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Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Selbsthilfe für Demenzkranke und Angehörige
Einen Termin verpasst? Den Schlüssel verlegt? Das kennt jeder von uns. Wenn zur Vergesslichkeit im Alltag aber Symptome wie Orientierungs- oder Sprachstörungen hinzukommen und Veränderungen der Persönlichkeit oder Störungen des Denk- und Urteilsvermögens auffallen, könnte all das auf eine Demenz hinweisen.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft
© PIKSEL

Für rund 1,6 Millionen Betroffene engagiert sich die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) seit 30 Jahren für ein besseres Leben mit Demenz. Ihre 136 deutschlandweit verteilten Mitgliedsgesellschaften ermöglichen Hilfe für Erkrankte und Angehörige direkt vor Ort.

Alzheimer-Krankheit

60 Prozent der Menschen mit Demenz haben die Alzheimer-Krankheit, das ist die am häufigsten auftretende Demenzform im Alter. Die damit verbundenen Störungen erschweren die Bewältigung des Alltags zunehmend. Weitere Erkrankungen mit anderen Ursachen und Symptomen sind zum Beispiel die Frontotemporale Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und die vaskuläre Demenz.

Demenz im jüngeren Lebensalter

Dass Menschen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren an einer Demenz erkranken, ist selten; betrifft deutschlandweit aber 20.000 bis 24.000 Personen. Die Diagnose ist für jüngere Erkrankte und deren Familien besonders hart, weil eine soziale und finanzielle Schieflage droht. Darüber hinaus sind die bestehenden Betreuungsmöglichkeiten unpassend, da sie auf Menschen höheren Alters ausgerichtet sind.

Hilfe und Unterstützung durch die DAlzG

Ziel der Arbeit der DAlzG ist die Beratung und Unterstützung Betroffener, ihre verbesserte gesellschaftliche Integration, die Anregung von gesundheits- und sozialpolitischen Initiativen sowie die Unterstützung wissenschaftlicher Forschung. Aus diesem Grund initiiert die DAlzG stetig mehrjährige Projekte. In einem aktuellen Projekt geht es um die Entwicklung neuer, bedarfsgerechter Angebote für pflegende Angehörige, um die häusliche Betreuungssituation zu optimieren und Pflegepersonen zu entlasten.

Für eine persönliche Beratung finden Hilfesuchende am Alzheimer-Telefon Ansprechpartner, mittwochs auch in türkischer Sprache.

Zahlreiche Informationen und Angebote online

Auf der Website der Gesellschaft sind zahlreiche Informationen und Angebote abrufbar: Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen sowie Kliniken, die sich in sogenannten Gedächtnissprechstunden auf die Diagnostik von Hirnleistungsstörungen spezialisiert haben.

Als kostenloser Download stehen Infoblätter und Flyer zur Verfügung. Sie beantworten rechtliche und ethische Fragen, klären über Krankheitsbilder und Behandlungen auf und informieren über Themen wie Betreuungsrecht, Pflegeversicherung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Außerdem gibt es Empfehlungen zu Büchern, Ratgebern und Broschüren, einen kostenlosen Newsletter, die Zeitschrift „Alzheimer Info“ sowie Veranstaltungshinweise zu Fortbildungen, Kursen, Kongressen und Tagungen. Zusätzlich bieten Internet-Foren die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.

Projektarbeiten

Speziell für Jugendliche wurde eine Website entwickelt, die altersgerecht Informationen zum Umgang mit erkrankten Familienmitgliedern vermittelt. Eine App bietet Menschen mit Demenz kreative Ideen für die Alltagsgestaltung. Für Kinder und Jugendliche gibt es eine Website mit einem vielseitigen Hilfsangebot aus Erfahrungsberichten, Sorgen-Telefon, Trauerbewältigung und vielem mehr.

Das Projekt „Demenz und Migration“ informiert fremdsprachige Betroffene in ihrer Muttersprache über die Erkrankung und Kontaktpersonen aus dem Pflegebereich über wichtige Werte anderer Kulturen.

Die DAlzG beteiligt sich außerdem am europäischen Projekt RHAPSODY, damit die Versorgung jüngerer Menschen mit Demenz nachhaltig verbessert wird. Mehr ist in kostenlos downloadbaren Informationsblättern und Online-Ratgebern zu erfahren.

Entlastungsangebote für Angehörige

Die Pflege eines dementen Menschen bedeutet oft Verzicht auf eigene Interessen. Die physischen und psychischen Belastungen sind groß. Angehörige müssen mit ihren Kräften „haushalten“ und sollten sich deshalb frühzeitig über Entlastungsmöglichkeiten wie ambulante Pflegedienste, Betreuungsgruppen, Tagespflegeeinrichtungen und Kurzzeitpflege informieren. Die Kosten für diese Leistungen übernimmt zum Teil die Pflegeversicherung.

Welt-Alzheimertag am 21. September

Unter dem Motto „Demenz – wir müssen reden!“ finden im Herbst deutschlandweit Aktionen der Alzheimer-Gesellschaft und der regionalen Selbsthilfegruppen statt, die auf das Tabuthema Demenz und die Situation von Erkrankten und ihren Familien aufmerksam machen. Damit sollen mehr Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung erreicht werden.

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.

Werden Sie Demenz-Partner

In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Wir begegnen ihnen in der Familie, im Alltag oder im Beruf.

Besuchen Sie einen 90-minütigen Kompaktkurs, der Ihnen Wissenswertes über das Krankheitsbild und einen respektvollen Umgang mit Betroffenen vermittelt. Ziel des Kurses ist es, Sie für die Bedürfnisse von Erkrankten zu sensibilisieren und Hemmschwellen abzubauen.

Das bundesweit kostenlose Schulungsangebot richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Unternehmen, deren Mitarbeiter im Arbeitsalltag auf Menschen mit Demenz treffen, beispielsweise im Einzelhandel.

Als Demenz-Partner können Sie das erworbene Wissen im persönlichen Umfeld weitergeben und dazu beitragen, dass Erkrankten mit geeigneten Kommunikationsformen begegnet wird und Angehörige nötigen Zuspruch finden.

Informationen zu Kursdaten und Veranstaltungsorten finden Sie auf der Website der DAlzG.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.

Selbsthilfe Demenz

Friedrichstraße 236

10969 Berlin-Kreuzberg

Telefon 030 25 93 79 50

Alzheimer Telefon 030 25 93 79 5-14

www.deutsche-alzheimer.de

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