Ausgabe up 09-2016 | Rubrik Schwerpunkt: Lymph-Kampagne

Fragen und Antworten zur Lymph-Kampagne

vom: 30.08.2016

Warum gibt es die Lymph-Kampagne?

Damit wir auch in Zukunft die Versorgung mit Lymphdrainage aufrechterhalten können. Der Verlust, der jedes Jahr von Masseuren und Physiotherapeuten hingenommen wird, beläuft sich auf ca. 250 Millionen Euro. Durch die Änderung der Heilmittel-Richtlinie zum 1. Januar 2017 wird sich dieser Verlust auf mehr als 500 Millionen verdoppeln. Das ist für keine Praxis zu verkraften. Dagegen muss etwas unternommen werden!

Was ist das Ziel der Lymph-Kampagne?

Die Lymph-Kampagne soll das Thema unzureichende Bezahlung für Lymphdrainage in die öffentliche Diskussion bringen. Die Patienten müssen verstehen, dass Therapeuten inzwischen Geld verlieren, wenn sie Lymphdrainage durchführen. Nur über diese öffentliche Aufmerksamkeit gibt es eine Chance, dass die Gesundheitspolitik ihre Aufsichtspflicht über die Krankenkassen wahrnimmt und dafür sorgt, dass Zusatztherapie auch nur mit Zusatzvergütung zu bekommen ist.

Aus welchen Elementen besteht die Lymph-Kampagne?

Zentrale Komponente der Lymph-Kampagne ist die Petition an Gesundheitsminister Gröhe. Damit möglichst viele Patienten und Therapeuten die Petition unterzeichnen, gibt es Patienten-Informationsposter für die Praxen und Vorlagen für Patienten-Handzettel zum Ausdrucken in den Praxen. Die Reihenfolge ist: Patienten über das Problem gut aufklären und dann mit möglichst vielen Unterschriften an das Bundesgesundheitsministerium herantreten.

Hat so eine Kampagne überhaupt Aussicht auf Erfolg?

Ja, auf jeden Fall. In Sachen Öffentlichkeitsarbeit kann man sich hier ein Beispiel an den Hebammen nehmenIndem Sie Ihre Probleme offensiv kundgetan haben, konnten sie eine breite Öffentlichkeit dazu mobilisieren, sich für ihre Sache einzusetzen. Das Ganze hat ein großes Medieninteresse nach sich gezogen. Mit der Petition „Menschenwürde ist kein Ehrenamt – Hebammen brauchen höhere Vergütungen #sicheregeburt“ konnten die Hebammen fast 134.000 Unterschriften sammeln (chn.ge/2bHYctB).

Wie lange habe ich Zeit, Unterschriften zu sammeln, bzw. wie lange läuft die Lymph-Kampagne?

Die Lymph-Kampagne wird bis Anfang Dezember online gestellt. In diesem Zeitraum kann jeder mit seiner Unterschrift die Petition unterstützen. Es zählen sowohl online abgegebene Zeichnungen als auch auf einem Blatt abgegebene Unterschriften. Ausgefüllte Unterschriftenlisten können auf der Petitionsplattform dann einfach hochgeladen werden und werden in die Zählung hereingerechnet.

Darf ich den Link zu dieser Petition auf meiner Homepage und in den Sozialen Medien verbreiten?

Klar, das wäre ganz großartig. Sehr gut funktioniert es auch, den Link über die Petition per E-Mail zu verbreiten. Aber das Verlinken reicht nicht aus, denn eine erfolgreiche Petition braucht Unterschriften!

Wie bringe ich meine Patienten dazu, die Petition zu unterzeichnen?

Wichtig ist, dass die Patienten die Zusammenhänge verstehen: Der Therapeut verliert bei jeder MLD-Behandlung Geld, weil MLD-Therapie trotz der notwendigen Zusatzqualifikation weniger Honorar einbringt als die normale Massage oder Physiotherapie. Außerdem sollte es möglichst einfach für die Patienten sein, die Petition zu unterzeichnen. Dazu kann man sich den Petitionstext und ein Unterschriftenblatt aus dem Internet herunterladen und in der Praxis auslegen. So können Sie Patienten gut motivieren – und alle Mitarbeiter und Kollegen gleich dazu. Achtung: Später muss die Unterschriftenliste wieder hochgeladen oder zugeschickt werden. Sonst sind die Unterschriften verloren.

