up|unternehmen praxis

AdipositasHilfe Deutschland

Im Einsatz für Prävention und die richtige Therapie
Adipositas ist eine chronische Krankheit, die in Deutschland ein zentrales und häufig vorkommendes Gesundheitsproblem darstellt – es wird von etwa 16 bis 19 Millionen Betroffenen ausgegangen. Übergewicht kann zu zahlreichen Begleit- und Folgeerkrankungen führen, wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Arthrose und Schlafapnoe. Auch Krebserkrankungen werden begünstigt. Außerdem wirkt sich Übergewicht auf die Lebensqualität aus und verkürzt die Lebenszeit.
© BrianAJackson

Nichts leichter als abnehmen?

Verharmlosung ist bei Adipositas an der Tagesordnung. Was vielen nicht klar ist: Ein „gesundes“ Übergewicht gibt es nicht. Genauso deutlich ist Hinweisen aus dem Volksmund, wie „iss doch einfach weniger“ oder „beweg dich eben mehr“, entgegenzuwirken. Übergewicht hat oft komplexe Ursachen, die u. a. genetischer, psychologischer, soziokultureller, ökonomischer und umweltbedingter Natur sein können.

Die Krankheit ist therapierbar, aber nicht heilbar. Betroffene können ihr zu hohes Körpergewicht nur teilweise und meistens nicht nachhaltig beeinflussen. Denn durch sehr effektive hormonelle und nervale Regelkreise wehrt sich der Körper gegen eine langfristige Gewichtsabnahme und zeigt die Tendenz, ein einmal erreichtes Höchstgewicht wiederzuerlangen. Wie bei anderen chronischen Erkrankungen ist ein lebenslanges Krankheitsmanagement nötig. Ein sinnvoller Weg zur Gewichtsreduktion ist eine langfristige, interdisziplinäre Therapie.

Erschwerend ist, meint die AdipositasHilfe Deutschland, dass die fachlich richtigen Ansprechpartner fehlen, an die Mediziner ihre Patienten verweisen oder überweisen können. Oft werden sie direkt zu Adipositaszentren geschickt, die im Schwerpunkt chirurgisch aktiv sind.

Es wird Zeit, dass sich etwas tut

Übergewichtige werden benachteiligt – tiefgreifend und gesamtgesellschaftlich. Betroffene berichten von Diskriminierung, die sie in medizinischen Behandlungen und durch das Gesundheitssystem erfahren. Beispielsweise wird Hausärzten der Bereich der Adipositas nur wenig oder gar nicht vergütet.

Die AdipositasHilfe Deutschland ist ein seit 2013 bundesweit aktiver Selbsthilfeverband für Menschen, die an krankhaftem Übergewicht leiden. Der Verein unterstützt Betroffene bei dem Wunsch einer Gewichtsreduktion, informiert die Öffentlichkeit über die Krankheit, führt Präventionsmaßnahmen durch, gründet und betreut regionale Selbsthilfegruppen, organisiert Fortbildungen und baut ein Netzwerk mit Ärzten und Ernährungsexperten aus unterschiedlichen Disziplinen auf. Oberstes Ziel ist eine professionelle und strukturierte Selbsthilfe für Betroffene und ihre Angehörigen.

Er verfolgt unter anderem die Etablierung einer systematisierten Behandlung. Seine Vision ist eine passende Therapie: Individuell abgestimmt, im interdisziplinären Team, idealerweise in Schwerpunktpraxen. In diesem Rahmen ist die Aufnahme von Therapiebestandteilen wie Ernährungstherapie in den Heilmittelkatalog wünschenswert.

Angebote und Projekte

Betroffene, die auf der Suche nach Selbsthilfegruppen, Ernährungs- und Psychotherapeuten, Schwerpunktpraxen und Adipositaszentren sind, finden auf der Website des Vereins Adressen und Kontaktdaten. Hier wird auch über Veranstaltungen, Sportkurse und Seminarangebote informiert. Leitlinien, Flyer und weitere Informationen sind per Download kostenfrei verfügbar. Seit Kurzem richten Selbsthilfegruppen neben örtlichen Treffen auch Online-Veranstaltungen aus, in denen Gespräche unter vier Augen oder in Gruppen in geschlossenen Bereichen möglich sind.

Der Verein hat besonders Kinder und Jugendliche im Blick. Das zwölfmonatige Therapiekonzept “Junge Adipositas” ist speziell für sie ausgelegt und wird strukturiert unter Einbeziehung der Eltern durchgeführt. Gemeinsam mit Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapeuten analysieren die Teilnehmer ihr Essverhalten und Ursachen dafür. Es geht darum, Gewicht dauerhaft zu reduzieren, mehr Spaß an Bewegung zu haben und das Selbstbewusstsein zu steigern.

Die AdipositasHilfe Deutschland beteiligt sich am Tackling Adolescent Obesity Project, einem von der Europäischen Union geförderten Projekt zur Bekämpfung von Adipositas bei Jugendlichen und zur Förderung der Inklusion von Ernährungstrainings. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die mit Adipositas einhergehenden Gefahren zu schaffen und gesunde Ernährung zu lehren.

Welt-Adipositas-Tag am 4. März

Mit dem World Obesity Day möchten Wissenschaftler, Behandler und Betroffene auf die Risiken von Übergewicht aufmerksam machen. Schwerpunkte sind zum einen die Anregung zu Vorsorge und eigenverantwortlichem Handeln, zum anderen sollen die mit der Erkrankung einhergehenden Stigmata und Vorurteile abgebaut werden. Ein weiteres Ziel ist es, Gesundheitspolitiker zu mehr Einsatz für die Versorgung der Adipositas zu ermutigen.

Quelle: AdipositasHilfe Deutschland e. V.

Aller Anfang ist schwer! Geben Sie erste Infos

Sie können Betroffenen den Start in die Gewichtsabnahme erleichtern, indem Sie ihnen erste, richtige Infos geben und damit motivieren:

Eine Therapie besteht aus Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie sowie Selbsthilfe. Voraussetzung für eine Ernährungsumstellung ist unter anderem das Wissen, wann der Betroffene was isst – und warum. Es gibt viele Gründe: Stress, Frust, Langeweile usw. Bei der Suche nach Ursachen unterstützen Verhaltenstherapeuten. Sie entwickeln mit dem Betroffenen Strategien, um das Essverhalten nachhaltig zu ändern. Bewegung ist wichtig, etwa für den Stoffwechsel und bei Gelenk- oder Herz-Kreislaufproblemen. Ideal sind Rehasport und Wassergymnastik. Die Krankenkasse bezahlt Rehasport und bezuschusst viele Bewegungsprogramme als Präventivmaßnahmen. Dort erhalten Interessierte auch Infos zu regionalen Anbietern.

AdipositasHilfe Deutschland e. V.

Hauptgeschäftsstelle

Neulander Weg 1

21423 Winsen (L)

Telefon 04171 136 57-14

www.adipositashilfe-deutschland.de

Außerdem interessant:

Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke

Deutsche Alzheimer Gesellschaft

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all Kommentare
0
Wir würden gerne erfahren, was Sie meinen. Schreiben Sie einen Kommentar.x