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Mäusemuskelmassage

Massage lässt Muskeln in Mausstudie schneller heilen“ - schon beim Lesen dieser Überschrift fing das Kopfkino an. Wie werden wohl die Muskeln von Mäusen massiert? Ganz vorsichtig mit dem kleinen Finger? Von Menschen mit besonders kleinen Händen? Vielleicht wurden besonders talentierte Kinder angelernt? Oder waren etwa die Mäuse selbst am Werk und haben sich gegenseitig massiert?
Mäusemuskelmassage
© filo

Beim Weiterlesen dann die Enttäuschung: ein Massageroboter hat diese Aufgabe übernommen. Ob sich die Mäuse freiwillig auf die Bank gelegt haben? Sollten sie, denn bei den massierten Mäusen haben sich die Muskeln nicht nur schneller regeneriert, sie wurden auch stärker. Dass sich mechanische Stimulation positiv auf die Regeneration von Muskelgewebe auswirkt, ist bekannt. Doch warum das passiert, ist noch wenig erforscht. Diesem Zusammenhang sind die Forscher einen Schritt nähergekommen und haben festgestellt, dass sich die mechanische Stimulation auf die Immunfunktion auswirkt.

Doch erst nochmal einen Schritt zurück: Wie stellt man überhaupt fest, wie stark die Beinmuskeln von Mäusen sind? Sind sie gegeneinander in einem Rennen angetreten oder haben im Mäuse-Fitnessstudio darum gewetteifert, wer mehr auf der Beinpresse schafft? Auch hier ist die Realität nicht ganz so amüsant wie die Fantasie. Tatsächlich haben die Forscher die Muskelfasern untersucht und festgestellt, dass die behandelten Muskeln mehr Fasern des Typs IIX enthielten als die unbehandelten. IIX-Fasern erzeugen mehr Kraft als IIA-Fasern, darum waren die Muskeln bei den behandelten Mäusen stärker.

Den Zusammenhang zwischen Massage und schnellerer Regeneration erklären die Forschenden so: Durch die mechanische Belastung werden Neutrophile sowie die von ihnen freigesetzten entzündlichen Zytokine aus dem Muskelgewebe entfernt. Die Muskelfasern können sich so schneller regenerieren. Und damit nicht genug: Laut Studienautorin Bo Ri Seo ist dieser Zusammenhang zwischen mechanischer Stimulation und Immunfunktion ein vielversprechender Ansatz, der auch bei der Regeneration von Knochen, Sehnen, Haut und Haaren zum Einsatz kommen könnte.

Das Forscherteam arbeitet nun daran, diesen mechanotherapeutischen Ansatz in weiteren Studien mit größeren Tieren zu bestätigen und schließlich auch auf die Wirksamkeit beim Menschen hin zu untersuchen.

Wenn Sie das Thema interessiert, können Sie hier mehr dazu nachlesen:

https://tinyurl.com/cjs8euv4

https://tinyurl.com/j897re2a

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