up|unternehmen praxis

Wohnberatung mit mobilen Wänden

Badezimmer-Umbauten für Menschen mit Handicap optimal planen
Wohnberatungen unterstützen Menschen mit Handicap dabei, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Sie helfen beim Abbau von Barrieren, bei der Suche nach geeigneten Diensten, bei Finanzierungsfragen und Antragstellungen. Die Wohnberatung in München hat eine besondere Idee entwickelt: die sogenannte Raumwerkstatt. Hier gibt es nicht nur wie in anderen Wohnberatungen eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die auf Herz und Nieren getestet werden können, um Fehlanschaffungen zu vermeiden. Hier gibt es zwei eingerichtete Badezimmer, in denen verschiedene Ideen umgesetzt sind, die das Leben mit eingeschränkter Beweglichkeit erleichtern. Testen und Ausprobieren sind ausdrücklich erwünscht. Dieses Angebot hilft auch dabei, den eigenen Badumbau zu planen.
Wohnberatung mit mobilen Wänden
© Kompetenzzentrum Barrierefreies Wohnen München

Hilfsmittel sorgen schnell und unkompliziert für Erleichterung im Alltag: So ermöglicht ein halber Duschvorhang dem Pflegenden, den Badespaß trocken zu überstehen. Ein Duschstuhl muss nicht starr gebremst werden, sondern verhindert über die Anordnung seiner Räder ein Vor- und Zurückrollen, während er das Drehen um die eigene Achse ermöglicht. Komplizierter ist es, wenn das Bad so klein gebaut wurde, dass es keine Bewegungsfreiheit für Rollator oder Rollstuhl zulässt.

In der Raumwerkstatt findet sich die individuelle Lösung für die unterschiedlichen persönlichen Bedürfnisse. Zuhause ist es oft schwer vorstellbar, wie ein Bad nach dem Umbau aussehen würde. Und der Sanitärfachmann plant mit einem anderen Blick als jemand, der sich mit Handicaps auskennt oder sie vielleicht sogar am eigenen Leib erfährt. In der Raumwerkstatt kann die Badausstattung einfach an die gewünschte Position gerückt werden. So ist schnell erkennbar, was für den Betroffenen in Frage kommt und was nicht.

Das neue Badezimmer testen, bevor es umgebaut wird

 In der Raumwerkstatt stehen fahrbare Wand- und Eckmodule bereit. Wenn der Grundriss vorliegt, ist es ein Kinderspiel, aus den Modulen das heimische Bad nachzubilden. Daneben stehen viele große Pappkartons bereit. Was zunächst nach Umzugskartons aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Badmöbellager. Es ist an alles gedacht: Es gibt Waschbecken, eine Badewanne, eine Toilette und Duschwannen. Bei den Duschen kann sogar zwischen einer schwellenlosen Lösung und einer Duschwanne gewählt werden.

Dann geht es an die Arbeit, und das Bad wird nach den persönlichen Vorstellungen neu gestaltet. Da die Pappmöbel leicht zu verschieben sind, ist es einfach, verschiedene Lösungen aufzubauen. Steht alles am richtigen Platz, kann der Betroffene mit Rollator oder Rollstuhl die Alltagstauglichkeit testen. Dabei wird darauf geachtet, ob genügend Platz für alle Aktionen im Bad vorhanden ist, etwa bei Transfers. Ebenso werden der Platz für die pflegenden Personen und die Abstellmöglichkeiten für Rollator und Rollstuhl geprüft. Die Pappmöbel lassen gleich erkennen, ob noch etwas den Weg versperrt oder den Aktionsradius einschränkt. Das ermöglicht eine unkomplizierte Anpassung, bevor der Badumbau beginnt.

Wie finanzieren?

Für Anpassungsmaßnahmen in der Wohnung zahlt die Pflegekasse für Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5 bis zu 4.000 Euro. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet verschiedene Förderkredite für ein barrierefreies Wohnen an. Zusätzliche Fördermöglichkeiten bestehen auf Länderebene. Betroffene sollten prüfen, welche Möglichkeiten ihr Bundesland bietet.

Tipp:

Wohnberatungsstellen gibt es auch in Ihrer Nähe. Schauen Sie dort einfach mal als Therapeut vorbei. Die Wohnberatungen freuen sich, wenn sie mit ihren Ideen den Alltag von Menschen mit Handicap erleichtern können. Und manchmal braucht es dafür den Umweg über den vertrauten Therapeuten.

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all Kommentare
0
Wir würden gerne erfahren, was Sie meinen. Schreiben Sie einen Kommentar.x