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Massagen sind Balsam für Körper und Seele

Stuttgarter Physiotherapeut bietet Massagekurse für Partner an
Schon die Griechen und Römer schätzten die Massage als Balsam für Körper und Seele. Durch die Berührung schüttet der Körper Glückshormone aus und baut Stress ab – ein Highlight gerade auch für Paare. Genauso dachte der Stuttgarter Physiotherapeut Ole Hansen, als er vor fünf Jahren seinen ersten Partner-Massagekurs für Paare anbot.
© Tijana87,Ole Hansen

Auslöser für die Idee war ein Kunde, erinnert sich der 39jährige Praxisinhaber von „reset – Die Gesundheitsmanufaktur“. Der hatte ihn damals gefragt, ob er ihm und seiner Freundin zeigen könne, wie man gut massiert. „Die Ausstattung war vorhanden, und so startete ich an einem Samstag im September 2014 mit zwei Paaren.“

Reset-Prinzipals Praxisphilosophie

In seiner Privatpraxis für Physiotherapie in Stuttgart verfolgt Ole Hansen gemeinsam mit seinem Partner Joachim Tiburzy eine eigene Philosophie: Da jeder Körper anders reagiert, haben sie das „reset-Prinzip“ entwickelt, das auf drei Säulen aufbaut: „Gesund werden – gesund bleiben – Gesundheit leben“ heißt es auf ihrer Homepage. Therapie, Prävention und Kultur bilden das Fundament ihrer Arbeit. „Wir verstehen uns als ganzheitliche Praxis“, betont Hansen. Und daher spricht er auch nicht von seinen Patienten, sondern von seinen Kunden. „Ich bin ein Dienstleister: Die Kunden kommen mit einem Problem zu mir. Wenn sie aus der Praxis rausgehen, haben sie im Idealfall das Problem nicht mehr.“ Daneben bietet er Veranstaltungen an, die über das Therapeutische hinausgehen und ebenso Teil des Konzeptes sind. Sie symbolisieren das Leben. Es gibt zum Beispiel Konzerte, Vorträge, Kurse über die Zubereitung von Maultaschen, Teeverkostungen, Grappa-Tastings oder auch Vernissagen.

Begeisterung für Massage wecken

Physiotherapeuten aus Leidenschaft nennen sie sich – jeder mit einem eigenen Steckenpferd. Neben der Faszientherapie ist für Ole Hansen das die Massage. „Ich bin ein begeisterter Masseur“, erzählt er. „Und diese Begeisterung will ich bei den Teilnehmern der Kurse wecken.“ Mit Erfolg, so scheint es: Er startete mit sechs Kursen pro Jahr, heute sind es 20 – mit jeweils fünf Paaren. Der eintägige Kurs samstags von 9 bis 17 Uhr kostet 259 Euro für zwei Personen.

Massieren ohne Kraftaufwand

In der Anfangsphase lag das größte Problem darin, wie der Physiotherapeut die Massage-Techniken, die er gelernt und jahrelang angewendet hatte, am besten vermittelt. „Ziel des Kurses ist es, dass die Teilnehmer das Massieren ohne Kraftaufwand verstehen und automatisieren – und das in nur einem Tag!“ In der Schule habe er unendlich viele Griffe gelernt, die in der Praxis selten angewendet werden. „Jeder Therapeut entwickelt seinen eigenen Stil“, so Hansen, „und das sollen auch die Paare für sich entdecken.“ Er vermittelt den Teilnehmern ein Grundwissen an Techniken, das völlig ausreicht für eine großartige und wohltuende Massage. Viel wichtiger seien die Grundlagen, nach denen die Techniken ausgeführt werden.

Wellness-Massage

„Das, was ich meinen Kunden beibringe, ist eine Wellness-Massage. Massage ist ein wunderbares Mittel, die Seele zu streicheln“, schwärmt Hansen, „aber sie ist ineffektiv bei Schmerzen.“ So kommt es durchaus vor, dass er einem Kunden, der gestresst vom Job kommt und sich gerade von seiner Freundin getrennt hat, eine Massage anbietet, die ihm in diesem Moment besser tut als die Schmerzbehandlung. Oder er setzt die Massage als ein Bonbon nach der Therapie oben drauf.

Man muss kein Bär sein für eine gute Massage

Wichtig sei es, dass sich die Teilnehmer fallen lassen, die Kraft der eigenen Schwerkraft nutzen, um ohne Kraftaufwand zu massieren. Dabei korrigiert Hansen immer wieder die Fußstellung oder die Höhe der Massagebank. „Man muss mit der Höhe der Bank spielen, um die beste Stellung herauszufinden.“ Anfangs seien viele Paare noch sehr verkrampft und massieren mit ganz viel Kraft, was schnell ermüdet und auch weh tun kann. Aber: „Man muss kein Bär sein, um kräftig massieren zu können.“

Automatismus als Kursziel

Nach der Mittagspause, die sie gemeinsam in einem italienischen Restaurant verbringen, komme meist der Lerneffekt. Wenn die Teilnehmer müde werden, so der Therapeut, wenden sie die Grundtechniken, ohne darüber nachzudenken, ohne Kraftaufwand, an. „Dieser Automatismus ist das Ziel meiner Kurse“, erklärt Hansen. Die Rückmeldungen der Teilnehmer scheinen ihm Recht zu geben: „Ole hat uns beigebracht, wie man eine Massage in einen Tanz verwandeln kann, bei dem beide Teilnehmer Spaß haben und wenig Kraft gebraucht wird. Der Kurs hat uns vor allem begeistert, weil uns danach ganz klar war, dass mit Oles Tipps jeder eine gute Massage machen kann“, heißt es in einem der vielen Kommentare von zufriedenen Teilnehmern.

Werbung auf der Website

Für die ersten Kurse hat Ole Hansen Kunden einfach angesprochen. Später haben sie auf der Website für ihre Massagekurse für Paare geworben. „Wir scheinen damit wohl eine Marktlücke gefunden zu haben und landeten bei Google gleich im oberen Bereich“, freut sich der Praxisinhaber. Erstmals fanden auch „Praxis-Fremde“ den Weg zu ihnen, die meisten aus dem Großraum Stuttgart, aber auch aus Hessen, der Pfalz, München und vom Bodensee. Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 30 und 50 Jahren, der Älteste war 78. Und: Mindestens ein Teilnehmer pro Kurs kehrte später auch für weitere Behandlungen zurück. „Als Privatpraxis sind wir darauf angewiesen, dass neue Kunden kommen – mit den Massagekursen für Paare klappt das sehr gut.“

Ich verkaufe Leidenschaft…“

Im Anschluss an jeden Massgekurs sendet der Therapeut den Teilnehmern per Mail mehrere Kursvideos, die die erlernten Techniken und die Feinheiten der Handhaltung noch einmal in Erinnerung rufen sollen. Ein Service, der bei seinen Kunden sehr gut ankommt, freut sich Hansen. Er ist mit Herz und Seele beim Massieren dabei – eine Grundvoraussetzung, um solche Kurse anzubieten, ist Hansen überzeugt. „Ich verkaufe Leidenschaft, und Leidenschaft ist ansteckend.“