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GKV-Spitzenverband veröffentlicht überarbeiteten FAK mit geringen Änderungen

Fragen-Antworten-Katalog Physiotherapie aktualisiert
Der Fragen-Antworten-Katalog für die Physiotherapeuten ist mit Datum 12. Oktober 2021 jetzt zum dritten Mal aktualisiert worden (wir berichteten). Bei insgesamt 14 neuen Fragen haben sich GKV-Spitzenverband und Heilmittelverbände der Physiotherapeuten auf entsprechende Antworten geeinigt. Die Fragen sind neu nummeriert und gegliedert worden.
© iStock: anyaberkut

So sehr man sich als Praxisinhaber darüber freut, dass sich GKV und Heilmittelverbände über die Interpretation des bundeseinheitlichen Versorgungsvertrags einigen, so sehr schmerzt es, dass man sich bei der jetzigen Änderung selbst erarbeiten muss, was sich geändert hat. Und das ist gar nicht so einfach, denn die Fragen wurden jetzt neu gegliedert und damit hat sich auch die Nummerierung vollständig geändert. Deshalb hier einmal zusammengefasst, was an neuen Fragen und Antworten dazugekommen ist.

  • Eigentlich soll GKV-Physiotherapie immer in den Praxisräumen stattfinden, doch nun ist in Frage sieben des FAK PT geklärt, dass die Praxisräume „für therapeutische Zwecke beispielsweise zum Üben des Treppensteigens verlassen“ werden dürfen. Logopäden und Ergotherapeuten kennen das schon aus ihren alten Verträgen, jetzt dürfen also auch Physiotherapeuten ihre Therapie in der Lebenswirklichkeit der Patienten stattfinden lassen.
  • Die mögliche Zusatzausstattung einer PT-Praxis hängt vom Leistungsangebot ab und soll an die zuständige ARGE gemeldet werden, die Antwort auf Frage 27 listet die mögliche Zusatzausstattung auf.
  • Wenn eine Praxis die Rechtsform ändert, z. B. aus einer freiberuflichen Praxis eine GmbH wird, dann stellt sich die Frage nach dem Umgang mit dem Institutionskennzeichen. Die Antwort auf Frage 29 erläutert, in welchem Bundesland man das IK einfach weiter nutzen kann und wo das nicht klappt.
  • In § 18 Abs. 5 des bundeseinheitlichen Versorgungsvertrags Physiotherapie ist geregelt, dass die Nachforderung einer vom Patienten nicht gezahlten Zuzahlung gegenüber der Krankenkasse bis zu neun Monate nach Abschluss der Behandlung erfolgen kann. Das wird in Frage 30 noch einmal unterstrichen.
  • Eine echte Verbesserung für den Praxisalltag findet sich in Frage 34. Demnach kann die „Standardisierte Kombination von Maßnahmen“ auf Verordnungen ab sofort wieder „D1“ genannt werden.
  • Die Abgabe und Abrechnung der Position „Geburtsvorbereitung“ und „Rückbildungsgymnastik“ kann gem. Frage 37 ohne ärztliche Verordnung erbracht werden.
  • Ärzte, die in Gemeinschaftspraxen, MVZ oder Krankenhausabteilungen zusammenarbeiten, können selbstverständlich gegenseitig ihre Verordnungen korrigieren. Das wird in Frage 41 erfreulicherweise noch einmal eindeutig bejaht.
  • Und auch bei den Zahnärzten wird längst erprobte Praxis noch einmal in Frage und Antwort Nummer 43 gesichert. Natürlich können Zahnärzte auch Verordnungen auf Blankopapier ausfüllen. Dabei müssen sie (im Gegensatz zu ihren ärztlichen Kollegen) auch kein spezielles (rosa/blau) Papier bedrucken, einfach weißes Kopierpapier ist auch gültig.
  • Die Patientenquittung einer Doppelbehandlung war es ebenfalls wert, noch einmal in Frage 53 in eine entsprechende Antwort gegossen zu werden: Doppelbehandlungen sind entweder zwei Einträge (Zeilen) mit zwei Unterschriften oder eine Zeile, die das Wort „Doppel“ enthält. Nicht wirklich neu, aber schön, dass sich da alle einige sind.
  • Neu sind dagegen zwei Fragen und Antworten, die auf Veränderungen der Verordnungen abzielen. In Frage und Antwort 57 wird geklärt, dass es zulässig ist, bei einer nicht näher spezifizierten KG-ZNS oder KG-ZNS Kinder-Verordnung die Behandlungstechnik innerhalb der Behandlung zu wechseln.
  • Und bei ergänzenden Heilmitteln, die nach Ansicht des Therapeuten kontraindiziert sind, kann der Therapeut sich entscheiden, diese Leistungen wegzulassen – ohne dass es dazu einer ärztlichen Änderung bedarf – das ist in Frage 58 dokumentiert.
  • Bei der Patientenquittung für KG-ZNS und KG-ZNS Kinder muss auf der Rückseite der Verordnung die Behandlungstechnik (Bobath, Vojta oder PNF) nicht mit angegeben werden. Das Heilmittel ohne Behandlungstechnik reicht, regelt Frage 66.
  • Und auch wenn diese Frage nach den sehr kleinen Unterschriftenfeldern schon oft gestellt worden ist, hat sie trotzdem zur Sicherheit noch einmal Eingang in den FAK PT gefunden. In Frage 67 wird klargestellt, dass sehr große Unterschriften/Quittungen der Patienten auch dann gültig sind, wenn im Verlauf der Verordnung die Leistungszeile und die Unterschrift immer weiter auseinanderlaufen.

Keine großen Änderungen, aber viel Klärung von Detailfragen. Wer den FAK noch einmal im Original nachlesen will, der findet ihn hier. Dank der neuen Nummerierung wird es dann in Zukunft wieder einfacher, die Veränderungen in diesem Dokument nachzuvollziehen.

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