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Studie „Ich bin dann mal weg“ – Therapeuten flüchten aus dem Beruf

Der Fachkräftemangel könnte sich in Zukunft verschärfen, eine große Zahl von Heilmittelerbringern verlässt den Beruf. Das legt die Studie „Ich bin dann mal weg“ nahe, die Studierende des Masterstudiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius in Idstein durchführten.
Studie „Ich bin dann mal weg“ – Therapeuten flüchten aus dem Beruf
© iStock: stephanie phillips

Nur knapp jeder dritte der 984 Befragten – 306 Physiotherapeuten, 245 Ergotherapeuten und 433 Logopäden – wolle demnach in seinem Beruf weiterarbeiten. Rund ein Viertel sei bereits ausgestiegen, fast die Hälfte denke darüber nach. Besonders kritisch sei die Situation bei den Physiotherapeuten und Logopäden – bei ihnen erwägen 50 beziehungsweise 51 Prozent einen Ausstieg, während es bei den Ergotherapeuten 38 Prozent seien. Die Zahlen der tatsächlichen Aussteiger liegen näher beieinander: bei den Ergotherapeuten 21, bei den Logopäden 24 und bei den Physiotherapeuten 25 Prozent.

Zu wenig Geld und Perspektiven, zu schwache Lobby

Als Gründe für einen Ausstieg nannten die Befragten vor allem zu geringe Verdienstmöglichkeiten und mangelnde berufliche Perspektiven, aber auch geringe politische Einflussmöglichkeiten der Berufsgruppe.

Die meisten der Aussteiger, rund zwei Drittel, wanderten in Forschung und Lehre ab. Etwa 13 Prozent gaben ihre Kassenzulassung auf. 20 Prozent seien „Vollaussteiger“, sie hätten sich komplett aus der Therapie-Sparte verabschiedet. “Gerade gesetzlich Versicherte könnten in Zukunft länger auf einen Termin warten müssen“, so Dr. Sabine Hammer, Dekanin des Master-Studiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius, in einer Pressemitteilung zur Studie.


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Harriet Menk
02.11.2017 7:46

Ich bin seit ewigen Zeiten mit eigener Praxis selbständig –… Weiterlesen »

Klaus Schmitz
20.10.2017 12:48

Besorgnis erregende Ergebnisse. Der mangelnde politische Einfluss hängt aber auch… Weiterlesen »

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