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Patienteninformation: Medizinische Hilfsmittel von der Steuer absetzen

Die Kosten für medizinische Hilfsmittel, die die Krankenkasse nicht übernimmt, können Patienten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Darauf weist die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hin. Per Definition sind Hilfsmittel „sächliche medizinische Leistungen, die von zugelassenen Leistungserbringern abgegeben werden“, heißt es in einer Mitteilung des VLH.
© onurdongel

Hilfsmittel sind nützliche Alltagshelfer für kranke Menschen oder Menschen mit Behinderung wie beispielsweise eine Gehhilfe, eine Prothese oder ein Rollstuhl, aber auch eine Sehhilfe oder eine Hörhilfe. Sie sind im sogenannten Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbands der Krankenkassen aufgelistet.

Zahlt die Krankenversicherung nicht, können die Kosten als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden – sofern sie die sogenannte zumutbare Eigenbelastung überschreiten. Die zumutbare Belastung wird in drei Stufen nach einem bestimmten Prozentsatz des „Gesamtbetrags der Einkünfte“ bemessen. Dieser beträgt je nach Familienstand und Kinderzahl zwischen einem und sieben Prozent.

Das Finanzamt unterscheidet zwischen Hilfsmitteln im engeren Sinne und Hilfsmitteln im weiteren Sinne. Zu den Hilfsmitteln im engeren Sinne gehören u.a. Brillen, Hörgeräte, ein Rollstuhl, eine Prothese, orthopädische Hilfsmittel wie Schuheinlagen oder Gehhilfen sowie ein Treppenlift. Zu Hilfsmitteln im weiteren Sinne gehören Gegenstände, die nicht nur kranken, sondern auch gesunden Menschen im Alltag helfen, wie Gesundheitsschuhe, ein Massagegerät, ein Fahrrad-Ergometer oder ein wirbelsäulengerechtes Bett. Vor dem Kauf sollte die medizinische Notwendigkeit durch ein Attest des Amtsarztes oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes nachgewiesen werden.

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