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Kassenhonorare: Häufiger abrechnen und früher sein Geld erhalten

In den meisten Rahmenverträgen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen ist eine monatliche Abrechnung vorgesehen. Um möglichst früh über das Geld verfügen zu können, lassen sich manche Praxen die abgerechneten Honorare von Abrechnungszentren teuer vorfinanzieren. Dabei können sie den kontinuierliche Zahlungsfluss viel einfacher und günstiger sicherstellen.
© iStock: AMV

Einmal pro Monat wird abgerechnet! So oder so ähnlich steht es in vielen Rahmenverträgen mit den Krankenkassen. Das Ergebnis: Die meisten Praxen widmen sich auch nur einmal im Monat allen bis zu diesem Tag aufgelaufenen, abgearbeiteten Verordnungen. Wer dann schnell an sein Geld kommen möchte, der muss sich die Beträge vorfinanzieren lassen. Das geschieht entweder – etwas teurer – über ein Abrechnungszentrum oder – etwas günstiger – über die eigene Hausbank.

Abrechnungen staffeln

Wer jedoch ein wenig in die Trickkiste greift, erhält sein Geld früher – und zwar völlig kostenlos. Praxisinhaber müssen Abrechnungen dazu einfach nur vorziehen. Denn die meisten Verträge mit den Kassen sehen zwar vor, dass nur einmal im Monat abgerechnet wird, aber nirgendwo steht, dass das für alle Krankenkassen am gleichen Tag geschehen muss.

Es spricht also nichts dagegen, die einzelnen Kassen aufzuteilen und jede Woche eine Gruppe abzurechnen: In der ersten Woche die AOK-Verordnungen, in der zweiten die der Ersatzkassen und so weiter. Teilen sich Praxisinhaber die Abrechnungen so auf, kommt auch das Geld nach und nach auf dem Konto an. Dann gibt es nicht einmal im Monat den großen Zahlungseingang, sondern in kürzeren Abständen kleinere Beträge.

Geringerer Aufwand

Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass sich der Aufwand der Abrechnungen reduziert, da Praxisinhaber nicht alle auf einmal, sondern nur kleine Häppchen bearbeiten müssen. Sie teilen dazu am Monatsende die Abrechnungen einfach in vier kleine, übersichtliche Pakete auf – sortiert nach Kassen. Geschieht das direkt nach der letzten Monatsabrechnung, ziehen Praxisinhaber die Zahlungseingänge auf diese Weise sogar vor. Das Geld kommt dann früher auf dem Konto an, als bei der monatlichen Vorgehensweise – und zwar ohne, dass ein Abrechnungszentrum oder die Hausbank daran mitverdienen.

Mehr als einmal im Monat

Manche Praxisinhaber haben festgestellt, dass Krankenkassen es auch akzeptieren, wenn sie mehr als einmal monatlich abrechnen. Zudem ist in manchen Rahmenverträgen die Frequenz der Abrechnung entweder gar nicht erwähnt oder als „Soll“-Bestimmung notiert – also nicht bindend. Ist dann eine bestimmte Summe an abgearbeiteten Verordnungen im System erfasst, starten Praxischefs die Abrechnung – und zwar ohne zu prüfen, wie lange die letzte zurücklag. „Wir rechnen fast alle Krankenkassen wöchentlich ab,“ berichtet ein Praxisinhaber. „Sobald mehr als rund 2.500 Euro bei einer Krankenkasse zusammenkommen, lohnt sich das für uns!“

Andere Praxen rechnen in einem Rhythmus von 14 Tagen ab – das beschleunigt den Zahlungseingang und reduziert den Arbeitsaufwand je Abrechnungslauf. Bisher scheinen die Krankenkassen ein solches Vorgehen zu akzeptieren – auch wenn das im Vertrag vielleicht anders vereinbart ist. Die betreffenden Praxen profitieren auf jeden Fall davon.

Fazit: Es lohnt sich, noch einmal nachzulesen, was im jeweiligen Rahmenvertrag zum Thema Abrechnungsfrequenz vereinbart ist. Und ganz gleich, ob man sich genau an die Verträge hält und zeitversetzt mit den Krankenkassen abrechnet oder ob man einfach mehrmals im Monat Rechnungen verschickt, in beiden Fällen kommt das Geld früher als beim monatlichen Verfahren – und das ganz, ohne dafür irgendwelche prozentualen Abschläge auf das Honorar hinnehmen zu müssen.

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