu machen zwischen Kassen- und Privatpatienten. Jeder bekommt bei uns die notwendige qualitativ hochwertige Therapieleistung. Wer angemessen zahlt, bekommt aber einen besseren Service. Da sind schon Kleinigkeiten entscheidend. Aus diesem Grund bringen unsere gesetzlich Versicherten ihre eigenen Handtücher mit, während die Privatpatienten und Selbstzahler von uns Handtücher gestellt bekommen.

  • Vorteil

    Die Praxis kann dieses Vorgehen an Privatpatienten als speziellen Service kommunizieren und das Handtuch-Mitbringen gegenüber Kassenpatienten als Standard darstellen. Gelingt das, zeigt es den Privatpatienten eine gewisse Wertschätzung, ohne Kassenpatienten zu diskriminieren und den Eindruck einer „Zwei-Klassen-Medizin“ zu erwecken.

  • Nachteil

    Es kann passieren, dass sich einige Kassenpatienten ungerecht behandelt fühlen und ihrem Ärger Luft machen oder sogar in eine andere Praxis wechseln. Außerdem gibt es vielleicht Mitarbeiter, denen das Vorgehen aufstößt, weil sie es als Eingeständnis an die „Zwei-Klassen-Medizin“ sehen. Diese Therapeuten können sich dann schon einmal gegen eine solche Regelung auflehnen.

Vorgehen 4: Wir decken die Therapieliegen mit Papiertüchern von der Rolle ab

Dieses ewige „Handtücher rauf, Handtücher runter“. Dann die Entscheidung, entweder selbst zu waschen oder mit vergesslichen und widerspenstigen Patienten zu diskutieren. Das ist ein Aufwand, der sich in unserer Praxis nicht lohnt. Zumal bei uns sowieso nicht alle Patienten auch wirklich Handtücher für die Therapie benötigen. Aus diesem Grund gibt es bei uns die hygienische Variante der großen Papierhandtuch-Rollen.

  • Vorteil

    Legen Therapeuten die Therapieliege immer mit einer neuen Papierbahn ein, kommen Patienten gar nicht erst auf die Idee, es könne unhygienisch zugehen. Es entsteht vielmehr der Eindruck: Hier wird auf Hygiene wert gelegt. Außerdem ist so eine Handtuch-Rolle im Behandlungszimmer immer griffbereit. Weder Patient noch Therapeut können hier etwas vergessen, sodass es deswegen nie zu einem Zeitverlust kommt.

  • Nachteil

    Papierrollen sind vielleicht eine hygienische, aber nicht die umweltschonendste Variante. Im Gegensatz zu Handtüchern sind sie Wegwerfartikel, die die Praxis regelmäßig nachkaufen muss. Für Praxen, die viel Hands-off therapieren, kann diese Variante aber dennoch ökologisch sinnvoller und kostengünstiger sein als das regelmäßige Waschen von Patientenhandtüchern. Praxisinhaber sollten beide Variante unter Umständen einmal genau durchrechnen und die Kosten gegenüberstellen.

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  • Wir bieten jedem Patienten ein Handtuch an, aber viele bringen ihre eigenen mit. Da alle Handtücher mit Zetteln versehen in der Praxis verwahrt werden, fällt Wäsche im überschaubaren Rahmen an. Diese Praxis hat sich seit vielen Jahren bewährt und findet Zuspruch bei den Patienten.

  • Jeder Patient bekommt ein Praxishandtuch. Das bleibt mit seinem Namensschild bei uns im Schrank. Ich möchte keine Handtücher verwalten und nach Jahren entsorgen. Das Handtuch ist auch Werbeträger. Wir tragen einheitliche Berufskleidung und haben überall unser Logo drauf. Es geht kein Zettel ohne Logo raus. So auch unsere Handtücher. Jeder bekommt ein weißes Teil. Sauber und ordentlich. Macht einen guten Eindruck der sich auch auf den Hygienestandard überträgt. Ich nehme die Handtücher alle zwei Wochen mit. Waschmaschine und Trockner sind steuerlich absetztbar. Alles kein Problem. Die Außenwirkung ist entscheidend.

  • Um das Problem des vergessenen/zu kleinen Handtuches zu vermeiden habe ich passende Lein-/und Handtücher egal ob Kassen oder Privatpatient. Dies hat sich seit mehr als 20 Jahren bewährt. Die Waschmaschine steht in der Praxis und bei Bedarf kommt eine Büglerin. Die Kostrn halten sich in überschaubaren grenzrn

  • Es steht auf unseren Terminzetteln, das Handtücher mitzubringen sind. Das haut zu 99,999 % hin. Falls wirklich mal das Hanttuch vergessen wurde, ist das kein Problem und der Patient ist sehr, sehr dankba,r von uns ein Handtuch gestellt zu bekommen.

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