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Wie viel Vorbereitungszeit bekommen Praxen für den Start der HeilM-RL???

Aufgrund der anhaltend hohen Covid-19-Infektionszahlen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung um drei Monate verlängert, wie er gestern (3. Dezember 2020) mitteilte. Bis 31. März 2021 können Ärzte Patienten, die unter leichten Atemwegserkrankungen leiden, nun weiterhin telefonisch bis zu sieben Tage krankschreiben. Auch eine Folgebescheinigung der Arbeitsunfähigkeit kann für weitere sieben Tage per Telefon erfolgen.
© iStock: Kanawa_Studio

Nicht einmal mehr vier Wochen sind noch Zeit, die rund 65.000 Heilmittelpraxen in Deutschland auf die Neufassung der HeilM-RL zum 1. Januar einzustellen. Das ist schon verdammt eng, Schulferien, Weihnachten und Silvester machen die Umsetzung von Veränderungen nicht gerade leichter.

Wenn am 1. Januar 2021 die Neufassung der Heilmittel-Richtlinie in Kraft tritt, wird es ein neues Verordnungsformular geben. Die Details zur Nutzung dieses Muster 13 werden in den Verträgen des GKV-Spitzenverbands mit den Heilmittelverbänden nach §125 SGB V geregelt. Leider sind diese Verträge (Fast-Ausnahme Podologie) bis heute immer noch nicht zugänglich. Und selbst wenn die Verträge heute veröffentlicht würden, blieben den niedergelassenen Praxen keine vier Wochen Vorbereitungszeit Änderungen umzusetzen, Mitarbeiter zu schulen und die Abläufe entsprechend anzupassen. Auch die Softwareanbieter und Abrechnungszentren benötigen zeitlichen Vorlauf, um die neuen Regeln in ihren Systemen umzusetzen.

Eine Anfrage beim GKV-Spitzenverband, ob es möglich wäre, zumindest den Teil der Verträge, der für die Umstellung der Abläufe wichtig ist, zu veröffentlichen, ist bis jetzt unbeantwortet geblieben. Ich bin etwas ratlos, wie der GKV-Spitzenverband ein Chaos in den Arzt- und Heilmittel-Praxen verhindern und eine angemessene Patientenversorgung ab Januar 2021 sichern will. Zumal, weil er weiß, dass auch bei den ärztlichen Softwareanbietern immer noch nicht alle Heilmittel-Verordnungsmodule zertifiziert sind.

Eigentlich hilft jetzt nur noch eine Sonderregelung des GKV-Spitzenverbands, der die wesentlichen Fristenkontrollen solange aussetzt, bis alle neuen Verträge umgesetzt sind – und eine Garantie für eine Null-Absetzungs-Politik gibt!

Und gerade hat Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär im BMG, sein im letzten up_Nachrichten Webcast vom 02.12.2020  gegebenes Versprechen gehalten. Er stellt auf einer Pressekonferenz im BMG sein mit dem RKI abgestimmtes Konzept für Besucherregelungen in Alten- und Pflegeheimen vor. Damit sollte es für Heilmittelerbringer einfacher werden, Zugang zu Patienten in den Heimen zu bekommen.

Wer wissen will, welche Vorteile die Neufassungen der Heilmittelrichtlinie hat, ist herzlich eingeladen unseren Countdown bis zum 31.12.2020 mitzuverfolgen. Jeden Tag öffnen wir ein Türchen unseres Countdowns mit einem Video über einen weiteren Vorteil der Neufassung. Nutzen Sie ihn gerne als Fortbildung für Ihre Mitarbeiter.

Außerdem: Wer sich registriert, nimmt an einer Verlosung von viermal einem Inhouse-Seminar im Wert von jeweils 2.500 Euro teil. Ziehung der Gewinnerpraxis ist jeweils für die Teilnehmer aus der Vorwoche beim Kaminfeuer-Talk am Mittwochabend 20:00 Uhr, am 9., 16., 23. und 30.12.2020.

Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie gewinnen und uns allen, dass der GKV-Spitzenverband nicht bis zum 30. Dezember wartet, um die verfahrene Situation mit der Umsetzung des TSVG im Heilmittelbereich zu retten.

Ihr

Ralf Buchner

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