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Funktionelles Training speziell für Segler

Physiotherapeutin und Reha-Sporttrainer entwickeln neue Konzepte für Sportler

Funktionelles Training speziell für Segler

Jetzt heißt es wieder Leinen los! Hobby- und Regattasegler werden auf kleine oder große Törns gehen und durch die Wellen von Ost- und Nordsee oder des Atlantiks schippern. Eine Herausforderung für den Skipper und seine Crew – auch im Hinblick auf die körperliche Fitness. Speziell für diese Zielgruppe hat der Berliner Reha-Sporttrainer Alex Hüfner (47) gemeinsam mit der Sportphysiotherapeutin Judith Gabriel (30) ein Übungsprogramm entwickelt: „Funktionelles Training für Segler“.

Fotocredit: www.crosshaus.com

Alex Hüfner ist selbst leidenschaftlicher Segler. Im Herbst 2013 startete er auf einer 47 Fuß Yacht zu einer Atlantiküberquerung von Gran Canaria nach St. Lucia in der Karibik. Sechs Wochen auf engstem Raum, Bewegungsmangel und eine andauernde ungewohnte Körperhaltung waren für den Experten für Bewegungslehre eine echte Herausforderung. So reifte die Idee, ein Trainingsprogramm speziell für Segler zu entwickeln. „Anfangs waren meine Mit-Segler eher skeptisch“, erinnert er sich, „doch am Ende haben wir zu fünft gleichzeitig im Cockpit trainiert und ein Zirkel-Workout mit fünf Stationen absolviert.“ Die Herausforderungen: Wenig Platz und wenig Stauraum.

Mit der Entwicklung von sportartspezifischen Trainingskonzepten hat Alex Hüfner schon Erfahrung. Gemeinsam mit Judith Gabriel gründete er 2012 „Crosshaus“, eine Ausbildungsplattform für funktionelles Training. Neben Übungen mit Kleingeräten begleiten die beiden auch Fitnessstudios und Vereine bei der Umsetzung neuer Trainingskonzepte in diesem Bereich, heißt es auf ihrer Homepage.

„Pures Gold für Leistungssportler“

Zwei Aspekte machen die Besonderheit des funktionellen Trainings aus: Erstens lässt sich die Leistung innerhalb kürzester Zeit um 10 bis 20 Prozent steigern. Und zweitens sinkt das Verletzungsrisiko, wie zum Beispiel die Gefahr von Kreuzbandrissen, um bis zu 30 Prozent. „Das ist pures Gold für Leistungssportler“, schwärmt der engagierte Sporttrainer.

Training an Bord mit aeroSling und Fender

„Auf dem Boot kommen nur Geräte zum Einsatz, die wenig Stauraum benötigen“, erläutert Hüfner das jüngste Crosshaus-Konzept. „Von unseren ‚Big Five‘ ist darum nur der aeroSling dabei.“ Weitere Hilfsmittel sind Fender, die eh an Bord vorhanden sind.  Der Kugelfender sollte dabei mindestens einen Durchmesser von 40 Zentimetern haben. „Je größer, desto besser“, so Hüfners Devise. Alle Übungen können Männer und Frauen unabhängig vom Wetter überall anwenden – zu Hause, auf dem Schiff und am Steg.

Wechsel von langen ruhige und kurzen anstrengenden Phasen

Es gibt zwei Phasen des Segelns: Die ruhigen Phasen, wenn die Segel gesetzt sind und das Schiff auf Kurs läuft, und die kurzen anstrengenden Phasen bei Manövern und starkem Wind. Für die kurzen intensiven Momente ist ein hohes Maß an Kraftausdauer, Balance und Stabilität notwendig. Da die langen, ruhigen Phasen aber überwiegen, heißt das wichtigste Wort für Fahrtensegler: Bewegung! Warum sollten sie eine Flaute also nicht nutzen, um die Fähigkeiten zu trainieren, die sie auf hoher See brauchen? Für ambitionierte Sportsegler ist das Trainingskonzept deutlich anspruchsvoller als für Hobbyskipper, da auch die physischen Anforderungen an sie größer sind. Denn letztlich entscheidet bei ihnen die körperliche Fitness über Sieg oder Niederlage.

Seminar nicht nur für Segler…

Das neue Konzept „Funktionelles Training für Segler“ haben Hüfner und Gabriel jetzt in ihr Trainingsprogramm aufgenommen. Es spricht nicht nur Wettkampf- und Fahrtensegler an. Auch segelbegeisterte Physiotherapeuten können teilnehmen und das Trainingsprogramm in ihr Kursangebot aufnehmen. Mitte Mai ist das erste sechsstündige Seminar in der Trainingsschule vorgesehen (Kosten: 109 Euro). Weitere sollen folgen. „Wir kommen auf Anfrage auch zu den Segelvereinen oder ins Leistungszentrum des Deutschen Segler Verbandes, “, ergänzt Hüfner, „und natürlich auch gerne in Physiotherapiepraxen.“ Weitere Informationen und Kontakt auf www.crosshaus.com.

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