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Stille Wasser sind tief – So laufen introvertierte Mitarbeiter zu Bestform auf

Auf Grund ihrer eher zurückhaltenden Art bekommen introvertierte Menschen oft den Stempel, schüchtern zu sein. Vollkommen falsch! Schüchterne fühlen sich unsicher, wenn sie mit anderen zusammen sind und leiden meist unter der Zurückhaltung. Das ist bei Introvertierten nicht der Fall. Sie fühlen sich extrem wohl dabei, still zu sein. Im Arbeitsleben führt das jedoch oft dazu, dass die extrovertierten Kollegen ihnen die Show stehlen. Schluss damit. Wir zeigen Ihnen die Stärken von „stillen“ Mitarbeitern und wie Sie sie hervorheben.
Stille Wasser sind tief - So laufen introvertierte Mitarbeiter zu Bestform auf
© iStock: laflor

In Teammeetings sind sie es, die lieber zuhören, statt ihre Meinung offen kundzutun. In der Mittagspause sind sie die stillen Teilhaber und Urlaubsgeschichten erfährt man erst, wenn man sie explizit und in einer ruhigen Minute danach fragt. Introvertierte Mitarbeiter gehen in Teams oft unter, denn sie fordern nicht so stark die Aufmerksamkeit. Lässt man das als Praxisinhaber zu, verschenkt man wertvolles Potenzial.

Stärken nutzen, statt Fehler zu suchen

Introvertierte gelten als sehr ehrgeizig, diszipliniert, kreativ und zuverlässig. Diese Eigenschaften hervor zu kitzeln, bedarf jedoch vor allen Dingen eines: Verständnis für die Art und Weise, wie stille Typen ticken. Versuchen Sie nicht, introvertierte Mitarbeiter aus sich herauszulocken, sondern nutzen Sie lieber die Stärken:

  • Introvertierte sind sehr gewissenhaft. Überträgt man ihnen wichtige Aufgaben, kann man sicher sein, dass diese auch dann fertig sind, wenn sie fertig sein sollen.
  • Wenn es darum geht, eine schnelle Lösung für ein Problem zu finden, sind Introvertierte genau richtig. Sie gehen sehr sachlich und fokussiert an Problemlösungen ran und setzen sich damit ohne viel „bla bla“ auseinander.
  • Sie möchten Feedback zu einem Thema haben? Dann fordern Sie es ein. Denn von alleine geben diese Mitarbeiter ihre Ideen nur selten preis. Doch genau das wäre verschenktes Potenzial. Denn sie sind generell sehr kreativ und setzen sich intensiv mit einem Thema auseinander, wenn sie darum gebeten werden.
  • In Teammeetings beteiligen sich Introvertierte meist wenig. Sätze wie „Sag doch auch mal was!“, sind gut gemeint, sorgen bei den Betroffenen jedoch dazu, dass sie sich bloßgestellt fühlen. Binden Sie den Mitarbeiter lieber durch Fragen ein: „Wie ist deine Meinung dazu?“ Geben Sie ihm Zeit für die Antwort, denn stille Typen wägen oft genau ab, was sie sagen. Eine Alternative: Fragen Sie jeden reihum, so liegt der Fokus nicht auf einem einzelnen.
  • Stille Typen brauchen keine Bühne, auf der sie sich präsentieren und sich so die Zustimmung anderer holen. Das bedeutet aber nicht, dass sie sich keine Anerkennung für ihre Arbeit wünschen. Loben Sie die Leisen bewusst für ihre Leistung.
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