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Podologie: Keine Verordnung von Nagelspangentherapie möglich – Selbstzahlerleistung anbieten

Das jüngste Beispiel der Nagelspangentherapie zeigt: Nicht jede Behandlung, die Therapeuten erlernen, können sie über das GKV-System abwickeln. In einigen Fällen sind Selbstzahlerleistungen nötig – die Sie den Patienten erst einmal näherbringen müssen.
© Fotolia.com: lafota

Im August richtete sich der Verband Deutscher Podologen (VDP) an seine Mitglieder. Es habe einige Aufregung gegeben, weil die Kassenärztliche Vereinigung Bayern niedergelassene Ärzte darüber informiert hatte, dass eine Verordnung der Orthonyxie- oder Nagelspangen-Behandlung seit 1. Juli 2017 ausgeschlossen sei.

Das ist wenig verwunderlich: Die Nagelspangentherapie steht nicht im Heil- und Hilfsmittelkatalog, also können Ärzte sie ohnehin nicht nach dem üblichen Prozedere verordnen. Dass die Orthonyxiespangentherapie Teil der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung der Podologen ist, ändert daran leider nichts. Häufig reichen Podologen deswegen Kostenvoranschläge ein und einige Kassen erstatten ihren Patienten die Therapie daraufhin als freiwillige Leistung. Seit März 2016 übernimmt die BKK Herford-Minden-Ravensmünde als erste Krankenkasse die Nagelspangentherapie standardmäßig als Zusatzleistung (up berichtete).

Erklären Sie Patienten die Problematik

Zahlt die Kasse eines Patienten nicht, können Podologen das tun, was sich in solchen Fällen meist anbietet: eine Privatleistung anbieten. Entscheidend ist dabei, dass Sie den Patienten das Selbstzahler-Angebot richtig vermitteln. Patienten muss klar werden, dass es nicht an der Podologie-Praxis liegt, dass sie selbst für die Behandlung aufkommen müssen. Es liegt an der Krankenkasse, die die Kosten nicht übernimmt, obwohl die Nagelspangentherapie aus Ihrer Sicht die medizinisch sinnvollste Behandlung ist.

Finden Sie den passenden Privatpreis

Wichtig ist natürlich auch die Frage nach dem Privatpreis. Preise nach der (nicht verpflichtenden) Gebührenordnung für Therapeuten (GebüTh) berechnen sich etwa aus dem 1,4-fachen, 1,8-fachen oder 2,3-fachen GKV-Satz. Hier sind unterschiedliche Modelle denkbar, viele Praxen wählen aber einfach  für all ihre Preise den 1,8-fachen Satz. Sie können sich für den Grundpreis etwa an einer podologischen Nagelbearbeitung mit einem ähnlichen Zeitaufwand orientieren – und sich auch den Patienten gegenüber auf die GebüTh berufen, um Diskussionen über den Preis zu vermeiden.

Mehr: Wie Sie Privatpreise erfolgreich umsetzen, haben wir im PKV-Abrechnungstipp der Ausgabe up 02-2017 an einem Fallbeispiel erklärt.


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