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Preise mit Privatpatienten frei verhandelbar

Wissenschaftliches Institut der PKV

Preise mit Privatpatienten frei verhandelbar

Das Märchen der Privaten Krankenversicherungen (PKV) von den beihilfefähigen Höchstsätzen hat sich fast jeder Praxisinhaber schon einmal anhören müssen. Damit ist jetzt Schluss, denn das Wissenschaftliche Institut der PKV hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass Therapeuten die Preise ihrer Leistungen frei mit den Patienten verhandeln können.

up 08-2011
Fotocredit: Fotolia, jeremias münch

Auf die nächsten Absetzungsschreiben der PKV an ihrer Mitglieder wegen vermeintlich überhöhter Heilmittel-Honorare darf man gespannt sein. Denn das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat in einer jüngst veröffentlichten Studie mit dem Titel „Die Heilmittelversorgung der PKV- und GKV-Versicherten im Vergleich“ unter anderem die Vergütungs- und Abrechnungsregeln genauer untersucht. Das Ergebnis ist klar und eindeutig: Preise zwischen Therapeuten und Patienten können im Rahmen der geltenden Gesetze frei ausgehandelt werden. Das Wort „Beihilfe“ taucht dabei gar nicht auf, aber lesen Sie selbst.

Aus der WIP-Studie:

„Der privat krankenversicherte Patient steht in einem direkten Vertragsverhältnis mit seinem Arzt bzw. Behandler und schuldet diesem im Regelfall unmittelbar die vertraglich vereinbarte Vergütung (§ 630a Abs. 1 BGB). Durch das Kostenerstattungsprinzip erhält der Privatversicherte seine Heilmittelrechnung direkt vom Arzt/Behandler und kann diese dann bei seinem Versicherungsunternehmen zur Erstattung einreichen. Die Höhe der Erstattung richtet sich nach dem gewählten Tarif.

In der PKV gibt es keine vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Kostenträgern und den Leistungserbringern. Für Heilmittel existiert auch keine amtliche Gebührenordnung, wie z. B. für ärztliche oder zahnärztliche Leistungen. Bei nicht gesetzlich krankenversicherten Patienten können Therapeuten die Preise ihrer Leistungen innerhalb der rechtlichen Grenzen von Sittenwidrigkeit und Wucher (§ 138 BGB) frei mit dem Patienten verhandeln.“

Ganz konkret: Laden Sie sich die Veröffentlichung des WIP aus dem Internet herunter (https://tuq.in/xB9q), drucken Sie das Dokument aus und markieren die letzten beiden Absätze auf Seite 7. Der nächste Privatpatient, der mit einem Schreiben seiner PKV in die Praxis kommt, wird dann ziemlich überrascht sein, dass seine Kasse ihn so falsch informiert.

Nachtrag: Inzwischen ist die Original WIP-Studie im Internet nicht mehr verfügbar. Stattdessen gibt es jetzt eine überarbeitete „Version: Februar 2015“, die das Thema komplett anders darstellt. Wer die Originalstude trotzdem haben möchte, kann sie über hotline@up-aktuell.de anfordern. Eine Presseanfrage an das WIP läuft, wir halten Sie auf dem Laufenden!

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Julia S.
23.02.2015 15:38

Hallo Herr Buchner! Ist Ihnen aufgefallen, dass das Papier seit… Weiterlesen »

sigrid
23.02.2015 14:25

Hallo an alle PTs. Warum denkt ihr noch über Beihilfesätze… Weiterlesen »

Ute W.
23.02.2015 11:54

Hallo, der Link zur Veröffentlichung im WIP zeigt Fehler und… Weiterlesen »

Rocco B.
21.02.2015 7:34

Das Beste erlebte ich neulich mit einem Versicherten der Postbeamtenkasse… Weiterlesen »

Praxis für Physiotherapie Uwe Wilbert
20.02.2015 16:53

Heisst es denn dann auch das bei beihilfeberechtigten Patienten die… Weiterlesen »

St.Plate
20.02.2015 15:28

Ein großes Lob an das buchner-Team. Vielen Dank für erneut… Weiterlesen »

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