up|unternehmen praxis

“Tempo, kleine Schnecke!”

Anna-Maria Lorengel funktioniert ein Brettspiel auf eine vielseitige Weise um
Mein Favorit ist ein Brettspiel von Ravensburger: Tempo, kleine Schnecke! Auf die Plätze – Schnecken – los!. Es fördert das erste Regelverständnis bei Kindern, das Erkennen von Farben und die Konzentration.
© Anna-Maria Lorengel

Wie funktioniert es?

Das Spiel besteht aus einer Wettrennstrecke, zwei Farbwürfeln und sechs Farbschnecken in gelb, blau, rot, rosa, orange und grün. Jede Schnecke hat ihre eigene Rennstrecke. Die Spieler würfeln abwechselnd und ziehen je nach gewürfelter Farbe die entsprechende Schnecke vorwärts. Wer als Erster eine Schnecke über die Ziellinie zum Salatkopf würfelt, gewinnt das Rennen. Alternativ kann sich aber auch jeder Spieler eine Farbschnecke aussuchen, um die er würfelt. Dann wird am Ende geschaut, welcher Schneckenbesitzer gewonnen hat. Das Spiel dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten und ist für zwei bis sechs Spieler ab drei Jahren.

Wie setzen Sie das Spiel in Ihrer Arbeit ein?

„Tempo, kleine Schnecke!“ kann ich sehr vielfältig in der Kindertherapie einsetzen. Im Bereich Aussprache kann ich es zum Beispiel gut in das Therapieverfahren „Psycholinguistisch orientierte Phonologie-Therapie“ von Anette Fox-Boyer integrieren. Bei Identifikationsübungen in der rezeptiven Phase können die Schnecken den jeweiligen Ziel- und Ersatzlauten zugeordnet werden. Möglich sind bis zu sechs Laute. Ich kennzeichne sie durch kleine Lautkartenbilder, die ich auf die Schnecken klebe. Je nachdem, welcher Laut vom Kind korrekt erkannt wurde, darf die jeweilige Schnecke ein Feld vorrücken. Die Identifikation ersetzt hier die Farbwürfel. Um eine gewisse Spannung zu erzeugen, wetten das Kind und ich manchmal vor Beginn, welche Schnecke bzw. welcher Ziellaut wohl als Erstes ins Ziel gelangt.

Genauso gut kann ich das Brettspiel mit seinen eigentlichen Spielregeln auf der produktiven Satzebene einbeziehen, zum Beispiel beim Ziellaut /SCH/. Das Spiel wird sprachlich von dem Kind und mir begleitet, etwa so: Die Schnecke schleicht zum Salat. Oder es werden Konsonantenverbindungen geübt, wie Schnecke, schleichen, kriechen, krabbeln etc.

Auch das semantische Feld der Farben kann ich mit dem Spiel hochfrequent trainieren, sowohl rezeptiv als auch produktiv. Durch Fragen und Aufforderungen kann ich die semantisch-lexikalischen Fähigkeiten ausbauen: Wo lebt denn eine Schnecke? Wie sieht eine Schnecke aus? Ist diese Schnecke gelb? Welche Gegenstände sind noch gelb? Suche die gelbe Schnecke!

Außerdem kann ich die Struktur von Aussagesätzen, Subjekt-Prädikat oder Subjekt-Prädikat-Objekt, üben, zum Beispiel: Die Schnecke schleicht. Die Schnecke frisst viel Salat. Selbst kleine Inputeinheiten oder produktive Übungen zu einigen Präpositionen sind möglich: Die rote Schnecke ist hinter/vor/neben der gelben Schnecke.

Warum ist es Ihr persönlicher Favorit?

Das Spiel ist mein persönlicher Favorit, weil es sich prima in verschiedensten Bereichen der Kindertherapie einsetzen lässt. Daneben sorgt es aufgrund des Wettrenncharakters für eine gewisse Spannung und motiviert die kleinen Patienten. Dieses Spiel begleitet mich bereits seit meiner Ausbildung, es erinnert mich an viele verschiedene Therapieeinheiten.

 

Anna-Maria Lorengel | Logopädin, context Logopädie & Ergotherapie, Schwentinental

Außerdem interessant:

Nicht ohne meinen Silikonschlauch

Nicht ohne mein Na Logo