Das Telefon klingelt, am Ende der Leitung ist ein aufgeregter Kassenpatient. Er will dringend einen Termin haben. Auf die Frage, von wann seine Verordnung ist, kramt er diese erst einmal unter verlegenem Nuscheln hervor – woraufhin sich herausstellt,  dass das Ausstellungsdatum schon mehr als 14 Kalendertage zurückliegt.

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Seit mehr als zehn Jahren gehören Therapieberichte zu den von allen Seiten eher ungeliebten Leistungen. Die Kassen vergüten sie nicht. Ärzte finden es lästig, wenn der Therapiebericht eine Fortsetzung der Therapie empfiehlt. Therapeuten ärgern sich darüber, dass man Berichte schreiben muss, „die ja doch niemand lesen will!“

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Lehrer und andere Beamte gehören für viele Therapeuten nicht gerade zu den Lieblingsbesuchern der Praxis. Denn diese Patientengruppe pocht zwar auf ihren Status als Privatpatient, ist aber oft auch die erste, die sich darüber beschwert, wenn sie auch nur einen einzigen Cent ihrer Behandlung selbst zahlen muss. Da aber die beihilfefähigen Höchstsätze seit mehr als einem Jahrzehnt nicht erhöht worden sind – beispielsweise im Gegensatz zu den Personalkosten – kommt es zu sehr unterschiedlichen Konstellationen für Heilmittelpreise bei Beihilfe-Patienten. Wir haben uns umgehört unter Praxisinhabern in ganz Deutschland, gefragt: „Wie hältst Du es mit Beihilfe-Patienten?“ und sehr unterschiedliche Reaktionen erhalten:

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Kassenpatienten kommen, gehen – und lassen ihre Zuzahlung da. So zumindest sieht das Gesetz, genauer gesagt das Sozialgesetzbuch V, es vor. Wer Heilmittel verordnet bekommt, zahlt zehn Euro für die sogenannte Verordnungsblattgebühr sowie zehn Prozent des Honorars, das die Kasse für das Heilmittel ansetzt. Das Gesetz verpflichtet Therapeuten dazu, diesen Eigenanteil einzufordern. Es besagt aber auch: Wenn Patienten einer zweiten, schriftlichen Zahlungsaufforderung nicht nachkommen, zahlt die Kasse. Das verleiht unserer Frage, die wir Praxisinhaber in ganz Deutschland gestellt haben, eine gewisse Spannung: „Wie hältst Du es mit Zuzahlungen?“

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Unter www.mein-schmerz.de startete die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) Ende Juni eine Online-Plattform für alle Schmerzpatienten. Unabhängig von Versicherungsstatus und behandelndem Arzt können Patienten ihre Beschwerden auf der kostenlosen Plattform erfassen, in Berichtsform auszudrucken und damit zu ihrem Arzt zu gehen, heißt es in der DGS-Pressemitteilung.

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Aktuell gibt es mehr Patienten mit Therapiebedarf als freie Termine in den Praxen. Deswegen stellt sich die Frage, in welcher Reihenfolge neue Patienten behandelt werden. Wer den nächsten freien Termin erhält, hängt eben nicht nur von der medizinischen Notwendigkeit ab, sondern auch von organisatorischen Rahmenbedingungen wie z.B. der zeitlichen Verfügbarkeit des Patienten, der notwendigen Qualifikation des Therapeuten, der Dauer einer Therapie und eben auch davon, wie viel Geld man als Behandler für die Therapie bekommt. Wer all das berücksichtigen will, muss hin und wieder Patienten ablehnen, weil ihre Krankenkasse ein niedriges Honorar zahlt. Wenn Sie jetzt denken „das geht aber nicht“, dann hätten wir vielleicht auch mit Ihnen sprechen sollen, als wir uns in Deutschland umgehört und gefragt haben: „Wie hältst Du es mit Patienten, die schlechter bezahlte Therapie wünschen?“

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