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Erstaunliche Reaktion einiger Verbände zur Lymph-Kampagne

Ein Kommentar von Ralf Buchner

Wenn man eine öffentliche Kampagne startet, dann muss man mit Gegenwind rechnen, und es weht ein wenig. So behauptet zum Beispiel ein Verband, wir würden „Panikmache“ betreiben, der Geschäftsführer eines anderen Verbandes ruft an und bittet um sofortigen Stopp der Aktion und der Vorsitzende eines süddeutschen Verbandes behauptet allen Ernstes, die Kampagne hätten wir nur gestartet, um eigene Fehler zu vertuschen – darauf muss man erst mal kommen! Es gibt halt Menschen, die eine andere Meinung einfach nicht gelten lassen wollen, also: geschenkt.
© iStock, Slphotography

Doch ein Einwand gegen die Lymph-Kampagne überrascht: Drei Verbände behaupten nun, dass die Kompressionsbandagierung noch nie in der Regelbehandlungszeit der MLD-Therapie hätte stattfinden dürfen. Da reibt man sich erstaunt die Augen und fragt: „Echt jetzt?“ Wenn das wirklich so in der Leistungsbeschreibung steht, warum haben die Kassen dann die aktuelle Änderung der HeilM-RL durchgedrückt?

Es gibt seit Jahren eine klare Leistungsbeschreibung für MLD (inkl. Kompressionsbandagierung) in der Heilmittel-Richtlinie und eine nicht ganz so klare Leistungsbeschreibung für Kompressionsbandagierung in den Rahmenverträgen. Und die kann man unterschiedlich auslegen. Entweder zugunsten der Therapeuten: „Ja, Kompressionsbandagierung erfolgt innerhalb der MLD-Behandlungszeit.“ Das ist auch genau das, was die allermeisten Lymphdrainagetherapeuten in ihren Praxen jeden Tag zu Recht machen und abrechnen.

Oder man legt die Leistungsbeschreibung im Sinne der Krankenkassen und zu Lasten der Therapeuten aus: „Nein, Kompressionsbandagierung muss zusätzlich zur MLD-Behandlungszeit erbracht werden.“ Das kostet den Therapeuten dann richtig Zeit und damit viel Geld. Und nein, ich kenne keinen Therapeuten der das so macht. Aber genau diese Interpretation haben sich drei Physio-Landesverbände zu Eigen gemacht. Da fragt man sich doch: Wen vertreten diese Landesverbände eigentlich?

Tausende von Therapeuten stellen Öffentlichkeit her für ein gemeinsames Anliegen und kämpfen dafür, dass die Versorgung mit Lymphdrainage auch in Zukunft gesichert ist. Dafür lohnt es sich, an einem Strang zu ziehen.

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Leibold
27.11.2016 22:35

Vielleicht sollte man mal über den Begriff der „Sittenwidrigkeit“ bei… Weiterlesen »

Schulte
26.09.2016 13:19

Dann veröffentlichen Sie doch bitte die besagten Verbände!? Dann können… Weiterlesen »

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