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Kind krank – das steht Eltern für die Betreuung des Nachwuchses zu

Ob Schnupfen, Durchfall oder Fieber: Kränkelt das Kind, ist das für berufstätige Eltern eine belastende Situation. Einerseits wollen sie zuhause bleiben und ihren Nachwuchs pflegen, andererseits aber auch ihren Job nicht vernachlässigen. Doch wie lange dürfen sie von ihrem Arbeitsplatz fernbleiben? Und wer bezahlt in dieser Zeit ihr Gehalt? Fragen, die auch für den Chef interessant sind.
© iStock: FatCamera

Eltern, die gesetzlich krankenversichert sind, haben einen Anspruch auf Freistellung vom Job. Laut § 45 Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V) können sie sich „in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage“ freistellen lassen. Bei mehr als zwei Kindern stehen jedem Elternteil insgesamt maximal 25 Tage im Jahr zu, bei Alleinerziehenden höchstens 50 Tage – unbezahlt. Gemäß § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) dürfen Eltern im Krankheitsfall des Kindes auch spontan von der Arbeit fernbleiben. Dies nennt man „vorübergehende Arbeitsverhinderung“.

Arbeitsvertrag regelt Lohnfortzahlung

Häufig übernimmt der Arbeitgeber während der ersten fünf Tage die Lohnfortzahlung. Praxischefs können jedoch eine Ausschlussklausel in die Arbeitsverträge aufnehmen oder eine andere Anzahl von Tagen festlegen. Denn es gibt dafür keine gesetzlichen Vorgaben. Wer den Vertrag unterschreibt, erklärt sich mit der Regelung des Arbeitsgebers einverstanden. Die unbezahlte Freistellung lässt sich aber nicht vertraglich ausschließen (SGB V §45 Abs. 3).

Attest ab erstem Krankheitstag

Zahlt der Arbeitgeber nicht, springt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse mit dem Kinderkrankengeld ein. Dies gilt jedoch nur dann, wenn das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, bei seinen Eltern gesetzlich versichert ist, keine andere Betreuungsperson zur Verfügung steht und ein ärztliches Attest vorliegt. Während bei Erwachsenen die ärztliche Krankschreibung manchmal erst ab dem dritten Tag erforderlich ist, benötigen Kinder bereits ab dem ersten Tag eine Krankmeldung.

Krankenkasse zahlt maximal 103,25 Euro pro Tag

Von der Krankenkasse erhalten Mütter und Väter das Kinderkrankengeld für die Zeit der Freistellung vom Job: 90 Prozent des Nettolohns, jedoch maximal 103,25 Euro pro Tag. Übernimmt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung, zahlt die Krankenkasse nicht.

Privat Versicherte gehen leer aus

Sind Mitarbeiter privat versichert, erhalten sie in der Regel kein Kinderkrankengeld, haben jedoch den gleichen Anspruch auf unbezahlte Freistellung wie gesetzlich Versicherte (§ 45 Abs. 5 SGB V).

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