Ausgabe up 1-2018 | Rubrik Branchennews

Ab Januar 2018: Erweiterte Diagnoselisten für extrabudgetäre Heilmittelverordnungen

vom: 08.12.2017
Arzt schreibt etwas auf einem Clipboard mit Kugelschreiber

Die Listen der Diagnosen, bei denen extrabudgetär Heilmittel verordnet werden können, erweitern sich ab dem 1. Januar 2018. Damit können Ärzte in Zukunft bei bestimmten Diagnosen Ernährungstherapie extrabudgetär verordnen. Außerdem wurden inhaltliche Korrekturen der Listen vorgenommen.

Ab dem 1. Januar 2018 können Ärzte die Ernährungstherapie bei zystischer Fibrose (Mukoviszidose) extrabudgetär verordnen. Die dazugehörigen Diagnosen werden mit den ICD-10-Kodes unter „E84.-“ verschlüsselt. Zum anderen kann Ernährungstherapie bei Diagnosen verordnet werden, die als „Seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen“ gelten.

Einige inhaltliche Korrekturen an den Diagnoselisten gelten ebenfalls ab dem 1. Januar 2018:

  • Unter den ICD-10-Kodes für systemische Sklerosen/Sklerodermie (M34.-) fällt die Diagnosegruppe SB1 „Wirbelsäulenerkrankungen“ weg (BVB). Als Ersatz steht dort nun SB7 „Erkrankungen mit Gefäß-, Muskel- und Bindegewebsbeteiligung, insbesondere systemische Erkrankungen“.
  • Unter der Erkrankung Torticollis spasticus (G24.3) wurde die Diagnosegruppe WS2 „Wirbelsäulenerkrankungen“ gestrichen. Die Diagnosegruppen ZN1 und ZN2 „ZNS-Erkrankungen einschließlich des Rückenmarks“ ersetzen sie fortan.

Ärzte können außerhalb des Budgets verordnen

Die Liste der Diagnosen, die einen langfristigen Heilmittelbedarf begründen, und die Liste der Diagnosen der Besonderen Verordnungsbedarfe sind die Grundlage dafür, dass Ärzte Heilmittel extrabudgetär verordnen können. Verordnungen mit langfristigem Heilmittelbedarf zählen von Anfang an nicht in das Heilmittelbudget hinein. Verordnungen des besonderen Verordnungsbedarfs werden im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung aus den Verordnungszahlen herausgerechnet.

Die Änderungen werden in der HMK-App von buchner pünktlich zum 1. Januar 2018 verfügbar sein. Die ab dem 1. Januar 2018 geltenden neuen Diagnoselisten zum langfristigen Heilmittelbedarf und zu den besonderen Verordnungsbedarfen erhalten Therapeuten auf der Website der KBV oder bei der up|plus-Hotline.


Bildnachweis: iStock: megaflopp

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