up|unternehmen praxis

Deutscher Kinderschutzbund

Starkmachen für Kinderrechte
Der 1953 gegründete Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) setzt sich dafür ein, dass Kinder in sozialer Sicherheit aufwachsen, vor Gewalt geschützt sind und einen kompetenten Umgang mit Medien lernen. Er möchte eine kinderfreundliche Gesellschaft mitgestalten, in der die geistige, seelische, soziale und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert wird. Sie sollen an den Entscheidungen angemessen beteiligt werden, die sie betreffen.
© Todor Tsvetkov

Seine Ziele verfolgt der DKSB durch politisches Handeln und praktisches Helfen. Er engagiert sich sowohl auf Bundes- und Landesebene als auch in über 400 Ortsverbänden. Als Lobbyist nimmt der DKSB gesellschaftlichen und politischen Einfluss, indem er die Interessen der Kinder in die Kommunal-, Landes- und Bundespolitik einbringt. Er bezieht regelmäßig kritisch Stellung zu aktuellen Themen und Vorhaben des Gesetzgebers.

In der größten Kinderschutzorganisation Deutschlands mit 50.000 Mitgliedern bringen sich mehr als 15.000 ehrenamtliche und 5.000 hauptamtliche Mitarbeiter ein.

Praktische Unterstützung

Der DKSB möchte Familien dabei unterstützen, ihren Alltag souverän zu meistern. Dafür leistet er Erziehungs- und Familienberatung sowie Beratung bei Gewalt gegen Kinder. Die Ortsverbände bieten unter anderem Hilfen für Familien mit Kindern von null bis drei Jahren an und beraten bei Trennung oder Scheidung. Aufklärung über Gewalt und vorbeugende Unterstützung für Familien, bevor sie in Krisen und Probleme geraten, sollen frühzeitig Gefährdungssituationen für Kinder abwenden.

Zu den weiteren Angeboten gehören Kindertageseinrichtungen, offene Kinder- und Jugendarbeit, sozialpädagogische Familienhilfe, Familienbildungsangebote, Krabbelgruppen, Vorträge zu Erziehungsfragen und Kleiderläden. Mütter und Väter können sich mithilfe von Broschüren über das Angebot vor Ort und über alle Aspekte der kindlichen Entwicklung informieren.

Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz

Ein Ziel des DKSB ist die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Damit würden Kinder als vollwertige Persönlichkeiten respektiert werden, und ihre freie Entfaltung wäre verfassungsgemäß geschützt. Zur Erreichung dieses Ziels arbeitet der DKSB mit anderen Verbänden zusammen, vor allem im Aktionsbündnis Kinderrechte mit UNICEF, der Deutschen Liga für das Kind und dem Deutschen Kinderhilfswerk.

„Arm dran in einem reichen Land“

Jedes fünfte Kind gilt in Deutschland als arm. Das sind 2,8 Millionen Kinder, die von Leistungen auf Grundsicherungsniveau leben. Ein Aufwachsen in Armut hat für Kinder schwerwiegende Folgen, beispielsweise schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss. Der DKSB setzt sich vehement für die Bekämpfung von Kinderarmut ein. Einen Überblick vermittelt die bestellbare Broschüre „Kinderarmut in Deutschland – Arm dran in einem reichen Land“.

Medienkompetenz fördern

Der DKSB möchte Kinder und Jugendliche im Internet vor Gewalt schützen und ihre Medienkompetenz fördern. Bei dem Gemeinschaftsprojekt „Firewall Live“ erlernen Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte in Medienkursen den sicheren Umgang mit dem Internet und den sozialen Netzwerken. Die junge Internetgeneration wird geschult, sich vor vielschichtigen Risiken im Netz zu schützen.

Erziehungskompetenz unterstützen

Starke Eltern – Starke Kinder® ist ein Kursangebot für Mütter und Väter, in dem Erziehungskompetenz unterstützt und Kinderrechten in der Familie mehr Geltung verschafft werden soll. Eltern erfahren viel über kindliche Entwicklungsphasen und lernen, Fähigkeiten und Stärken ihres Kindes wahrzunehmen und zu fördern. Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, Konflikte zu lösen und den Familienalltag gelassener zu bewältigen.

Hilfe bei Sorgen und Nöten

Adresse und Kontaktdaten des nächstgelegenen DKSB-Büros lassen sich per Postleitzahl- oder Ortssuche auf der Website des Kinderschutzbundes finden.

Nummer gegen Kummer e. V., Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund, hat zwei kostenfreie Beratungsangebote eingerichtet:
Das Elterntelefon ist unter 0800 111 05 50
montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie
dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr erreichbar.
Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter 0800 111 03 33
montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr besetzt.

Fortbildung für Kinderschutz

Es ist davon auszugehen, dass Fachkräfte aus den Heilberufen mit misshandelten Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen. Die Weltgesundheitsorganisation vermutet, dass 90 Prozent der Misshandlungsfälle in Kliniken oder Praxen nicht erkannt werden. Kindesmisshandlung ist ein wichtiges Thema der Gesundheitsversorgung, ein ganzheitlicher gesundheitspolitischer Ansatz kann präventiv wirken. Dafür sind Fortbildungen nötig.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Gesundheit die Entwicklung des Online-Kurses “Kinderschutz in der Medizin – ein Grundkurs für alle Gesundheitsberufe” gefördert.

Der Kurs gibt eine Übersicht über Epidemiologie und Diagnostik der Misshandlungsformen sowie rechtliche Regelungen und stellt im Anwendungsbereich Fallbeispiele, Übungen und Filmclips zur Gesprächsführung zur Verfügung.

Die Anmeldung ist bis zum 30.09.2020 kostenlos möglich.

Weltkindertag am 20. September

Die Vereinten Nationen empfahlen 1954 ihren Mitgliedsstaaten, einen weltweiten Tag für Kinder einzurichten. Sein Zweck ist, den Einsatz für die Rechte von Kindern zu stärken und Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen auf der Welt zu fördern. Außerdem sollten sich die Regierungen öffentlich dazu verpflichten, die Arbeit von UNICEF zu unterstützen. Heute wird der Weltkindertag in mehr als 145 Staaten gefeiert.

Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V.

Bundesgeschäftsstelle

Schöneberger Str. 15

10963 Berlin

Telefon 030 214 80 90

www.dksb.de

Quellen: Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V.

„Verdacht auf Kindesmisshandlung – was tun?“, erschienen in up|unternehmen praxis Ausgabe 02/2020

Außerdem interessant:

Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität

Auszeit, um neue Kraft zu sammeln

 

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all Kommentare
0
Wir würden gerne erfahren, was Sie meinen. Schreiben Sie einen Kommentar.x