Können sich auch Verbände und weitere Unternehmen an der Lymph-Kampagne beteiligen?

Ja, jede Beteiligung ist willkommen. Es geht darum, Lymphdrainage-Versorgung auch in Zukunft zu gewährleisten. Jede Unterstützung zählt. Verbände können gern Patienten-Poster für Ihre Mitglieder bestellen oder Informationsmaterial kostenlos erhalten (ed.re1498264188nhcub1498264188@dlm1498264188).

Wo finde ich weitere Informationen zu Online-Petitionen?

Die von uns verwendete online-Petitions-Seite findet man unter www.openpetition.de/!mmwsh. Dort kann man auch ausgefüllte Unterschriftenlisten hochladen. Wenn es damit Probleme gibt, können Sie sich gern an ed.re1498264188nhcub1498264188@dlm1498264188 wenden und sich helfen lassen.

Warum starten wir die Petition gerade jetzt? Ist das ein günstiger Zeitpunkt?

Ja, denn erstens finden nächstes Jahr die Bundestagswahlen statt. Das bedeutet, die Politiker befinden sich im Wahlkampf und buhlen um ihre Wähler. Und zweitens tritt die beschriebene kleine, aber gravierende Formulierungsänderung der Heilmittel-Richtlinie zum 01.01.2017 in Kraft. Dementsprechend gilt es, noch im Vorfeld tätig zu werden.

Warum nutzen wir nicht die E-Petition des Bundestages?

Wir haben die Plattform openpetition.de aus mehreren Gründen gewählt: Zum einen läuft die E-Petition des Bundestages nur für vier Wochen. Dieser Zeitraum ist zu kurz, um genügend Unterschriften zu sammeln und das Anliegen zu kommunizieren. Zum anderen kann dort der Beginn der Petition von den Initiatoren nicht genau festgelegt werden. Um unser Ziel zu erreichen, ist aber das Timing wichtig.

Wer finanziert die Materialien für die Lymph-Kampagne?

Die Lymph-Kampagne ist eine Initiative mehrerer Therapeuten mit Unterstützung durch das „Lymphologicum“, Deutsches Netzwerk Lymphologie e.V., die Buchner & Partner GmbH und als Medienpartner up| unternehmen praxis. Ansprechpartner für organisatorische Fragen ist Jenny Werner (ed.re1498264188nhcub1498264188@dlm1498264188).

Was passiert, wenn nicht genug Unterschriften zusammen kommen?

Wenn es nicht genug Unterschriften gibt, dann scheint das Thema kein Problem für Therapeuten und Patienten zu sein. Das wäre dann ja auch in Ordnung. Aber herausfinen, wie viele Menschen die Sache unterstützen, kann man nur, wenn wir Werbung dafür machen und Patienten und Kollegen dazu bringen, die Petition zu unterschreiben. Wenn jeder MLD-Therapeut nur zwei Patienten zur Unterschrift bekommt, dann ist das Ziel von 100.000 Unterschriften realistisch.

Was passiert, wenn der Bundesgesundheitsminister auf die Petition nicht reagiert?

Die Öffentlichkeit erreicht man mit diesem Thema auf jeden Fall. Egal ob der Minister reagiert oder nicht. Es werden immer mehr Menschen das Problem verstehen. Das hilft bei neuen Gesetzesvorhaben (z. B. der Integration der Lymphdrainageausbildung in die Berufsausbildung von Physiotherapeuten) und bei Preisverhandlungen zwischen Krankenkassen und Verbänden.

Was kann ich machen, wenn die Petition kein sichtbares Ergebnis bringt?

Die Rückgabe der Abrechnungserlaubnis für MLD-Therapie wäre eine mögliche Reaktion. Aber dieser Schritt braucht Verständnis in der Öffentlichkeit, z. B. durch die Petition. Insofern lohnt es sich, erst einmal abzuwarten, was die Petition an Aufmerksamkeit für das Problem bringt.

 

Bildnachweis: iStock, 3D_generator

Themen: Lymph-Kampagne

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