Ausgabe up 12-2017 | Rubrik Branchennews

Verkammerung: Therapeuten in NRW fordern Selbstbestimmung

vom: 23.11.2017

Mehr als 60 Therapeuten trafen sich am 16. November in Lippstadt zu einem Infoabend zum Thema Therapeutenkammer. Am Ende waren sich alle einig: Der dramatische Rückgang an Therapeuten ist nur zu stoppen, wenn es den Therapeuten gelingt, ihre Interessen selbst zu vertreten.

Den Abend eröffnete die Organisatorin Daniela Hoffmann-Kruse mit einer Zusammenfassung der Fresenius-Studie „Ich bin dann mal weg“ (siehe auch up Ausgabe Oktober 2017), die den dramatischen Rückgang an Fachkräften in der Therapeutenbranche eindrucksvoll aufzeigt.

„Was konkret können wir tun?“ war die Frage aus dem Publikum. Denn dass etwas getan werden muss, darüber waren sich alle einig. Unter den Gästen waren auch zwei Vertreter des ZVK, die die Gründung einer Kammer befürworten. „Eine Kammer ersetzt nicht die Verbände. Als öffentlich-rechtliche Institution verfügt sie aber über das größere Budget und die breitere Legitimation, um die Interessen der Therapeuten bei Gesetzgebungsverfahren zu vertreten und bietet damit einen öffentlich-rechtlichen Rahmen, der die Verbände bei der Ausübung ihrer Aufgaben stärken wird“, hieß es im Gastvortrag mit dem Titel „10 Gründe warum Verbände für eine Therapeutenkammer sein müssen“.

In NRW könnte es Unterstützung aus der Politik geben

Nach Ansicht der anwesenden Therapeuten ist die Zeit für eine Selbstverwaltung des Berufs reif. In Nordrhein-Westfalen bietet sich dafür eine gute Gelegenheit. Karl-Joseph Laumann steht als zuständiger Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales einer Kammergründung positiv gegenüber. „Wenn es in einem Bundesland gelingt, dann werden die anderen folgen“, prognostiziert Swanhild Priestley, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verkammerung. Doch was können einzelne Therapeuten tun? Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern informieren und registrieren auf der Seite www.therapeutenkammer.de.

„Ich bin überwältigt von der großen Teilnehmerzahl“, resümiert die Organisatorin Daniela Hoffmann-Kruse. „Wenn andere Therapeuten auch eine Infoveranstaltung durchführen möchten, helfen wir gern. Es muss etwas geschehen – wir wollen endlich selbst bestimmen.“


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