Der Begriff „Blankoverordnung“ wird unterschiedlich verwendet. In aktuellen Modellversuchen mit Blanko-Verordnung ist festgelegt, dass Therapeuten bestimmte Verordnungsdetails wie die Frequenz selbst festlegen können. Dabei bedeutet Blanko-Verordnung im eigentlichen Sinne, dass Ärzte eine Heilmittelverordnung mit Diagnose ausstellen, Therapeuten dann aber aufgrund ihrer eigenen Befunderhebungen die Art des Heilmittels, die Anzahl und Frequenz selbst bestimmen. Damit würden Heilmittelerbringer weitgehend selbstständig über ihre Therapien entscheiden, während sich Ärzte auf die Diagnostik und die Freigabe zur Therapie beschränken.

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Hinter dem Begriff Direktzugang verstecken sich zwei verschiedene Konzepte: Patienten sollen ganz allgemein die Möglichkeit bekommen, bei Beschwerden direkt zu einem Heilmittelerbringer zu gehen – ohne Umweg über einen Arzt. Diese Art des Direktzugangs kennen viele Therapeuten vom „sektoralen Heilpraktiker“. Doch damit ist keinesfalls sichergestellt, dass die Krankenkasse die Leistung vergütet. Deswegen geht es außerdem darum, dass GKV-Versicherte ohne ärztliche Verordnung zu einem Heilmittelerbringer zur Therapie gehen können und die GKV dafür das vereinbarte Honorar zahlt. In diesem Zusammenhang ergeben sich eine Fülle von Fragen und möglichen Problemen, zum Beispiel nach Wirtschaftlichkeit und Regressen.

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Während die Nachfrage nach Heilmitteltherapie nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels steigt, beginnen immer weniger junge Menschen eine therapeutische Ausbildung. Das hat damit zu tun, dass die sie oft Schulgeld kostet, unzureichend qualifiziert und die späteren Verdienstmöglichkeiten nicht ausreichend sind. Das ist auch ein Grund, warum es heutzutage schwierig ist, fertig ausgebildete Therapeuten im Beruf zu halten. Sie eröffnen dann häufig Privatpraxen oder wechseln die Branche.

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Die Grundlohnsumme ergibt sich aus der Summe der beitragspflichtigen Löhne und Gehälter, aus denen Krankenversicherungsbeiträge zu leisten sind. Sie ist in den letzten Jahren jeweils um knapp zwei Prozent gestiegen. Im Sozialgesetzbuch V steht jedoch, die dass die Krankenkassen die Leitungen der Ärzte, Heilmittelerbringer und Co. so vergüten müssen, dass die Beiträge für die Versicherten sich nicht erhöhen. Die Verbände behaupten, aufgrund dessen sei es nicht möglich, höhere Honorare zu vereinbaren. Das haben ebendiese Verbände in der Realität jedoch bereits erfolgreich widerlegt. Trotzdem würden sich die Vergütungsverhandlungen sicherlich vereinfachen, wenn sich dieser gesetzliche Rahmen lockern würde.

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Bis vor kurzem bedeutete Akademisierung im Heilmittelbereich: Therapeuten-Fachschüler lassen sich ganz normal an einer Schule ausbilden und absolvieren nebenbei oder hinterher an einer (Fach-)Hochschule ein Bachelor-Studium in Physiotherapie. Meistens konnten sie einige Teile aus der Fachschulausbildung in Rahmen des Studiums anerkennen lassen. Bei der grundständigen Akademisierung gibt es schließlich keine schulische Ausbildung mehr. Vielmehr ist die Fachausbildung elementarer Bestandteil des Studiums. Die gesamte Ausbildung wird dann nach wissenschaftlichen Kriterien konzipiert und durchgeführt. Solche Studiengänge sind in Deutschland noch Ausnahmen. Das liegt unter anderem daran, dass die Bundesländer bisher ein Physiotherapiestudium nicht kostenlos anbieten wollen. Denn es wäre wohl kaum zu erklären, warum ein Medizinstudium kostenlos ist, während ein grundständiges Therapiestudium Gebühren kostet.

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Mit Hilfe eines Positionspapiers formuliert eine Gruppe oder Institution die eigenen Position zu einem bestimmten Thema. „Heilmittelerbringer direkter in die Versorgung einbringen“ lautet der Titel eines Arbeitspapiers des Northeimer Physiotherapeuten und CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne, das im ersten Quartal 2015 als offizielles Positionspapier der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verabschiedet wurde. Die zentralen Kernforderungen: Bessere Vergütung, Modernisierung der Ausbildung, stärkere Verantwortung der Therapeuten (Verkammerung), bessere Arbeitsbedingungen (Direktzugang) und eine Einbindung in die Infrastruktur der elektronischen Gesundheitskarte. Der GKV-Spitzenverband hat im 2. Quartal 2016 mit einem Positionspapier zur Heilmittelversorgung die Ansicht der GKV zum Thema erläutert.  

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Der GKV-Spitzenverband ermittelt gemäß § 125 Absatz 3 SGB V in den Jahren 2016 bis 2021 für jedes Bundesland Preisuntergrenzen für die Heilmittelpreise. Hierzu haben die Krankenkassen dem GKV-Spitzenverband jährlich zum 1. April die zu diesem Zeitpunkt gültigen Preise zu übermitteln. Der gesetzliche Auftrag nach § 125 Absatz 3 SGB V beschränkt sich auf die Berechnung und Bereitstellung von Preisuntergrenzen für Heilmittel. Die letztliche Vereinbarung von Preisen und damit die Umsetzung der Preisuntergrenzen bleibt den Vertragspartnern nach § 125 Absatz 2 vorbehalten (Krankenkassen und Heilmittelverbänden). Weitere Erläuterungen und die jeweils festgestellten Preisuntergrenzen findet man im Internet unter www.gkv-hmupug.de

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Wenn sich Kassen und Heilmittelerbringer über Verträge und Vergütungen nicht einig werden, dann gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, ein Schiedsverfahren einzuleiten. Leider ist Näheres zu den Schiedsverfahren nicht geregelt. Das Problem: Leitet ein Therapeut ein solches Verfahren ein, dauert es, bis es zu einem Abschluss kommt. So verzögert sich die Vergütungsvereinbarung gerne um mehrere Monate oder gar ein Jahr. Bei anderen Leistungserbringern wie Ärzten und Zahnärzten ist das Verfahren detaillierter geregelt, der Einfluss der Leistungserbringer auf dieses größer und die Dauer auf maximal 3 Monate begrenzt. Das würde auch den Heilmittelerbringern helfen.

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Heilmittelerbringer werden an Fachschulen ausgebildet, die in der überwiegenden Mehrheit Schulgeld für die Ausbildung verlangen. Für den Bereich der Pflegekräfte hat der Gesetzgeber gerade die generelle Schulgeldfreiheit beschlossen. Insofern ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er auch das Schulgeld für Heilmittelerbringer abschafft. Denn es ist rechtlich unklar, ob Geld für die Ausbildung verlangt werden kann, wenn die Schulen an Krankenhäuser angegliedert sind.

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Über 80 Prozent der Einnahmen einer ambulanten Therapiepraxis stammen aus der Behandlung von GKV-Versicherten. Die Honorare deckelt die GKV, die sich bei ihrem Honorardumping durch die aktuelle Gesetzeslage gerechtfertigt sieht. Die Anbindung der Honorare an die Entwicklung der Grundlohnsumme und unzureichende Regeln für die Schiedsverfahren nennen viele als Hauptgründe, dass die Heilmittel-Honorare kaum steigen.

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