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Zusammenarbeit bringt’s

Zusammenarbeit bringt’s

Mehr als 200 Therapeuten haben sich in Neumünster getroffen, Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden – bunt gemischt. Und zur Überraschung einiger Kollegen waren die diskutierten Problemfelder und Themen gar nicht spezifisch logopädisch, ergo- oder physiotherapeutisch, sondern es ging um Themen, die alle Fachgruppen verbinden. Denn alle Therapeuten, die an der Versorgung von GKV-Versicherten teilnehmen, werden durch dieselben Gesetze und dieselbe Heilmittel-Richtlinie bestimmt. Sie alle müssen sich mit denselben Vertragspartnern auseinandersetzen.

Wirklich überraschend ist allerdings, dass es sehr wenig fachübergreifende Zusammenarbeit gibt. So sind im Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) gerade mal vier Verbände aus zwei verschiedenen Fachgebieten vertreten. Und die früher für alle Fachgebiete geltende Rahmenempfehlung nach § 125 SGB V wird langsam nach Fachgebieten getrennt. Zuletzt haben sich die Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie-Verbände auf eine separate Rahmenempfehlung eingelassen.
Den etablierten Verbänden gelingt es offenbar nicht, den Unmut vieler niedergelassener Therapeuten angemessen aufzunehmen. Und daraus folgen einerseits eine Zersplitterung der Therapeuten nach Fachgebieten und andererseits eine Art Kleinstaaterei auch innerhalb der jeweiligen Fachgebiete durch immer neue Verbände. Es scheint also sogar einen Trend gegen Zusammenarbeit zu geben.

Dabei ist Zusammenarbeit der einzige Weg, um ernsthaft höhere Preise für Therapie durchzusetzen. Einzelne Praxisinhaber bieten schon lange interdisziplinäre Angebote an und stellen fest, dass man zusammen besser arbeiten und Geld verdienen kann. Wie zielführend und bereichernd die fachübergreifende Zusammenarbeit sein kann, haben mir Gespräche und Diskussionen auf der Open-Space-Konferenz in Neumünster eindrucksvoll gezeigt. Zusammenarbeit bringt’s – auch mit und zwischen den Verbänden!

Herzliche Grüße aus Kiel, Ihr

Ralf Buchner

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Karin Nowak
26.06.2015 16:53

Sehr geehrter Herr Buchner! Danke für den Artikel, den ich… Weiterlesen »

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