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VdAK-Rahmenvertrag: Was sich konkret geändert hat

VdAK-Rahmenvertrag: Was sich konkret geändert hat

Seit dem 1.1.2008 gelten der neue VdAK-Rahmenvertrag und eine neue Vergütungsvereinbarung. Darüber berichteten wir bereits im letzten Jahr. Hier fassen wir für Sie noch einmal zusammen, welche Änderungen im Rahmenvertrag für Sie außer der Vergütung sonst noch relevant sind.

Fortbildungverpflichtung

Das Thema “Fortbildungspflicht” ist in den Rahmenvertrag integriert und bringt für den Praxisinhaber nicht wirklich Neues. Zugelassene/fachliche Leiter müssen innerhalb von vier Jahren 60 Punkte sammeln. Der Passus über angestellte Therapeuten bleibt schwammig, wirkt wie ein Versuch der Kassen, die Fortbildungspflicht auf die Angestellten auszudehnen und wird zu gegebener Zeit sicher noch zu Diskussionen führen. Glücklicherweise nennt Anlage 3 des Vertrages, der die Details der Fortbildungsverpflichtung regelt, aber klar die zugelassenen/fachlichen Leiter als Zielgruppe der Verpflichtung. Das Risiko, dass eine vom Therapeuten absolvierte Fortbildung bei einer späteren Überprüfung durch die Krankenkasse die “Qualitätskriterien für Fortbildung” nicht erfüllt, ist groß. Was passiert beispielsweise, wenn der Fortbildungsveranstalter bei der Überprüfung nicht mehr existiert? Solche Fragen gibt es zuhauf, weshalb die Fortbildungsverpflichtung noch viele Überarbeitungen erfahren wird.

Korrektur von Verordnungsformularen

Die Abrechnung mit dem VdAK wird sich vereinfachen, weil jetzt vertraglich geregelt ist, dass eine fehlende Leitsymptomatik auf einem Verordnungsformular durch den Therapeuten nach “zum Beispiel telefonischer” Rücksprache ergänzt werden kann.
Vorsicht: Dieser Passus gilt aktuell nur für Physiotherapeuten. Ergotherapeuten und Logopäden müssen nach Auskunft des VdAK noch auf ihre Vertragsanpassung warten.

Definition von Betreuungspersonen

Laut Vertrag zählt jetzt auch das Pflegepersonal in sozialen Einrichtungen zu den Betreuungspersonen, die als Vertreter des Patienten den Erhalt einer Therapie quittieren dürfen. Allerdings muss auf der Verordnung ausdrücklich benannt sein, warum der Patient nicht selbst unterschreiben darf!

Zuzahlung 1

Manche Therapeuten haben Schwierigkeiten damit, die gesetzliche Zuzahlung zum Beginn der Therapie einzuziehen. Die ist jetzt ebenfalls im Vertrag geregelt: “Die pauschale Zuzahlung je Verordnungsblatt ist regelmäßig bei der ersten Behandlung durch den Zugelassenen einzuziehen.”

Zuzahlung 2

Auch hilfreich bei Abrechnungsstreitigkeiten ist ein neuer Absatz in §12, Ziffer 7 des Vertrages. Dort wird vereinbart, dass Verordnungen, deren Zuzahlungen den abrechnungsfähigen Betrag übersteigen, nur dann der Krankenkasse zur Abrechnung zugeschickt werden dürfen, wenn die Zuzahlung trotz einer Erinnerung gemäß §43b nicht eingezogen werden konnte. Damit ist jetzt noch einmal offiziell festgelegt, dass kein Therapeut mit seinem Patienten um die Zuzahlung streiten muss.

Inkasso durch Abrechnungsstellen

Will eine Praxis die Zusammenarbeit mit einer Abrechnungsstelle beenden, muss dies der Krankenkasse laut Vertrag durch Einschreiben mit Rückschein, Fax oder per E-Mail zur Kenntnis gebracht werden. Die schuldbefreiende Wirkung der Zahlung der Ersatzkasse an das Abrechnungszentrum endet dann drei Arbeitstage später.
Service: Der vollständige neue Rahmenvertrag einschließlich aller Anlagen kann kostenlos als PDF-Datei bei der praxiswissen24-Hotline angefordert werden.

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