Ausgabe up 06-2017 | Rubrik Abrechnung

GKV-HIS wirft Fragen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen auf: Geburten nehmen zu, während Behandlungen abnehmen

vom: 31.05.2017
Foto von Baby mit Clipboard

In den vergangenen Jahren ist von Kinderärzten immer wieder bemängelt worden, dass Kinder in vielerlei Hinsicht therapeutisch überversorgt seien. Ein Blick auf die Zahlen des GKV-HIS zeigt, dass das im Bereich der Heilmittel nicht der Fall ist. Die Anzahl der Heilmittelverordnungen für Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis unter 15 Jahren nimmt deutlich ab.

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Während die Anzahl der Geburten in den vergangenen sechs Jahren regelmäßig angestiegen ist, nahm die Anzahl der Heilmittelverordnungen für Kinder und Jugendliche 2016 erstmals über alle Fachbereiche hinweg deutlich ab. Das erscheint erst einmal widersprüchlich, auf den zweiten Blick in die Daten des statistischen Bundesamts zeigt sich jedoch: Die Zahl der Geburten ging Anfang des Jahrtausends deutlich zurück und fiel zwischen 2005 und 2013 unter die Marke von 700.000 Geburten pro Jahr. Die Kinder und Jugendlichen, die  im Jahr 2016 unter 15 waren, wurden ab 2001 geboren und fallen damit genau in diese Zeit der historisch niedrigen Geburtenrate.

Weniger Verordnungen in Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie für Kinder

Vor diesem Hintergrund scheint es zumindest nicht besonders überraschend, wie sich die Heilmittelverordnungen von 2015 auf 2016 entwickelten. Wie die Zahlen des GKV-HIS zeigen, ist die Anzahl der Logopädie-Verordnungen für Kinder im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,44 Prozent zurückgegangen. 2015 konnten die Logopäden noch einen Zuwachs solcher Verordnungen um 3,5 Prozent vermelden. Bei den Ergotherapeuten fiel der Rückgang noch deutlicher aus. 2016 gab es 2,97 Prozent weniger Verordnungen für Kinder und Jugendliche, während 2015 noch ein ganz leichter Zuwachs von 0,69 zu verbuchen war.

Am stärksten ist der Rückgang der Verordnungen bei den Physiotherapeuten zu beobachten. Der Rückgang von 3,11 Prozent der KG-Verordnungen für Kinder und Jugendliche ist sogar in der Heilmittel-Hitliste 2016, der 15 am häufigsten verordneten Heilmittel, abzulesen. Die Position KG-ZNS-Kinder wurde in 2016 insgesamt 0,88 Prozent weniger verschrieben als in 2015.

 

Bildnachweis: iStock: shaunl

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