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Covid-19-Infektion als Berufskrankheit

Beschäftige im Gesundheitswesen sind besonders gefährdet, sich bei ihrer Tätigkeit mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu infizieren. Grundsätzlich kann es sich darum bei einer Corona-Infektion um eine Berufskrankheit handeln. Damit die Erkrankung einen Versicherungsfall der gesetzlichen Unfallversicherung darstellt, müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein.
Covid-19-Infektion als Berufskrankheit
© Andrey Popov

Die Möglichkeit der Anerkennung eine Corona-Infektion als Berufskrankheit ist auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt: „Von der Nummer 3101 der Berufskrankheitenliste werden Personen erfasst, die infolge ihrer Tätigkeit im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert werden und deshalb an COVID-19 erkranken“, erklärt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf ihrer Website. Bis Ende 2021 wurden der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) rund 132.000 Verdachtsfälle gemeldet. Etwa zwei Drittel der Fälle hat die BGW bereits als Berufskrankheit anerkannt.

PCR-Test durchführen und Ansteckung dokumentieren

Besteht der Verdacht, dass Sie sich bei der Arbeit mit Covid-19 infiziert haben, sollten Sie die Infektion mittels PCR-Test nachweisen und dokumentieren, empfiehlt die DGUV. Testergebnis sowie Umstände der Infektion sollten zudem im Verbandbuch/Meldeblock des Betriebs dokumentiert werden.

Eine Covid-19-Infektion kann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Im Rahmen der beruflichen Tätigkeit im Gesundheitswesen hatten Sie Kontakt mit einer mit SARS-CoV-2-infizierten Person.
  2. Es sind „mindestens geringfügige klinische Symptome“ aufgetreten, also Krankheitszeichen wie beispielsweise Fieber oder Husten.
  3. Das Virus wurde durch einen PCR-Test nachgewiesen.

Personen, die diese Voraussetzungen erfüllen, sollten ihren behandelnden Arzt oder den Betriebsarzt auf den möglichen Zusammenhang ansprechen, empfiehlt die DGUV. Außerdem sind Ärzte und Arbeitgeber verpflichtet, einen begründeten Verdacht auf eine Berufskrankheit beim Unfallversicherungsträger anzuzeigen. Nutzen Sie dazu das entsprechende Formular.

Hinweis: Dokumentieren Sie auch bei Infektionen, die mild oder symptomlos verlaufen, alle wichtigen Punkte. Denn kommt es erst später zu Gesundheitsschäden infolge der Infektion, kann eine Berufskrankheit auch dann noch anerkannt werden.

Tipp: Bei akutem Beratungsbedarf können Sie sich an die telefonische Corona-Hotline der BGW wenden. Sie erreichen diese unter 040 20207-1880 (Mo – Do 7.30 – 16 Uhr, Fr 7.30 – 14.30 Uhr).

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BGW:

Rund um Corona: https://tinyurl.com/3rprbhms

Berufskrankheiten-Anzeige: https://tinyurl.com/2p9y3pzy

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