Ausgabe up 11-2017 | Rubrik Politik

Themenschwerpunkt Heilmittel-Richtlinie: Ärztehonorare sichern auf Kosten der Patienten

vom: 01.11.2017

Die Heilmittel-Richtlinie ist nach Ansicht der KBV ein Symbol „einer arzt- und patientenfernen Überbürokratisierung geworden.“ Mit dieser Begründung beginnt die KBV ein Konzeptpapier zur Reform der Heilmittel-Richtlinie. Doch in Wirklichkeit geht es gar nicht um Bürokratie, sondern darum, eigene Versäumnisse zu kaschieren.

Ein Kommentar von Ralf Buchner

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Seit 15 Jahren haben es die Ärztefunktionäre versäumt, den Leistungsanspruch der Versicherten auf Heilmittel mit den historisch gewachsenen Heilmittelbudgets abzugleichen. So werden Ärzte gegen Budgets geprüft, ganz so, als gäbe es keine Heilmittel-Richtlinie.

Seit 15 Jahren haben es die Ärztefunktionäre versäumt, die HeilM-RL sachgerecht im Sinne der Patienten weiterzuentwickeln und sich stattdessen arrogant über die zahlreichen Verbesserungsvorschläge der Heilmittelerbringer zur Vereinfachung der HeilM-RL hinweggesetzt.

Und seit 15 Jahren haben es die Ärztefunktionäre versäumt, die verordnenden Ärzte im sinnvollen Umgang mit einer der wenigen Positivlisten im GKV-System zu schulen. So sehen die meisten Ärzte die Heilmittel-Richtlinie als bürokratisches Hindernis an, anstatt die Möglichkeiten der Richtlinie zur (regressfreien) Versorgung ihrer Patienten zu nutzen.

Jetzt sollen diese eklatanten Versäumnisse durch eine Reform der HeilM-RL behoben werden: Der Leistungsanspruch der Versicherten wird einfach gekürzt (Wegfall der Verordnungen außerhalb des Regelfalls) und dann bekommen die KVen im Gegenzug bestimmt ein Regressfrei ausgehandelt…

Ein schöner Handel: Kassen müssen weniger für Heilmittel zahlen und dafür haben KVen keine Angst mehr um ihr Honorar. So werden Ärztehonorare gesichert auf Kosten der Patienten.

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