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Was macht einen guten Chef aus?

5 Missverständnisse rund um Mitarbeiterführung
Als Therapeut haben Sie eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen, halten sich fachlich ständig auf dem Laufenden und nehmen an Weiterbildungen teil. Die Chefrolle hingegen wurde Ihnen in die Wiege gelegt?! Wenn dem so ist: Herzlichen Glückwunsch! Sie gehören damit aber wohl zu einer Minderheit. Die meisten Praxisinhaber müssen sich in diese Rolle erst einfinden und begegnen dabei dem ein oder anderen Missverständnis. Denn diese halten sich hartnäckig und tauchen immer wieder auf – wie Unkraut.
Was macht einen guten Chef aus?
© iStock: Wavebreackmedia

Missverständnis 1: Autorität ist alles

Manche Chefs verwechseln Macht und Autorität mit Respekt und Durchsetzungsvermögen. Während letztere für eine Führungskraft unverzichtbar sind, kann ein Chef, der ständig die Machtkarte spielt, schnell das Vertrauen der Mitarbeiter verlieren. So ist es etwa für alle Beteiligten besser, wenn Mitarbeiter Fehler offen zugeben und daraus lernen können, statt ihre Energie darin zu investieren, sie zu vertuschen, um einer Maßregelung zu entgehen.

Missverständnis 2: Wer gute Mitarbeiter hat, muss sie nicht führen

Auch Chefs, die sich als Kumpel sehen und die Mitarbeiter sich selbst überlassen, werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Es ist ihre Aufgabe, die Grundregeln für eine gute Zusammenarbeit festzulegen und diese durchzusetzen. Gute Chefs geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Mitarbeiter aber auch den Freiraum haben, selbst zu gestalten.

Missverständnis 3: Nur der Chef hält die Praxis am Laufen

Ohne den Praxisinhaber läuft nichts, denn die Mitarbeiter setzen nur direkte Anweisungen um – sofern sie überhaupt in die Praxisführung involviert sind. So fühlen sich Chefs zwar gebraucht, zeigen ihren Mitarbeitern aber auch, dass sie ihnen nicht vertrauen. Ein gut funktionierendes Team kommt hingegen auch mal alleine zurecht.

Missverständnis 4: Kritik muss versteckt werden

Manche Chefs scheuen sich davor, Mitarbeiter zu kritisieren, etwa weil sie sie nicht verletzten möchten. Ist die Kritik jedoch so gut zwischen Lob versteckt, dass sie nicht ankommt, ist damit niemandem geholfen. Besser ist es, Kritik deutlich aber auch konstruktiv zu formulieren.

Missverständnis 5: Es geht nur um die Anderen

Gute Chefs greifen sich auch an die eigene Nase und reflektieren ihr eigenes Verhalten kritisch. Sie kennen die eigenen Stärken, aber auch Schwächen. Wenn es mit Mitarbeitern Probleme gibt, hinterfragen sie das eigene Verhalten und sind bereit, dazuzulernen.

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