Anhörung zum HHVG: Thema Akademisierung und Direktzugang

vom: 02.12.2016

Maria Klein-Schmeink (Grünen) hat eine Frage an den Hochschulverband Gesundheitsfachberufe (HVG):

„Sehen Sie die Hochschulausbildung als notwendige und auch hinreichende Voraussetzung für den Direktzugang für therapeutische Berufe?“

Laut Vertreterin Hilke Hansen ist der HVG der Auffassung, dass Therapeuten derzeit schon ausgebildet sind, um für ihre speziellen Gebiete zu diagnostizieren, im Bereich Bewegung, Betätigung, Kommunikation. Anpassungslehrgänge, wie sie in den Niederländen gemacht wurden, seien außerdem notwendig – es müsse den Therapeuten klar sein, wann eine Überweisung an den Arzt nötig ist.

Deutschland solle seinen Sonderweg im Hinblick auf die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe dringend beenden, so Hanse.

„Deutschland ist das letzte Land, das die Gesundheitsfachberufe nicht-akademisch ausbildet. Um auf hohem Niveau Therapie und Diagnostik zu machen, brauchen wir perspektivisch die akademische Ausbildung.“

Akademisierung für Praxisinhaber?

An anderer Stelle äußert sich auch Prof. Neubauer zur Akademisierung: Mit der Erhöhung der Autonomie der Therapie müsse auch die Qualifikation sichergestellt werden. „Ich bin nicht der Meinung, dass alle Physiotherapeuten akademisch ausgebildet werden müssen, weil das ein Berufsverbot für nicht-akademisch ausgebildete Personen bedeuten würde“, so Neubauer.

„Es könnte aber genügen, wenn man sagt: Der Praxisinhaber ist akademisch ausgebildet. Das wäre aus meiner Sicht ein vernünftiger Kompromiss. Wir werden auch in den nächsten 20 Jahren Leute haben, die nicht akademisch ausgebildet sind und trotzdem das Geschäft verstehen.“

Themen: Heil- und Hilfsmittelgesetz HHVG
Stichwörter: , , , ,

Ähnliche Artikel



Wir freuen uns zu Ihrer Rückmeldung zu diesem Artikel! Lesen Sie hier mehr zu unseren Kommentarregeln und wie wir Kommentare redaktionell bearbeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.