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Corona: Entschädigungen bei Quarantäne oder Tätigkeitsverbot

Welche Erstattungen es gibt und wie Sie diese beantragen können
Ordnet das Gesundheitsamt auf Basis des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) Quarantäne an oder erteilt es ein Tätigkeitsverbot, das mit einem Verdienstausfall einhergeht, steht den Betroffenen grundsätzlich eine Entschädigung zu (§ 56 IfSG). Das gilt für Angestellte ebenso wie für Selbstständige. Wir zeigen Ihnen, welche Bedingungen für die Entschädigung gelten und wie Sie online bzw. postalisch einen entsprechenden Antrag stellen können.
© Rich Vintage

Wer hat Anspruch auf Entschädigung?

  • Arbeitnehmer und Selbstständige, wenn sie von einer behördlich angeordneten Quarantäne oder einem Tätigkeitsverbot betroffen sind
  • Arbeitgeber, wenn diese ihren Mitarbeitern im Falle einer angeordneten Quarantäne oder Tätigkeitsverbot für längstens sechs Wochen die Entschädigung auszahlen
  • Selbstständige, wenn die Praxis während der Dauer der Quarantäne oder des Tätigkeitsverbots geschlossen ist. Zusätzlich können sie den Ersatz von weiterlaufenden und nicht gedeckten Betriebsausgaben nach § 56 Absatz 4 Satz 2 IfSG beantragen.

Bis wann muss der Antrag gestellt werden?

Der Antrag muss innerhalb von zwölf Monaten nach Beginn des Tätigkeitsverbots oder Ende der Quarantäne erfolgen.

Wie hoch ist die Entschädigung?

Arbeitnehmer erhalten in den ersten sechs Wochen die Entschädigung als Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Die Aufwendungen können sich die Arbeitgeber dann von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Ab der siebten Woche erfolgt die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes. Gleiches gilt für Selbstständige. Hier richtet sich die Summe nach den durchschnittlichen Einnahmen des vergangenen Jahres, die Entschädigungen sind steuerfrei.

Wichtig: Für die Zeit einer Krankschreibung oder Arbeitsunfähigkeit besteht kein Anspruch auf Entschädigung nach § 56 IfSG.

Gibt es für Selbstständige auch Entschädigung für weiterlaufende und nicht gedeckte Betriebsausgaben?

Ja, etwa für Miete für Geschäftsräume und Versicherungskosten, sofern die Praxis während der Dauer der Quarantäne oder des Tätigkeitsverbots geschlossen ist.

Wie stelle ich den Antrag?

Befindet sich die Praxis in einer der nachfolgenden Bundesländer, kann der Antrag online ausgefüllt werden: Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. In allen anderen Bundesländern erfolgt der Antrag postalisch. Ein entsprechendes PDF steht zum Download bereit (mehr dazu im Kasten).

An welche Behörde richte ich den Antrag?

Durch Eingabe Ihrer Postleitzahl können Sie herausfinden, welche Behörde zuständig ist: https://ifsg-online.de/antrag-taetigkeitsverbot.html. In der Regel handelt es sich um das Gesundheitsamt.

Weitere Informationen rund um die Antragstellung:

–       Antworten auf weitere wichtige Fragen:

https://ifsg-online.de/index.html

–       Antragsformular, inklusive Schritt für Schritt Anleitung:

https://ifsg-online.de/antrag-taetigkeitsverbot.html

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