Ausgabe up 10-2018 | Rubrik Politik

Fazit: Das Eckpunktepapier reicht bei weitem nicht aus, um die aktuellen Probleme der Branche zu lösen!

vom: 21.09.2018

1. Ursache des Fachkräftemangels wird nicht behoben

Die Ursache des Fachkräftemangels – zu wenig Geld im System – wird mit dem Eckpunktepapier definitiv nicht und schon gar nicht kurzfristig gelöst. Im günstigsten Fall sind wir in drei bis fünf Jahren auf dem Gehaltsniveau, das heute schon in der Pflege gezahlt wird. Das ist definitiv zu spät!

2. Zukunft der Heilmittelbranche bleibt unklar

Das Eckpunktepapier vermeidet eine klare Perspektive für die Zukunft der Heilmittelbranche. Direktzugang und Akademisierung werden jeweils nur einmal erwähnt. Zukunftsthemen wie Therapieforschung, Abschaffung des ärztlicher Diagnosenvorbehalts und Selbstverwaltung der Branche – komplette Fehlanzeige. Stattdessen werden alte Themen neu aufgeblasen: Blankoverordnung (kommt aus dem HHVG), bundeseinheitliche Preise (verspäteter Ost-West-Angleich), Schulgeldfreiheit (Koalitionsvertrag und Bund-Länder-Konferenz).

3. Absage an eine demokratisch legitimierte Selbstverwaltung

Der SHV soll nach den Plänen des BMG in Zukunft alle Verhandlungen führen. Damit sind alle kleineren Verbände draußen, die eben nicht die vom SHV als notwendig angesehenen 3.000 Mitglieder haben und damit dem privaten Verein SHV nicht angehören dürfen. Bisher konnte man sich auch als kleine Interessengruppe in regionale Verhandlungen einbringen, das ist vielleicht bald vorbei. Der SHV besteht zu einem Großteil aus Verbänden, die seit Jahren mit Mitgliederschwund zu kämpfen haben und vertritt nicht einmal 25 Prozent aller Therapeuten. Ist das die richtige Institution zu Lösung der zukünftigen Aufgaben?

Das komplette Eckpunktepapier des Gesundheitsministers mit Kommentaren finden Sie hier.

Diese Artikel gehören außerdem zum Themenschwerpunkt:

Themenschwerpunkt: Selbstbestimmt statt fremdbestimmt – Wohin bewegt sich die Heilmittelbranche?

Mehr Verantwortung, mehr Mitsprache, mehr Einfluss – Selbstverwaltung als Voraussetzung für nachhaltige Veränderungen

„Selbstbestimmtes Handeln gehört zur DNA der Freien Berufe“ – Interview mit Markus Lehrmann, Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen

Eckpunktepapier kommentiert – So stellt sich der Bundesgesundheitsminister die Zukunft der Heilmittelerbringer vor

Spahns Eckpunktepapier: So bekommt man Fachkräftemangel nicht in den Griff

Gesundheitsminister befeuert Selbstverwaltungs-Debatte

Bildnachweis: iStock: mattjeacock

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Themen: Alle Artikel, Fachkräftemangel, Selbstverwaltung, Thema Berufspolitik, Thema Politik
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