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WAT-Gutachten: GKV-Preisanpassungen von bis zu 92 Prozent notwendig

Prof. Dr. Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG), stellte heute (30. Juli 2020) im Rahmen einer Pressekonferenz die wichtigsten Ergebnisse des WAT-Gutachtens (Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen) vor. Demnach sei nur mit einer deutlichen Erhöhung der Vergütung im Rahmen der anstehenden Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband langfristig eine wirtschaftliche Praxisführung möglich.
© iStock: Doucefleur

Die nachfolgenden Zahlen und Ergebnisse des Gutachtens beziehen sich auf das Betrachtungsjahr 2018:

  • Die GKV-Preise müssten (je nach Heilmittelbereich) insgesamt zwischen 42 und 92 Prozent angehoben werden, um ein angemessenes Inhabereinkommen und eine konkurrenzfähige Mitarbeitervergütung gewährleisten zu können.
  • Zwischen angemessenem Einkommen und tatsächlichem Überschuss klaffe eine Lücke, die über eine GKV-Preisanpassung von 22 Prozent (Ergotherapie), 24 Prozent (Physiotherapie), 49 Prozent (Logopädie/Sprachtherapie) und 72 Prozent (Podologie) geschlossen werden könne.
  • Die GKV-Preise müssten demnach zwischen 13 und 39 Prozent angehoben werden, um langfristig eine wettbewerbsfähige Vergütung der angestellten Therapeuten sicherzustellen.
  • Darüber hinaus müsse zusätzlich der erhebliche Verwaltungsaufwand in Heilmittelpraxen, der sich im Gutachten gezeigt hat, in der Vergütung berücksichtigt werden.

Das WAT-Gutachten wurde vom IfG im Auftrag von elf Heilmittelverbänden durchgeführt. Im Laufe der kommenden Woche (KW 32) ist das Gutachten auf der Website der IfG abrufbar.

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