up|unternehmen praxis

Überbrückungshilfe III wird nochmals nachgebessert

Die Bundesregierung wird die Überbrückungshilfe III im Corona-Hilfspaket nochmals nachbessern. Die Zugangsvoraussetzungen werden vereinfacht, und das Fördervolumen wird angepasst. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) kürzlich mit. Ab Mitte Februar können kleine und mittelständische Unternehmen, also auch Heilmittelpraxen, Anträge auf Überbrückungshilfe III stellen.
© Bundesministerium der Finanzen

Bei der Überbrückungshilfe III handelt sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Anträge können wie bisher durch zugelassene Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder vereidigte Buchprüfer über die Überbrückungshilfe-Plattform gestellt werden. Der Förderzeitraum umfasst die Monate November 2020 bis Juni 2021.

Anspruch auf Förderung haben Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von bis zu 750 Millionen Euro (vorher: 500 Millionen), wenn sie in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat 2019 erlitten haben. Ausgeschlossen sind Unternehmen, die ab dem 1. Mai 2020 gegründet wurden.

Erhöht werden auch das Fördervolumen und die Abschlagshöhe. Betriebe, die aufgrund behördlicher Anordnungen schließen mussten, können pro Monat bis zu 1,5 Millionen Euro Überbrückungshilfe (statt 500.000 Euro) erhalten, wenn das EU-Beihilferecht es zulässt. Bei allen anderen Unternehmen könnte die Obergrenze von bisher 200.000 Euro pro Monat auf eine Million Euro steigen.

Abschlagszahlungen bis zu 100.000 Euro

Ähnlich wie bei der Überbrückungshilfe II oder den Novemberhilfen soll es zunächst Abschlagszahlungen geben. Sie sind bis zu einer Höhe von 100.000 Euro – statt wie bislang vorgesehenen 50.000 Euro – für einen Fördermonat möglich. Erste Abschlagszahlungen sind im Februar zu erwarten, die endgültige Auszahlung durch die Länder startet ab März.

Um das Verfahren zu vereinfachen, gibt es einen Musterkatalog der Fixkosten, der ebenfalls erweitert wurde. Zusätzlich zu den Umbaukosten für Hygienemaßnahmen werden künftig auch Investitionen in Digitalisierung wie Aufbau oder Erweiterung eines Online-Shops berücksichtigt.

Neustarthilfe für Soloselbständige

Zum Überbrückungsgeld III gehört auch die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbständige“. Damit soll der besonderen Situation von Soloselbständigen Rechnung getragen werden. Zu den zu berücksichtigenden Kosten soll künftig eine einmalige Betriebskostenpauschale von 50 Prozent des Umsatzes (statt bisher geplant 25 Prozent) im Vergleichszeitraum zählen. Die Neustarthilfe beträgt einmalig bis zu 7.500 Euro (bisher geplant: 5.000 Euro) und deckt den Zeitraum bis Juni 2021 ab. Sie ist nicht zurückzuzahlen.

Außerdem interessant:

Corona-Krise: Eltern erhalten länger Kinderkrankengeld

Regelungen zum Kurzarbeitergeld gelten bis Ende 2021

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all Kommentare
0
Wir würden gerne erfahren, was Sie meinen. Schreiben Sie einen Kommentar.x