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Memory

Stephanie Leitold setzt das Spiel ein, um unter anderem die Merkfähigkeit von Kindern und Senioren zu verbessern
Mein persönlicher Favorit ist das Spiel Memory. Dieser Klassiker darf sowohl in meiner Praxis als auch in meiner Hausbesuchstasche nicht fehlen. Jeder kennt es, es ist in fast jedem Haushalt mit Kindern vorhanden und auch bei Senioren beliebt.
Memory
© Stephanie Leitold

Die Spielregeln sind einfach: Es werden Karten mit der Bildseite nach unten gemischt und auf dem Tisch ausgelegt. Wer an der Reihe ist, darf jeweils zwei Karten aufdecken und muss versuchen, zwei identische Karten zu finden. Stimmen zwei Motive überein, dürfen sie behalten werden. Zwei verschiedene Karten werden dagegen wieder umgedreht. Wer zum Schluss die meisten Pärchen hat, hat gewonnen.

Warum ist es Ihr persönlicher Favorit?

In der Ausbildung habe ich ein Kind mit einer Schwäche in der auditiven Merkfähigkeit therapiert, die wir verbessern sollten. Hierfür setzte ich ein Memory ein. Ich legte die eine Hälfte der Karten in eine Ecke des Zimmers und baute einen Parcours zum Therapietisch auf. Dort lag der andere Teil der Karten. Ich nahm mir drei Karten und nannte sie dem Kind, da nur ich sie sehen konnte. Es sollte den Parcours bestreiten und am anderen Ende die passenden Bilder finden. Mit diesem Spiel, das es so auch Zuhause spielen konnte, haben wir die Merkfähigkeit deutlich verbessern können.

Ergotherapie ist alltagspraktisch und genau diese Eigenschaft bringt auch das Memory mit. Es ist handlich, flexibel einsetzbar, platzsparend und kostengünstig zu erwerben. Außerdem ist es in verschiedenen Varianten erhältlich: mit eher kindlichen Motiven oder speziell für Senioren mit Gegenständen, die sie an die Vergangenheit erinnern. Ich habe in meiner Praxis mehrere Versionen. Am liebsten ist mir das Memory mit den Tiermotiven, weil es für alle Altersgruppen passt.

Wie setzen Sie es in Ihrer Arbeit ein?

Im herkömmlichen Sinne spiele ich Memory zur Verbesserung der Merkfähigkeit, sowohl bei Kindern als auch bei älteren Patienten mit diagnostizierter Alzheimer- bzw. Demenz. Den Schwierigkeitsgrad kann ich über die Anzahl der Paare variieren. Bei Demenzpatienten nehme ich manchmal nur eine Hälfte der Paare und lege Reihen, die sie sich merken und nach kurzer Zeit wiedergeben sollen.

Möchte ich bei Kindern die auditive Merkfähigkeit üben, kombiniere ich es mit einem Parcours. Entweder nenne ich nur die Bilder, die das Kind suchen soll, oder ich sage und zeige sie dem Kind. Ich kann die Anzahl variieren und auch festlegen, ob es die Reihenfolge beachten soll oder nicht. So kann ich nicht nur die kognitive Leistung verbessern, sondern auch den oftmals vorherrschenden Bewegungsdrang der Kinder stillen. Außerdem kann ich die Eltern gut anleiten, damit sie es Zuhause fortsetzen können.

Bei mehrsprachigen Klienten hilft mir das Memory, den Wortschatz aufzubauen und die Grammatik (Artikel) zu verbessern. Ich trainiere mit diesem Spiel also sowohl die visuelle und auditive Merkfähigkeit, das Merken von Reihenfolgen, die Konzentration und den Erhalt des Kurzzeitgedächtnisses als auch den Aufbau eines adäquaten Wortschatzes. Der Spielablauf und die Ziele sind transparent und werden daher schneller erreicht.

 Mein persönlicher Tipp

Bei Demenzpatienten nehme ich oft eine Blankoversion mit selbstklebenden Bildkarten und gebe sie den Verwandten zum Personalisieren mit. Auf die eine Hälfte der Karten werden Fotos von Personen geklebt und auf die andere deren Namen. Somit kann es für jeden Patienten individualisiert werden.

Stephanie Leitold | Ergotherapeutin & Inhaberin von Ergotherapie Leitold, Straubing

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