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Datenschutz?…! Steuerberatung: Keine Auftragsverarbeitung

Von Niels Köhrer, externer Datenschutzbeauftragter für up|plus-Kunden

Schön, wenn Gesetzesänderungen Klarheit schaffen. Eine solche Klarheit wurde gerade durch eine Änderung des Steuerberatungsgesetzes erreicht. Bisher war nicht eindeutig geklärt, ob zum Beispiel die Auslagerung der Lohnbuchhaltung an einen externen Steuerberater eine Auftragsverarbeitung darstellt.

Auftragsverarbeitung? Vereinfacht heißt das: Ein Unternehmen müsste eigentlich selbst die personenbezogenen Daten verarbeiten, lagert diese Tätigkeit aber an einen Externen aus. Das Unternehmen gibt Anweisungen, wie der Externe die Daten zu verarbeiten hat. Dann verarbeitet der Externe die Daten des Unternehmens im Auftrag. Dies muss durch einen Vertrag geregelt werden.

Manche Aufsichtsbehörden gingen davon aus, dass es sich gerade bei Auslagerung der Lohnbuchhaltung auch um Auftragsverarbeitung handelt. Tatsächlich ist dies aber fernliegend, da das Unternehmen gerade einen Steuerberater engagiert, damit dieser die Lohnbuchhaltung eigenständig übernimmt. Man kauft sich Expertenwissen ein und möchte, dass der Steuerberater die Lohnbuchhaltung selbstständig erledigt.

Dies ist nun durch die Gesetzesänderung geklärt. Die Auslagerung von Lohn- und Finanzbuchhaltung an einen Steuerberater ist nicht als Auftragsverarbeitung anzusehen. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag muss nicht geschlossen werden. Dies ist auch zu begrüßen, denn der Steuerberater unterliegt selbst dem Berufsgeheimnis und handelt weisungsfrei, genau dafür wird er auch beauftragt.

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